Aussteiger und Selbstversorger Forum

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 Betreff des Beitrags: www.aktion-selbstversorgung.com
BeitragVerfasst: Mi 7. Okt 2015, 11:36 
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Backpacker
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Registriert: Di 12. Nov 2013, 15:42
Beiträge: 17
Wohnort: Brandenburg
Servus an alle, ich hatte mich vor ein oder zwei Jahren schon einmal vorgestellt, einige Beiträge über unser Projekt geschrieben und mich auch mit dem ein oder anderen Forenmitglied unterhalten. Dann ist es diesen Sommer ruhig mit der Öffentlichkeit geworden. Ein Grund dafür ist, dass ich meinen Job als Leitender Angestellter und einem Jahreseinkommen von fast 100000€ von heute auf morgen geschmissen habe. Danach wollte ich erst mal meine Füße etwas still halten. Jetzt sind einige Monate vergangen, wir haben viel gebaut und renoviert auf dem Hof und es geht spürbar vorwärts.

Der eigentliche Grund warum ich hier bei der Vorstellung schreibe ist folgender. Mich überrascht es einfach, dass ich so viel über Menschen lese, die zwar den Wunsch haben sich zu verändern, ihr Leid in der Gesellschaft beklagen, Anschluss in eine autark lebende Gemeinschaft suchen oder einfach abhauen wollen. Leider lese ich nur ganz selten einen Beitrag über jemanden der es durchzieht oder bereits ein vereinfachtes und autarkes Leben führt.

Wir haben es durchgezogen!!!

Ich für meinen Teil habe beschlossen nicht das Land zu verlassen (wohin auch?) Stattessen haben ich mit meiner Frau einen alten Hof in Brandenburg gekauft. Der Hof stammt aus dem Jahre 1700 und wurde schon öfter umgebaut. Wir versuchen nun nicht die radikale Tour mit 100% Selbstversorgung. Nein, wir tasten uns Stück für Stück an unsere Bedürfnisse heran und schauen was möglich ist selbst zu bauen oder zu Pflanzen. Ich bin zu der Einsicht gekommen, dass wir hier in Deutschland eigentlich nichts zu befürchten haben müssen. Genaugenommen ist es unmöglich in Deutschland zu verhungern. Diese Einsicht hat mir sofort alle Existenzängste genommen und mich Starten lassen. Angefangen haben wir mit einer Dusche im Garten die mit Holz geheizt wurde, später kam dann eine neue Brunnenbohrung, Wasserinstallation im Haus, verschiede Ausbauten am Dach und im Haus.
Heute haben wir warmes Wasser aus dem Hahn, eine Dusche im Haus um im Winter auch zu duschen, Hühner, Schweine, Ackerland usw.
Es ist nichts fertig aber es lässt sich super leben und ich kann bauen was ich will. Der Lebensstandard in einem Asylbewerberheim ist höher...

Um endlich auf den Punkt zu kommen, im großen und ganzen suche ich Kontakt zu Menschen die es auch durchgezogen haben. Ich bin es Leid immer nur zu lesen was viele gern machen möchten, wenn diese oder jene Situation eintritt. Ich hatte auch viel gejammert und war unzufrieden mit meiner Situation. Manchmal muss man eben Krawatte gegen Schaufel tauschen. Jetzt bin ich fast ein Jahr durchgängig auf dem Hof und ich gehe immer noch gern zum Kacken aufs Plumpsklo. Übrigens haben wir erst in den letzten 100 Jahren angefangen ins Haus zu scheißen.

Ich wollte jetzt nur einfach was loswerden. Wer mag kann sich unsern Hof auf www.aktion-selbstversorgung.com ansehen.

_________________
Wenn du mit dem Strom schwimmst landest du im Meer, wenn du gegen den Strom schwimmst erreichst du die Quelle


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BeitragVerfasst: Mi 7. Okt 2015, 12:22 
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Administrator
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Registriert: Di 6. Mai 2014, 19:07
Beiträge: 2907
Wohnort: Perle des Erzgebirges
Hallo Daroland. Ich habe euer Projekt ein wenig verfolgt und finde es gut.

Es gibt viele die so etwas machen wollen und auch einige die es geschafft haben. Dich, Naturmensch oder Stevo zum Beispiel.
Aber nicht jeder hat die gleichen Vorraussetzungen (Alter, Kapital, Wille/Vorstellung...).

Es freut mich zu lesen das es euch gut geht und ihr eurem Ziel immer näher kommt.

Mfg.

_________________
Was wir in dieser Welt brauchen sind ein paar Verrückte mehr, denn seht wohin uns die Normalen gebracht haben. "George Bernard Shaw"
Glaubt an morgen und pflanzt einen Baum.


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BeitragVerfasst: Do 8. Okt 2015, 08:45 
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Selbstversorger

Registriert: Mi 6. Nov 2013, 20:21
Beiträge: 409
Wohnort: bei Chemnitz
Grüß dich,

ja, ich erinnere mich, dass du dich und dein Projekt hier schonmal vorgestellt hattest. Hatten uns schon gedacht dass die Dokumentation eingeschlafen ist, weil das Projekt selbst so viel Arbeit fordert.

Als auch so einer, der hier viel erzählt aber (noch) nichts macht: Es hat eine Weile gedauert mir überhaupt klar zu werden was ich will, und nicht nur was ich nicht will. Ich habe viel gelesen, mich ausprobiert, etc.

Im kommenden Frühjahr aber soll es dann auch für mich losgehen. Nicht mit eigenem Projekt, sondern ich möchte per Rucksack verschiedene Projekte besuchen, Lernen, und vielleicht dann irgendwo hängen bleiben.


Bin mal auf deine Dokumentation gespannt. Beim Titel hast du dich vom experiment-selbstversorgung inspirieren lassen nehme ich an? Das fand ich in seiner Frühphase sehr spannend, und ich würde mich freuen nochmal was Ähnliches zu lesen.


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BeitragVerfasst: Do 8. Okt 2015, 19:41 
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Aussteiger
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Registriert: Di 11. Mär 2014, 12:00
Beiträge: 286
Wohnort: Naturpark Schlaubetal
Hallole Daro

Schön wieder etwas zu hören von Dir. Habe Deine Fotos angesehen, nun hast Du also richtig Nägel mit Köpfen gemacht.

Sei froh, dass Du zur Zeit nicht in irgendeiner Grosstadt lebst. Im Oderbruch hast Du Ruhe , genau wie hier im Schlaubetal.

Du sagtest, es stellen sich viele vor und meistens immer im gleichen Schema F.

Nun ja, es ist ein Forum für Träumer und Realisten. Wie Morphy schon sagte, die Realisten sind hier stark in der Unterzahl.

So etwas muss vorher gut durchdacht sein, sonst wird der Traum doch schnell bittere Realität.
Und ohne "Moos" geht es schon gar nicht, was einige nicht wahr haben wollen.

Meistens aber fehlt der Wille ( wie Morphy sagt ) und nur mit Worten alleine geht es überhaupt nicht.

Reinsch, Dir wünsche ich auch viel Erfolg mit dem Projekt.

Also bis dahin, Grüsse von Andreas

_________________
»Das Herz des Menschen verhärtet, wenn es von der Natur getrennt ist.«
Standing Bear, Oglala-Häuptling


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BeitragVerfasst: Fr 9. Okt 2015, 21:08 
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Backpacker

Registriert: So 31. Mai 2015, 11:18
Beiträge: 72
>>Der Lebensstandard in einem Asylbewerberheim ist höher...

Bist Du sicher ?
ich habe letztens zwei Jungs beim Trampen aufgelesen und nach "Hause " gebracht
die wohnen in dem Asylheim im Keller zu zweit auf 6qm

_________________
Friede den Hütten


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BeitragVerfasst: So 11. Okt 2015, 16:03 
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Tunnelmensch
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Registriert: Di 20. Nov 2012, 04:09
Beiträge: 6042
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Hallo Daro!
Ausgestiegen bin ich nicht, habe aber etwas verändert in meinem Leben. Ich bin von der Großstadt wieder auf`s Land gezogen, aber dazu gehörte nicht viel. Arbeitslos war ich und meine Eltern haben einen Garten.
Im Prinzip mußt du ja auch ein Einkommen haben, oder du lebst von Erspartem, denn ohne geht es nicht in De.
Mit Viehzucht beschäftige ich mich noch nicht, aber mit der Gärtnerei. Gestern meine erste Wrukkensuppe gehabt, frei Schnauze, ohne Rezept.
Ich weiß gar nicht, was die Leute im WK I gegen die Schwedenrübe hatten.
Mein Ehrgeiz ist es alles ohne Maschinen zu machen und mich vegetarisch weitgehend selbst zu versorgen, aber da bin ich noch weit entfernt.
Das WC wurde übrigens schon vor einigen Hundert Jahren erfunden, zumindest für die feineren Herrschaften. Als jemand, der mit dem Plumsklo aufgewachsen ist, kann ich nur sagen, auch wenn ich in ner Blockhütte im Wald wohnen würde, würde ich mir da einen Anbau machen und ne Schüssel über ein Loch stellen, und wenn ich nur mit nem Eimer hinterher spüle. Bei Minusgraden über`n Hof, auf den spinnenverseuchten Donnerbalken? Da kann ich zeitlebens drauf verzichten. Es ist eben nicht alles schlecht, was die Zivilisation hervor gebracht hat.

_________________
"Leben ist nicht genug." Sagte der Schmetterling.
"Sonne, Freiheit und eine kleine Blume muß man haben!"


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