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BeitragVerfasst: Fr 27. Nov 2020, 20:12 
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Backpacker

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Aus irgendeinem Grund wollte das Universum, dass ich hier erst einen Tag später einen Vorstellungsthread eröffne (vielleicht spielt das eine Rolle, oder vielleicht auch nicht, wer weiß das schon :P ). Logischerweise werde ich den Text von gestern nicht eins zu eins rekonstruieren können. Es sind ca. 24 Stunden vergangen und es hat sich ein weeenig was getan. Kein Tag ist wie der andere und so.

Ich habe mich schon recht hier ins Forum reingefuchst. Teilweise kamen erquickende Gedanke, aber ich wurde auch mit Schwere konfrontiert (so soll es doch auch sein oder?).

Mein Name ist Jens und ich bin 26 Jahre alt. Ich kam schwerhörig auf die Welt und bekam mit 6 Jahren meine ersten Hörgeräte. Zuallerletzt probierte ich mich vor ein paar Jahren durch die neuesten und teuersten Modelle, aber auch sie vermochten mir keine komfortabelere Kommunikation (auch wenn die Tendenzen, wie bei so vielem, hin und her gehen). Wir leben halt in einer lauten Welt, da brauche ich den allgemeinen Lautstärkepegel nicht noch zusätzlich zu amplifizieren. Daher verwarf ich die Dinger vor ein paar Jahren und komme so besser zurecht. Die meisten Menschen auf der Welt, so meine These, sind schwerhörig, nur die meisten davon merkens nicht.

Ich machte einen guten Realschulabschluss auf einer Hauptschule. Dann ging ich aufs Abitur, weil ich keine Ahnung hatte, was sonst tun. In der 12. flog ich dann raus, weil ich zu viel blau machte (einfach heruntergebrochen; in Wahrheit hat alles seine Gründe, ich kann solche Sachverhalte am besten zusammenfassen, indem ich sage, dass sich gewisse Dinge eben Abstoßen, auch wenn die Leute das allgemeinhin einfach als z.B. Faulheit abstempeln). Nun, dann machte ich 2 Jahre ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem und eine 14 monatige Ausbildung in einem anderen Altenheim. Auch hier stießen sich die Dinge auseinander. Ich bin sogar meistens gerne dahingefahren, vor allem in dem Altenheim zur FSJ-Zeit, weil ich da in meinem Tempo arbeiten konnte und der Wirtschaftsfaktor nicht wie ein Dorn stach. Während der Ausbildungszeit war es dann ein wenig anders. An ein paar Tagen versuchte ich wirklich so schnell zu arbeiten wie es nur ging, aber das reichte trotzdem hinten und vorne nicht. Ich fragte den Leiter des Heims, ob man das denn nicht so einrichten könne, dass ich einfach die halbe Vergütung bekommen könnte und gut ist. Aber nee, das ist illegal. Ansonsten aber arbeitete ich auch dort in meinem Tempo und ließ micht nicht großartig mitreißen oder beirren. Naja, danach kamen einige Praktika. Beziehungsweise, darauf gehe ich einfach mal (im Gegensatz zu gestern) kurz ein, das erste Praktikum machte ich während eines zweiwöchigen Urlaubs während der FSJ-Zeit. Ich finde, jemand der ein FSJ macht, ist sich ja eh am orientieren. Solch einem sollte man doch gerne mehr Freiraum geben, was das Ausprobieren angeht, aber nee. Nun, ich mietete für das Steinbildhauerpraktikum in Dormagen ein Montagezimmer, und es war immerhin eine Erfahrung. Dieses Jahr half ich bloß einem älteren Ehepaar ein paar Straßen weiter ein wenig im Garten.


Der Auto- und Straßenabsatz

Wenn mans genau nimmt bin ich eigentlich so ziemlich das genaue Gegenteil von einem Ausgestiegenen, beziehe ich doch Hartz 4. Aber vielleicht habe ich ja gerade Freiheiten, die der herkömmliche Arbeiter so nicht hat. Mein Vater z.B., er verbringt die Nächte in einer Sicherheitsfirma, wo eine Autobahndistanz von 45 Minuten jeweils hin und zurück dazwischen liegt, wo er Kaffee säuft und ausgezehrt wird. Eigentlich weiß das jeder, jedoch bleiben die Strukturen erhalten. Ich bin einer, der keinen Führerschein und kein Auto hat. Ich finde es gut und wichtig, dass es verschiedene Tendenzen gibt. Ich sage: her mit noch mehr Tendenzen und mehr Muße bitte! Es muss ja nicht unbedingt sein, dass der ganze Autokram völlig aus der Welt geschafft gehört, aber das ist einfach alles sowas von übertrieben. Überhaupt nicht gemütlich, wie eine Mauer aus Lärm und Zähigkeit. Nun, die Umstände haben es so gemacht, dass ich derzeit direkt an einer stark befahrenen Straße wohne, der 3. Winter naht. Die Wände erzittern, das Licht der Scheinwerfer dringt in die entfernten Winkel des 3. Stocks, die Leute verbarrikadieren sich (gut ich auch, aber ich trotze so gut es geht. Aaab und zu erlaube ich es mir, eine harte Nacht bei offenem Fenster zu erleben, um zu relativieren, aber insgesamt will ich doch meine Ruhe haben.) Früher hatte ich die Fenster immer offen, außer an den kältesten Wintertagen. Die Leute sagen: stopf dir die Ohren zu, um den Lärm etwas fernzuhalten. Die modernen Architekten reden von Innovation, wenn sie SchallISOLATIONSmaßnahmen anbieten. Aber ich will mich garnicht isolieren, ich möchte Tor. Aber man gewöhnt sich ja daran ne, oder man stumpft ab, wie auch immer. Dieses Jahr fuhr ich bloß zwei mal mit dem Zug um an einer Pilzexkursion teilzunehmen und meinen Bruder zu besuchen... Bevor ich aber mit dem Bus fahre, laufe ich lieber, auch wenns Stunden dauert, wat solls. Bisher wickelte ich das allermeiste also mit dem Fahrrad ab, aber die reinste Art der Fortbewegung ist für mich das Gehen. Also mal angenommen, ich wäre einer geworden, der den Führerschein gemacht und ein Monster, äh, ich meine Auto erworben hätte. Dann würde jetzt hier ein ganzes weiteres solches Dingen herumstehen, wo doch eh alles ultra eng ist: Haustür, ein paar Meter Weg, Straße. Letztens hat es sich ergeben, dass ich bei jemanden schlief, wo unweit die Züge fahren. Da erzittern die Wände wahrhaftig!

Ich finde es ja immer cool unter anderen Bedingungen zu schlafen. So schnappte ich mir letztes Jahr im Sommer z.B. an einem Nachmittag spontan das Zelt und pennte auf einer Müllhalde... Ich nahm quasi nur das Notwendigste mit plus Traumtagebuch. Der Lärm ist auch hier allgegenwärtig, aber er ist weiter weg. Ich konnte den Morgen besser begrüßen. Oder diesen Sommer verbrachte ich ein paar Tage an einem See, wovon ich die erste Nacht einfach unter offenem Himmel schlief. Sowas muss ich mir einfach ab und zu holen. Der nächste Tag brach für mich an, noch ehe die Sonne aufging. Hier wo ich wohne, gelingt mir das garnicht, ich bin abgeschnitten. Einmal schlief ich einfach ohne alles im Wald, wo es kein Sommer war. Die Kälte klopfte an der Tür und ich wachte ein paar mal auf, aber ich spürte keine Bedrohung, also bekam ich die Nacht gut um.

Mh, mir fällt gerade nichts mehr ein, daher lasse ich das einfach mal so stehen.

Grüße


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 27. Nov 2020, 20:12 


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BeitragVerfasst: Fr 27. Nov 2020, 20:40 
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Tunnelmensch
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willkommen ins forum :)

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Mit dem Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit steigt die Wertschätzung der eigenen Lebenszeit.
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BeitragVerfasst: Fr 27. Nov 2020, 21:18 
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Backpacker

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Danke dir und höflichkeitshalber auch danke an morpheus, habe nämlich heute mittag vergessen mich bei dir zu bedanken im chat fürs Willkommenheißen. :p


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BeitragVerfasst: Fr 27. Nov 2020, 23:14 
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Schamane
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Moin Jens,

willkommen im Forum. Danke für deinen tollen Vorstellungsthread und damit die Chance, einen Einblick, von dir gewinnen zu dürfen! :daumen

Genieße die Zeit hier und vielleicht lässt du uns ja wissen, was der morgige Tag dir so bringt...

Beste Grüße aus Mexiko

Sebastian :bandit:

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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2020, 03:19 
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Backpacker

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Schwer zu sagen... wie es um den gestrigen Tag bestellt ist. Im Gegensatz zu jemandem aus dem Norden, der den Tag schon früh beim Schopfe gepackt hat, startete mein Tag relativ spät. Ich tat sehr wenig und das Kochen nahm den größten nicht-auf-den-Bildschirm-guck-Anteil des Tages ein, neben unter anderem ein wenig Kartographiebetreibung, wo ich auf Papier guckte und nicht in Kunstlicht.

Ich habe mir gestern seit Wochen einen zehner Weed geholt und am Abend geraucht. Gebaut wurde er aus einer halben Zigarette von meinem Vater, welche ich ihm vorgestern abzog. Vorgestern war ich halt bei ihm, was ich wöchentlich tu und ich rauchte endlich mal nur EINE Zigarette bei ihm. Die Woche davor als ich bei ihm war, rauchte ich 2 Zigaretten da. Wäre ich ein besserer Sohn, wäre ich meinem Vater ein größeres Vorbild. Es ist traurig, aber irgendwie auch heldenhaft oder so, dass die Kinder den Eltern ein Beispiel sein soll(t)en. Man zieht sich halt auch gegenseitig in die swampige möchtegern-Wohlfühlwanne. Ansonsten keine Zigaretten gerade seit 8 Jahren. Zwischendurch hab ich mal öfters bis zu 3 Tage nichts geraucht, aber ich stelle gerade neue Rekorde auf. Naja, vorhin habe ich mir den zweiten und letzten jib gebaut und die Spitze ist schon verbrannt. Wenn wir schon beim Thema drugs sind, ich habe seit Monaten keinen Kaffee zu Hause. Ansonsten habe ich ihn immer selber gemahlen und den Kaffee dann gesammelt und das meiste gut trocken gekriegt. Aber Kaffee wächst ja garnicht hier. Ich versuche immer alles ein wenig rotieren zu lassen. Z.B. hole ich mir gerade keine Zitronen, weil sie nicht hier wild wachsen so weit ich weiß. Joa


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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2020, 14:44 
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Tunnelmensch
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Eicheln wachsen hier. Guter Kaffeeersatz.

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"Sonne, Freiheit und eine kleine Blume muß man haben!"


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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2020, 14:54 
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Tunnelmensch
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Warum pennt man eigentlich auf ner Müllhalde?

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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2020, 15:04 
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Backpacker

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Ist mir auch aufgefallen, die Formulierung war nicht ganz richtig. Also das war son Müllberg, also war schon Erde und Wiese. :lach:


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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2020, 15:39 
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Tunnelmensch
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renaturiert :D

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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2020, 15:42 
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Tunnelmensch
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Na da gibt es doch sicher besseres.
Du hast keine Angst? Wenn ich im Dunkeln durch die Heide fahre -das ist ein Wald- denke ich schon an Frau Hulda, Jerseydevil, Mothman und so.

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BeitragVerfasst: So 29. Nov 2020, 16:19 
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Backpacker

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Nun, in der Nacht auf besagtem Berg schreckte ich einmal aus dem Schlaf. Ich ging pinkeln und plötzlich hörte ich jemanden auf türkisch/arabisch von weiter weg laut singen. Geträumt hatte ich, dass jemand hinter mir her ist und ich blindlings drauf los renne (mit dem Zelt noch um mich irgendwie) und den Berg hinunterkullere. Aber insgesamt war es doch ganz erfrischend.

Was besseres gibts immer, aber das war das Beste, was sich in der Situation so hervorgequillt hat.


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