Aussteiger und Selbstversorger Forum

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BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 13:04 
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Elirithan hat geschrieben:
aber da wir die Spitze der Nahrungskette sind, und es infolge immer Probleme gibt, ist es sinnvoll, dass wir von Naturwegen unser eigener Wolf sind.

Was meinst du würde dabei rauskommen?
Zitat:
Ich betrachte es als komplett sinnlos unsere aggressive Natur so zu unterdrücken wie es aktuell geschied, da generationenübergreifender Triebverzicht nur den Maßstab der Abreaktion vergrössert.

Erste Frage wäre für mich, ob der Mensch überhaupt eine aggressive Natur in diesem Sinne hat. Ein Teil der Menschen neigt dazu. Ich hätte keine Lust darauf, daß wir uns selbst gegen plünderte Horden verteidigen sollten. Und solche Horden bilden sich zumindest heutzutage schnell mal in einem Machtvakuum (aus denen haben sich vermutlich früher auch manche Staaten entwickelt).

Ich erkenne auch nicht, wo da der große Unterschied liegen soll zwischen Lynchjustiz gegenüber Dieben und einer Verhaftung durch Polizei.

Ich würde sagen, daß es mindestens genauso in der Natur des Menschen liegt mit solchen Zuständen nicht selbst ringen zu müssen.
Zitat:
die heutige Zivilisation in ihrer schriftbezogenen Überkultiviert aufzugeben

Schrift finde ich gut.
Zitat:
könnten wir so vielleicht auch verhindern allesamt Opfer eben dieser Maschinerie zu werden.

Der Staat hat sich inzwischen viel zu viel Raum verschafft, das ist offenbar leider immer wieder ein Effekt dieser Machtverteilungen. Ich denke aktuell, daß es auf die Auslöschung des Menschen hinausläuft, wie man ihn heute versteht. Wir erleben bereits die Anfänge einer gentechnischen Züchtung des Menschen zu braven folgsamen Bürgern. Genau aus diesem Grund wundert mich, daß du die Sprache dieser Tendenz (der Psychomedizin) benutzt. Da könntest du dich auch "arisch" nennen und dann erklären, daß deine Definition das ganze Gegenteil davon ist, was man sonst unter "arisch" verstand.
Zitat:
Auf jeden Fall steht es Dritten nicht zu darüber zu urteilen wenn hier freier Wille vorliegt.

Früher spielten gesellschaftliche (eingebildete) "Zwänge" dabei auch eine große Rolle, so einfach ist also auch das nicht, wenn wieder irgendein Ehrenverständnis daran geknüpft würde und man Menschen und ihre Familien massiv ausgrenzen würde, die da nicht mitmachen wollten.

Ich wünsche mir eine pluralistische Welt, die im Rahmen grundlegender Werte nicht auf solchem Druck beruht, die möglichst viel Freiraum läßt und diesen als Ziel versteht. Das ist momentan in vielerlei Hinsicht nicht gegeben.
Zitat:
Auch Diebstahl ist eine sehr relative Sache, da es immernoch Landbesitz gibt, der als Vater des Diebstahls zu sehen ist, solange dies so ist kann ich keinen kleinen Dieb wirklich verdammen

Mit solchem Gegeneinanderaufrechnen von Unrecht kann ich nichts anfangen. Eigentum an Land würde ich auch deutlich nicht als Vater des Diebstahls betrachten.
Zitat:
hier wäre es sinnvoll vom Territorialanspruch zum Denken in Personenverbänden zu wechseln - allein weil dies Monopolisierung von Lebensraum in den Händen weniger erschwert. Das heisst eventuell jenseits umfriedeter Dörfer das Land als "wilden Raum" zu definieren.

Außerhalb der Einfriedungen sind Äcker. Sollen Dörfer dann ihre Äcker einfrieden? Aber ein allgemeines Recht würde es nach deiner Vorstellung ja eh nicht geben. Ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich durchdacht hast, wie das Leben unter solchen Bedingungen aussehen könnte.
Zitat:
In ihr fehlt das Bewusstsein dass Schmerz in der Gegenwart notwendig ist für Kontinuität und damit eine Zukunft der eigenen Kinder.

Ich denke auch, daß das Streben zu mehr Leidlosigkeit das Leiden eher potenziert.

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Verfasst: Mi 19. Okt 2016, 13:04 


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BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 17:16 
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Was meinst du mit diesem Sprachgebrauchsdings? Der grösste Teil der Sprache ist schlicht arbiträr, sie überträgt ja auch bloss gedankliche Bilder - nur gibt es keine Garantie, dass zwischen zwei Kulturen auf die selben Worte auch die selben Bilder/Symbole konnotiert sind.... und ja ich habe Teile des "psychomedizinischen" Wortschatzes assimiliert, so wie vieles andere auch..... nur darin sehe ich kein Problem ;-) - wir können also gerne über neue Wortdefinitionen reden.


Ich denke einfach auch, es wäre sinnvoll diese expandierte und hochgradig verfilzte Staatsmacht radikal rückzubauen. So dass das, was man vielleicht als imperiales Rahmenwerk sehen kann, nur noch essenziell den Zweck der Aussenverteidigung übernimmt. Im Grossen und ganzen sehr ähnlich dem alten Frankenreich bzw später dem heiligen Römischen Reich vor der Reformation. Im Grunde bloss eine lose Klammer über unzähligen lokalen Stämmen, Kleinstaaten, Glaubensgemeinschaften, Ortschaften, Sekten als kulturtragende voll handlungsfähige Entitäten usw.... Also ein irreguläres Geflecht aus hochgradig fragmentierter Souveränität.

Mir ist die Vorstellung eines modernen Nationalstaats mit einer Verfassung schlicht zutiefst zuwider (so wie auch die meissten verkorksten aus irgendwelchen Studierzimmern stammenden sozialen Ideen der Aufklärung) - einfach da solche Gebilde kaum eine heimelige Atmosphäre bieten eigene Wege zu begehen, oder sich kulturell zu entfalten - sie glauben fest an eine normierte Realität - die aber so einfach nicht vorliegt. Echte Pluralität können sie auch nicht liefern, denn ich kann nurnoch "das System" in jedem Teil erkennen. Es ist a priori gesagt meine Beobachtung, dass man sich seine Kultur erkämpft und nicht in einem "Schonungsraum" zusammenspinnt.... das heisst eine Atmosphäre mit einem moderaten Maß an Friktion ist notwendig für jede Entwicklung. (einer der Gründe warum ich mitunter den Wohlfahrtsstaat ablehne)


Ich denke was die Schiftlichkeit betrifft, so ist es erz unsinnig allgemeine Gesetze zu definieren - aus bereits genanntem Grund - Ich denke es ist sinnvoller, dass sich jeder einfach selbst seine "pappenheimer" merkt und Wege sucht mit ihnen zu verfahren. Es ist nicht Aufgabe irgendeiner übergeordneten Defensivallianz sich um persönliche Angelegenheiten zwischen ihren Gliedern oder deren Angehörigen zu scheren. In mehr als einer solchen Allianz sehe ich weder einen Zweck noch einen Nutzen - ich glaube, das was ich meine nennt man Minarchie....

Das Aufrechnen von Unrecht wie auch Gefallen stellt für mich grundsätzlich den Kern meines Rechtsverständnisses dar - und definiert damit wer Freund und wer Feind ist und gleichzeitig wann man mit etwas quit wäre..... das andere System mit seinen definierten "Untaten" leuchtet mir schlicht nicht ein, da in meinem Hintergrund die Wiedergutmachung oder "das Quit sein" das Ziel ist und nicht die Strafe für ein Vergehen gegen irgendein willkürliches wie saudummes Prinzip. So kann eine Handlung die in dem fix definierten System ein "Verbrechen" wäre, beispielsweise die Lösung für ein viel schwerwiegenderes Problem sein - und so das Ziel der Leidreduktion besser nähern als ein Dogma. In Praxis beobachtet man oft, dass Missstände oder Fehlsteuerungen Folge von dummen Gesetzen sind, inzwischen möchte ich sogar behaupten 80% dessen was schief läuft, liegt sogar in dem realitätesfernen Legalitätsprinzip begründet - weil schlicht viele Gesetze nur zum Schutz der Interessen eines Klientels dienen, und mehr nicht (Auch wieder Folge des verdrehten Gesetzfindungsprozesses heutzutage).
Ausserdem ist die Justiz heute wie alles ein durchökonomisiertes Geschäft in diesem Falle eben des Strafens, also an und für sich mit einem Eigeninteresse zur ständigen Eskalation versehen - dabei besitzt die damit befasste Adeptenschaft ein negatives volkswirtschaftliches Gesamtergebnis , dessen Belastung auf den arbeitenden Bevölkungsteilen kontinuierlich wächst, und aufgrund seiner Undurchsichtigkeit zu enormer Verunsicherung beträgt.

Letztenendes reagiert der Mensch als Tier ja nur auf seine Umwelt, und so sollte auch die Gemeinschaft nur reagieren, und zwar so dass die Reaktion variabel und unkonventionell bleiben kann.

Ich strebe übrigens keine Leidlosigkeit an, ich denke Leid ist notwendig in dieser Existenzform, denn an ihm kann man wachsen - Leidreduktion ist mir daher begrifflich lieber - weil einfach auch realistischer und keine Utopie. Denn es war die Jagd nach Utopien die uns zwei Weltkriege und weiteres Unheil beschert hat - etwas mehr Schicksalergebenheit wäre demnach die sinnvollere Grundhaltung.


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BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 18:36 
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Wow..Elirithan

Ich empfinde deine Ansichten/Erkenntnisse dem logischen Denken sehr entsprechend.
Da gehe ich sehr gern konform...mit dir.*wunderbar*
Der einzige Punkt ,auch wenn er wahr sein mag...

Ich habe es noch nie verstanden...*Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht*
Warum ist der Mensch so unlogisch...warum kann er nicht einmal in der Not sein Ego loslassen,warum bildet sich selbst im Modder eine Hierachie?
Warum kann eine Zusammenarbeit zum Besseren für alle nicht stattfinden?
Wenn alle in der Scheisse sitzen,warum arbeitet man nicht zusammen?
Ich nenne das bodenlose Dummheit.Ein Grund warum ich lieber ein einsamer Wolf bleibe.
Dann kann man mich wenigstens nicht bescheissen

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"I believe in the Power of I don't know"
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BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 18:56 
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Elirithan hat geschrieben:
und ja ich habe Teile des "psychomedizinischen" Wortschatzes assimiliert, so wie vieles andere auch..... nur darin sehe ich kein Problem

Deswegen merkte ich es an. Dieser Wortgebrauch auch durch viele andere steht für die gefährlich unkritische Haltung zur heutigen Medizin. Dabei halte ich diese Medizin für wesentlich gefährlicher als alle Nazis zusammen. Kernproblem ist schon, daß sie sich normative Deutungshoheit darüber anmaßt, was der Mensch an Eigenschaften haben soll und was nicht. Und die Richtung in die das geht ist unter anderem verwoben mit Interessen des Großkapitals.
Zitat:
Im Grossen und ganzen sehr ähnlich dem alten Frankenreich bzw später dem heiligen Römischen Reich vor der Reformation. Im Grunde bloss eine lose Klammer über unzähligen lokalen Stämmen, Kleinstaaten, Glaubensgemeinschaften, Ortschaften, Sekten als kulturtragende voll handlungsfähige Entitäten usw.... Also ein irreguläres Geflecht aus hochgradig fragmentierter Souveränität.

Das beruhte auf einem Lehenssystem?
Zitat:
Mir ist die Vorstellung eines modernen Nationalstaats mit einer Verfassung schlicht zutiefst zuwider

Der Nationalstaat war eine Antwort auf den Ständestaat und daraus erwachsener Ungleichheit. Im Ständestaat ist der eigene Stand emotionaler Identifikationsbasis, auch Basis von Solidarität. Im Nationalstaat ist es soetwas wie die Bevölkerung des Herrschaftsgebiets. Ich finde, es hat Vorzüge eine ideelle Klammer zu haben für alle Menschen, die mehr oder weniger fest in einem Gebiet leben. Noch lieber wäre mir, wenn das ohne Nationalstaaten funktionieren würde, aber ohne irgendwelche Weltalleinrettungsallüren basierend auf fragwürdiger Sachstandsanalyse. Insofern finde ich auch räumliche Grenzen wichtig, schon um Vielfalt zu gewährleisten.
Zitat:
Es ist a priori gesagt meine Beobachtung, dass man sich seine Kultur erkämpft und nicht in einem "Schonungsraum" zusammenspinnt....

So ist sie ja wohl auch entstanden, die Bürgergesellschaft mit einigen wenigen demokratischen Elementen und meistens faktischer Klüngelherrschaft? Freiwillig sind die Monarchen ja nicht gegangen.
Zitat:
Ich denke was die Schiftlichkeit betrifft, so ist es erz unsinnig allgemeine Gesetze zu definieren - aus bereits genanntem Grund

Also wegen der Auslegungsproblematik? Manches kann man aber ja schon recht eindeutig formulieren, so daß es lediglich eine unabhängige und integre Justiz bräuchte, die es hierzulande wohl noch nie wirklich gab.

Ich finde die Idee von Grundrechten durchaus begrüßenswert, sie sind ja nicht zuletzt als Schutzrechte gegenüber dem Staat entstanden. Wobei heute weiter der Staat selbst über sie wacht, was natürlich wenig optimal ist.
Zitat:
Ich denke es ist sinnvoller, dass sich jeder einfach selbst seine "pappenheimer" merkt und Wege sucht mit ihnen zu verfahren.

Du unterstellst, daß sich da ohne entsprechende neue auf Revieren beruhende Gewaltstrukturen etwas halbwegs erfreuliches durchsetzen würde? Oder wäre es dir egal in einer dystropischen Gesellschaft a la Mad Max zu leben?
Zitat:
das andere System mit seinen definierten "Untaten" leuchtet mir schlicht nicht ein, da in meinem Hintergrund die Wiedergutmachung oder "das Quit sein" das Ziel ist und nicht die Strafe für ein Vergehen gegen irgendein willkürliches wie saudummes Prinzip.

Es ist das Recht des Staates, du kannst es ja anders sehen. Glaubst du solche Systeme würden nicht wieder sehr schnell entstehen, würde dieses wegbrechen? Wenn auch vielleicht erstmal weniger verwachsen z.B. aufgrund geringeren Alters?
Zitat:
In Praxis beobachtet man oft, dass Missstände oder Fehlsteuerungen Folge von dummen Gesetzen sind, inzwischen möchte ich sogar behaupten 80% dessen was schief läuft, liegt sogar in dem realitätesfernen Legalitätsprinzip begründet

Wenn man so will.
Zitat:
und aufgrund seiner Undurchsichtigkeit zu enormer Verunsicherung beträgt.

Ja, es fehlt mindestens ein geeignetes Gegengewicht, wie auch immer das theoretisch aussehen könnte.
Zitat:
Ich strebe übrigens keine Leidlosigkeit an,

Das hatte ich verstanden.
Zitat:
ich denke Leid ist notwendig in dieser Existenzform, denn an ihm kann man wachsen

Es kann notwendig sein, würde ich sagen. Manche wachsen auch anders.
Zitat:
Leidreduktion ist mir daher begrifflich lieber - weil einfach auch realistischer und keine Utopie.

Wie soll man es reduzieren?
Zitat:
Denn es war die Jagd nach Utopien die uns zwei Weltkriege und weiteres Unheil beschert hat

Wo siehst du die Verbindung zu den Weltkriegen, besonders zum ersten?
Zitat:
etwas mehr Schicksalergebenheit wäre demnach die sinnvollere Grundhaltung.

Ja.

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BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 20:19 
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Die Medizin und ihre Erkenntnisse sind Werkzeuge, Facetten sichtbar von einem bestimmten Standpunkt aus, dreht man die Perspektive kann man andere valide und weniger valide Schlüsse ziehen.... aber nichts liegt mir ferner als die Magie welche bestimmter Technologie innewohnt in ein einziges formales System einzuzwängen - widerspricht auch einfach der Erfahrung, dass das mit allem funktionieren würde. Ich setz ein, was ich für richtig halte, die Quelle interessiert nicht, es ist ohnehin reizvoller beim Arkanprinzip zu bleiben - schlicht weil es sich besser anfühlt.

Ja das war ein Lehenssystem, ist ja auch an sich ne gute Sache a priori davon auszugehen, dass alles nur geliehen ist. Ich befürworte diesen Grundgedanken, nur die Struktur von damals ist durch die technische Realität stellenweise überholt.

Nein nicht in meiner/unserer Geschichtsinterpretation, bei der Staaten in erster Linie als Gewaltdienstleister zu verstehen sind, Gewalt ist an sich ihr einziger Zweck - insofern der Nationalstaat folgt aus der Reorganisation des Militärs, Die Zeit Revolutionen war der Vorgang der Übernahme des Prinzips des stehenden Heeres in die nicht mit der Kriegsführung befassten Bevölkerungsteile. Das mit der Gleichheit ist schlicht belanglose Propaganda, die Leute haben das damals gerne geschluckt, da die besagte Form des Heereswesens bereits enorm auf ihm lastete - insofern haben sie durch ihr Aufbegehren nur den Bock zum Gärtner gemacht und sein einzig sinnvolles Regulativ entfernt - nämlich die dynastisch mit einer Langzeitperspektive wirtschaftende Adelsschicht.
Gleichheit spielt in meinem Wertekanon kaum eine Rolle, da sie nicht in natura beobachtbar ist, einzig im Zusammenhang des Schiedspruches vor einem Tribunal ergibt sie sich als zwingende Grundannahme.

Ja ich denke auch innerhalb eines Gebietes ist es sinnvoll wenn eine gewisse Grundähnlichkeit vorhanden ist, allerdings ist die Grösse des Gebietes das zu einer Untergruppe lose gehört, abhängig von ihrer Überschussfunktion, also folgt aus ihrer besonderen Anpassungsstrategie. Was vermutlich bei einer Bergfreiheit anders ausfällt, als bei einer auf Ackerbau ausgerichteten Dorfgemeinschaft, oder einem Clan der sich auf Metallverarbeitung sehr gut versteht....

Ok ich glaube wir haben unterschiedliche Geschichtsbilder.... hier kurze Erläuterung meiner keineswegs Anspruch auf Universelle Richtigkeit erhebenden Sichtweise im Moment:

In Deutschland war das Abdanken der Monarchen folge eines Krieges gegen das was heute "das System" heisst, oder das was die meissten heute diffus so bezeichnen... der Umsturz kam nicht origin von der Mehrheit des Volkes oder wurde von ihr getragen, er war vielmehr Folge eines gesellschaftlichen Identitätsverlustes infolge erschöpfter Kräfte. Deswegen schwang das Pendel später umso vehementer zum Endstadium des demokratischen Verfallszustandes und bescherte uns eine der harschesten Diktaturen der aufgezeichneten Geschichte... Die faschistische Diktatur ist eins mit der Demokratie, zwischen ihnen zu trennen ist närrisch, da es sich um unterschiedliche Stadien der selben Krankheit handelt.
Du beziehst dich in deiner Beschreibung wohl eher auf Frankreich, selbiges hat aber eine völlig andere Historie, die nicht auf die Fragmente des alten Reiches anwendbar ist. Sehr interessant ist, dass während der Französischen Revolution alle Stadien im Schnelldurchgang durchlaufen wurden, von anfänglicher Minimalkonsenssuche über das Direktorium bishin zum Terreur....
An sich ist dieser Verlauf im Denken des bürgerlichen Standes bereits angelegt, da sie ihr Alltagsverhalten und seine Muster , also die Erwerbstätigkeit mit ihrem kurzfristigen Profitstreben in den Bereich der Administration des Gemeinwesens hineingetragen haben - wo er natürlich mit den Zkylen der Äonen früher oder später aus dem Tritt geraten musste - und es weiter tut seit mehr als 200Jahren.... Dieser Transfer begann allerdings schon vor dem Revolutionsgeschehen...
Insgesamt schwieriges Thema ich vermute aus deiner Schreibweise, dass du die jakobinische Lesart bevorzugen dürftest.

Zu den heutigen Grundrechten, ich weiss nicht ob selbige jenseits eines "Welpenschutzes" von Geburt an so zweckmässig sind. An sich präferiere ich einen klassischeren Ansatz mit progressivem Erwerb spezifischer Berechtigungen, quasi im Sinne von Initiationsstufen.
Problem bei fixen Rechten ist, wenn sich besondere Härten ergeben, so kann stures Beharren auf ihnen die gesamte Gruppe in den Untergang reissen - dies kann kaum sinnvoll sein. Ich werte sie also folgerichtig als eine Kuriosität des fossilen Brennstoffzeitalters und seiner Energieschwemme während einer relativ klimatisch günstigen planetaren Situation.

Ich denke nicht, dass in Europa früher ein Mad Max Szenario vorherrschte, jedenfalls nicht bevor uns irgendwelche Kellerkinder mit ihren idealistischen Utopien ins straucheln brachten. Allein im 20Jhd war mehr MadMax als in der gesamten Zeit davor - und alle diese Gebilde die das Chaos potentierten beriefen sich auf irgendwelche "Revolutionen". Nazionalsozialisten, Bolschewiken, Sozialisten, Demokratisten+Faschisten usw haben alle die gleiche Wurzel und streben alle Totalitarität an.... Nach Plato sind sie alle die Extremen Zerfallsprodukte diverser synthetischer Demokratieexperimente.
Deswegen keine Bedürfnisse wecken die man nicht auf dauer Befriedigen kann oder sollte.

Der Staat hat in meinem Erachten nur einen Sinn, zu dienen, als Waffe. Ob zur Verteidung oder zum Angriff liegt im Ermessen des Benutzers.
Und hier liegt auch der Bezug zu den Weltkriegen... ohne Nationalidee sind die Völkerschlachten der Neuzeit an sich undenkbar.

Kunst ist es also effektiv grob die Stabilität wie in einem Staat zu generieren ohne wirklich einen zu brauchen oder gar aufzubauen ;-) etwas das in dem was heute Deutschland heisst fast 1000Jahre funktioniert hat.


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BeitragVerfasst: Mi 19. Okt 2016, 21:13 
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Ging es hier mal um Obdachlose? Viele von ihnen moechten so leben. Nur mal so zum Thema.

Und Finger weg von der modernen Medizin 💊 ohne die ich schon längst tod waere.

Ich kann dich und deine Affinität zum Feudalsystem nicht verstehen Eli.
Das heilige römische Reich war nicht per Definition so wie es war, sondern weil die Kaiser zu schwach waren. Freiheit gab es damals keine. Innerhalb der Fürstentümer herrschte genau die Unfreiheit die ihr heute anprangert.
Auch verstehe ich nicht wieso man die Demokratie wenn es sie gaebe so verteufeln kann und mut Faschismus gleich setzen. Faschismus war eine Diktatur. Demokratie ist Anarchie und die ist erstrebenswert.

Frosch hat der gut beobachtet das hinter den Duellen auch gesellschaftlicher Zwang steckte. Ist so wie wenn heute behauptet wird alle Maedchen aus dem islamischem Kulturkreis wuerden das KT freiwillig tragen.

Die Zerstörung der Natur finde ich schrecklich, aber ich bin froh in einer der freiesten Gesellschaften zu leben die es seit ueber Tausend Jahren gab.

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"Leben ist nicht genug." Sagte der Schmetterling.
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BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2016, 07:02 
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straycat hat geschrieben:
Wenn alle in der Scheisse sitzen,warum arbeitet man nicht zusammen?
Ich nenne das bodenlose Dummheit.

Ja ist es! Wer aber im "Ellenbogensystem" aufgewachsen ist wird das nicht wieder los. Die die sich zusammen tun können (die passende Einstellung dazu haben und das gegeneinander "ablegen") die schaffen es sicher auch wieder etwas aufzubauen.
Megalitiker hat geschrieben:
Ging es hier mal um Obdachlose? Viele von ihnen moechten so leben. Nur mal so zum Thema.


Jupp, es gibt da große Unterschiede. Die die OFW leben wollen, haben sich dazu entschieden und denen wird man es nicht ansehen.

Andere die in die Obdachlosigkeit "gerutscht" sind schaffen es entweder wieder raus oder hängen dann da fest. Und nur die letzteren nimmt die Gesellschaft als negativ war.

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Was wir in dieser Welt brauchen sind ein paar Verrückte mehr, denn seht wohin uns die Normalen gebracht haben. "George Bernard Shaw"
Glaubt an morgen und pflanzt einen Baum.


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BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2016, 12:27 
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Megalitiker hat geschrieben:
Ging es hier mal um Obdachlose?

Um die Frage, wieso viele in Ballungsräumen festzuhängen scheinen. Davon ging der Blick dann etwas in die Weite, was dem Threaderöffner jedoch zuzusagen schien.
Zitat:
Viele von ihnen moechten so leben.

Ich zweifle. Etliche scheinen mir auf die eine oder andere Art mit der Menschheit gebrochen zu haben? Ob man das mit "so leben möchten" beschreiben kann?
Zitat:
Die Zerstörung der Natur finde ich schrecklich, aber ich bin froh in einer der freiesten Gesellschaften zu leben die es seit ueber Tausend Jahren gab.

So pauschal kann man das glaube ich nicht sagen. Die Art von Freiheit hat sich immer mal gewandelt. Manche Arten von Freiheit gab es in früheren Zeiten viel umfassender.

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BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2016, 12:47 
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Hallo 🙋 Frog! Das war keine Vermutung von mir. Hab mal ne Reportage über Berber in Hamburg gesehen. Einige haben da geschwärmt vom freiem Leben, Nachts am Elbstrand am Lagerfeuer unter freiem Himmel sitzen und so.
Nicht nur Alkoholismus und Geldausgabestelle sind Schuld an der Immobilität, auch die lukrative Bettelei in der Stadt.
Nicht alle sind Naturfreaks oder lieben das Landleben. Ach ja, dazu kommt noch die billige oder kostenlose Essenausgabe.
Fuer mich waere ein Leben ohne Dach ueberm Kopf der Horror.

Ich wüsste jetzt nicht was es im MA fuer den kleinen Mann 👨 fuer Freiheiten gab. Frei muessen die ersten Siedler in Island, Grönland und Amerika gewesen sein. Weder Kirche ⛪ noch andere Obrigkeit konnte denen in Amerika was anhaben. Nur feindliche Indianer gab es.

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BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2016, 12:55 
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Megalitiker hat geschrieben:
Das war keine Vermutung von mir. Hab mal ne Reportage über Berber in Hamburg gesehen. Einige haben da geschwärmt vom freiem Leben, Nachts am Elbstrand am Lagerfeuer unter freiem Himmel sitzen und so.

Die gibt es sicher. Gerade TV-Dokumentationen entstehen zumindest derzeit allerdings oft so, daß jemand sich das Ergebnis überlegt und man dann losgeht um dazu passende Aufnahmen zu machen. Die Beweiskraft ist leider oft viel geringer als mancher immer noch naiv annimmt. Es wird sehr viel verzerrt und künstlich inszeniert. Mit der Realität hat das oft nicht viel zu tun.
Zitat:
die lukrative Bettelei in der Stadt.

Denke ich mir auch.
Zitat:
Ach ja, dazu kommt noch die billige oder kostenlose Essenausgabe.

Ja.
Zitat:
Ich wüsste jetzt nicht was es im MA fuer den kleinen Mann 👨 fuer Freiheiten gab.

Das Mittelalter war eine Epoche in der es riesige Unterschiede gab. Manchmal lief es so, dann wieder so. Man konnte wegwandern, wenn man wollte, man war nirgendwo registriert, geschweige denn gab es auch nur ansatzweise eine solche Überwachungskontrolle wie heute. Der Staat durchdrang viel weniger das Leben.

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BeitragVerfasst: Do 20. Okt 2016, 14:02 
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Elirithan hat geschrieben:
Die Medizin und ihre Erkenntnisse sind Werkzeuge, Facetten sichtbar von einem bestimmten Standpunkt aus,

Es ging um die Zielsetzung, nicht um Werkzeuge, die man auch in Frage stellen kann. Die Zielsetzung halte ich für geführlicher und die hat auch nichts mit Wissen zu tun. Es handelt sich um gefährliche Dogmen, die erstaunlicherweise von kaum jemandem ernsthaft in Frage gestellt werden. Das kann einem mitunter schon fast vorkommen wie in der Johannesoffenbarung:

"Und kein Licht der Lampe leuchte mehr in dir! Und nimmer soll in dir die Stimme eines Bräutigams und einer Braut gehört werden! Denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde; denn alle Völkerschaften wurden durch deine Pharmazie (pharmakeia) irregeführt; und in ihr wurde das Blut der Propheten und Heiligen und aller Erschlagenen auf Erden gefunden."
18,23f
Zitat:
Ja das war ein Lehenssystem, ist ja auch an sich ne gute Sache a priori davon auszugehen, dass alles nur geliehen ist. Ich befürworte diesen Grundgedanken, nur die Struktur von damals ist durch die technische Realität stellenweise überholt.

Nun vergab ein Kaiser oder sonein Obermacker ja Lehen für bestimmte Gebiete an bestimmte Angehörige des Adelsstandes. Gegen Geld oder Waren, wenn ich mich nicht irre. Herrschaft über niedere Stände wurde also gehandelt, die dann entsprechend "bewirtschaftet" wurden. Erstebenswert finde ich das nicht gerade. Es ging ja hier auch um Freiheiten, darum, daß verschiedene Systeme in einem lockeren Verbund existieren könnten. Aber dafür müßten sie die Gelegenheit haben frei zu entstehen?
Zitat:
In Deutschland war das Abdanken der Monarchen folge eines Krieges gegen das was heute "das System" heisst, oder das was die meissten heute diffus so bezeichnen...

Damit meinst du 1848 oder Weimar?
Zitat:
der Umsturz kam nicht origin von der Mehrheit des Volkes oder wurde von ihr getragen,

Das ist auch praktisch nie wirklich der Fall in irgendeiner Hinsicht?
Zitat:
Die faschistische Diktatur ist eins mit der Demokratie, zwischen ihnen zu trennen ist närrisch, da es sich um unterschiedliche Stadien der selben Krankheit handelt.

Eine Krankheit also.
Zitat:
An sich ist dieser Verlauf im Denken des bürgerlichen Standes bereits angelegt, da sie ihr Alltagsverhalten und seine Muster , also die Erwerbstätigkeit mit ihrem kurzfristigen Profitstreben in den Bereich der Administration des Gemeinwesens hineingetragen haben

Da ist wohl was dran. Wenn auch die kurzen Wahlzyklen dabei ihre Rolle spielen.
Zitat:
An sich präferiere ich einen klassischeren Ansatz mit progressivem Erwerb spezifischer Berechtigungen, quasi im Sinne von Initiationsstufen.
Problem bei fixen Rechten ist, wenn sich besondere Härten ergeben, so kann stures Beharren auf ihnen die gesamte Gruppe in den Untergang reissen - dies kann kaum sinnvoll sein.

Was für "stures Beharren" wäre das? Ich bevorzuge ein Konzept der Menschenwürde, das von der Zeugung an unterschiedslos gilt. Es ist auch kein modernes Konzept, sondern in seinen Grundzügen viel älter.
Zitat:
ohne Nationalidee sind die Völkerschlachten der Neuzeit an sich undenkbar.

Meinst du antike Kriege hätten anders ausgesehen mit entsprechenden Möglichkeiten?

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Der Leibeigene Bauer konnte nicht so einfach weg und Geburtenregister gab es schon. Der Grundherr wusste wer zu seinem Dorf gehoert.

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Megalitiker hat geschrieben:
Der Leibeigene Bauer konnte nicht so einfach weg

In manchen Gebieten mag das so gewesen sein. In anderen gab es sowas gar nicht.
Zitat:
und Geburtenregister gab es schon.

Worauf beziehst du dich?

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Auf die Kirchenregister.

Das MA ist nicht nur zeitlich sondern auch räumlich begrenzt und vermutlich nicht genau definiert. Gib mal ein Beispiel.

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"Leben ist nicht genug." Sagte der Schmetterling.
"Sonne, Freiheit und eine kleine Blume muß man haben!"


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BeitragVerfasst: Sa 22. Okt 2016, 12:01 
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Zitat:
Es ging um die Zielsetzung, nicht um Werkzeuge, die man auch in Frage stellen kann. Die Zielsetzung halte ich für geführlicher und die hat auch nichts mit Wissen zu tun. Es handelt sich um gefährliche Dogmen, die erstaunlicherweise von kaum jemandem ernsthaft in Frage gestellt werden. Das kann einem mitunter schon fast vorkommen wie in der Johannesoffenbarung:

"Und kein Licht der Lampe leuchte mehr in dir! Und nimmer soll in dir die Stimme eines Bräutigams und einer Braut gehört werden! Denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde; denn alle Völkerschaften wurden durch deine Pharmazie (pharmakeia) irregeführt; und in ihr wurde das Blut der Propheten und Heiligen und aller Erschlagenen auf Erden gefunden."
18,23f


Ich verstehe sehr gut was du meinst, mir geht es jedoch eher um das Werkzeug, weil das ja von jedem verwendbar ist - man muss es ja nicht so anwenden, dass es das genannte maligne Resultat verursacht. Klar ist der Medizinisch-industirelle-Komplex ein Herrschaftswerkzeug erster Güte - nirgends sieht man das so gut wie im Versuchslabor Deutschland. Die Medizin die wir im Grunde mit der Krankenversicherung sponsoren ist nichts anderes als Nekromantie. Sie erschafft Kreaturen die nur dank ihres Zauber lebensfähig sind, und darum sie selbst aus Selbsterhaltung gegen jede Kritik vehement verteidigen - ein Blick auf die Alterspyramide hierzulande zeigt sehr gut ihr Funktionsprinzip am Werk - frech gesagt, wir haben schon eine Zombiekatastrophe - denn viele die sonst längst gegangen wären, rennen immernoch vollgepumpt mit Giften herum und konsumieren!

Zitat:
Nun vergab ein Kaiser oder sonein Obermacker ja Lehen für bestimmte Gebiete an bestimmte Angehörige des Adelsstandes. Gegen Geld oder Waren, wenn ich mich nicht irre. Herrschaft über niedere Stände wurde also gehandelt, die dann entsprechend "bewirtschaftet" wurden. Erstebenswert finde ich das nicht gerade. Es ging ja hier auch um Freiheiten, darum, daß verschiedene Systeme in einem lockeren Verbund existieren könnten. Aber dafür müßten sie die Gelegenheit haben frei zu entstehen?


Liegt vermutlich daran, dass das Herrschaftssystem dieser damaligen Zeit wie auch das heutige eine perpetuierte Kriegsordnung ist - Die Friedensordnung wurde spätestens mit der Vererbbarkeit von Privilegien getilgt. Ich befürworte die damalige Struktur nicht, ich beziehe mich nur darauf, dass selbst die noch verhältnismässig ressourcenschonend war, da sie beispielsweise nicht auf die Konsumgüterproduktion für jederman abzielte. Für mich hat der Erhalt des Habitats einfach eine höhere Wertigkeit als jetzt die Herrschaftsmoden innerhalb einer bestimmten Zivilisation. Aber diese Moden haben klare Wirkung auf die Art und Weise wie etwas genutzt oder eben übernutzt wird. Wenn ich die Wahl habe zwischen heutiger Demokratie mit ihrem überzogenen Wohlstandsversprechen für alle, oder eben einem eher pauperistischen Feudalsystem bei dem nur einer von 1000 mit den mir so verhassten Blingblings rumläuft - dann ist die logische Wahl Letzteres - da dies schlicht weniger Umweltkapazität "verbraucht". Am Besten wäre natürlich ein kompletter Zusammenbruch des ganzen Desasters mit einem anschliessenden "grossen Vergessen".

Anders ausgedrückt, die heutige "Demokratie" muss um als Freiheitsräuber akzeptiert zu sein, jeden einzelnen regelrecht "bestechen". Da sie durch Gewöhnung der Menschen an Wohlstand immer mehr aufwenden muss, muss sie auch ihren Krieg gegen die Natur immer mehr eskalieren, und jeden der mit ihrem in den Hals gestopften Segnung nicht einverstanden ist und der Völlerei entsagt, vor ihrer gefräßigen Masse lächerlich machen.
Die heutige Demokratie ist totaler Krieg gegen alles Leben selbst.
Hier tritt auch die Linie zum Faschismus wieder zutage, und zwar war beispielsweise das faschistische Hitlerdeutschland ja ausdrücklich bemüht einen schnellen Krieg (Blitzkrieg) zu führen, den die Zivilbevölkerung nicht am Lebensstandard bemerkt.... nur das musste natürlich schiefgehen.....

Da ich auf der Seite des Lebens stehe, befürworte ich alles was diesen Krieg deeskaliert oder beendet - wenn das enorm reduzierten Wohlstand für die Massen erfordert dann sei es so... Natürlich würde ich für sowas in einer Demokratie nie "gewählt" - aber ganz genau das zeigt ja oft, dass es ein brauchbarer Weg ist. ;-)

Zitat:
Damit meinst du 1848 oder Weimar?


1848 - haben die Monarchen nicht abgedankt, ich meine 1918 - das Vorkriegsdeutschland war im Grunde in einer vergleichbaren Situation wie heute Russland. Aber die Angelegenheit ist recht komplex - natürlich war das damalige System in Deutschland architektonisch dem "System" schon sehr ähnlich, schlicht, da es die Methoden der industriellen Revolution von England übernahm und weiterentwickelte. Ich vermute einfach, dass die gebundene Magie der Werkzeuge und der darin innewohnende Geist der Sachzwänge eben ähnliche Herrschaftssysteme erzeugt - die sich dann um die gleichen Ressourcen zu streiten beginnen, statt einen eigenen Zauber zu weben der die eigene Heimat ehrt und schont wärend er das Überleben sicher stellt.

Zitat:
Eine Krankheit also.


JA! da eine Demokratie ohne Konsensprinzip und jenseits von 150 beteiligten Individuen ihre hehren ihr Funktionsprinzip beschreibenden Versprechen einfach nichtmehr einhalten KANN - sie ist schlicht eine Farce, eine gelebte Lüge und damit etwas Krankes.

Zitat:
Was für "stures Beharren" wäre das? Ich bevorzuge ein Konzept der Menschenwürde, das von der Zeugung an unterschiedslos gilt. Es ist auch kein modernes Konzept, sondern in seinen Grundzügen viel älter.


Was auf den grundsätzlichen Schutz des Lebens herausläuft, solange sich die Individuen nicht selbst freiwillig aus diesem Schutz auskommentieren. (zB Freitod oder eben der gesuchte Kampf mit anderen die ihn auch suchen)
Ich würde die Menschenwürde noch um den Stolz ergänzen, da Würde nur ein von aussen einbeschriebenes Attribut ist, der Stolz jedoch die innere Seite eben dieser Sache. Ich muss also Würde und Stolz schützen, und nicht nur Würde.... weil wie man im aktuellen System sieht, wird die Würde oft verletzt was derjenige dann allerdings als verletzten Stolz empfindet. Gleichzeitig wird der Stolz noch zusätzlich als negative Charaktereigenschaft propagiert - mit der Folge, dass sich daraus eine Sklavenmoral entwickelt. Weil man nurnoch auf ein von aussen aufgeprägtes nicht näher definiertes Attribut verweist und nicht aus sich kommend argumentiert.... ist ein blöder und perfider Zusammenhang, ein Jahrtausende alter Designfehler bzw psychologischer Trick.

Zitat:
Meinst du antike Kriege hätten anders ausgesehen mit entsprechenden Möglichkeiten?


Die Antike ist ja bis heute die Wichsvorlage des Systems ;-) an sich war das aber das eigentliche finstere Zeitalter, das Ende jener Epoche eine Befreiung. In der Diktion der Geschichtsschreibung des Systems ist das "Dark Age" ja eine Zeit des Versuches der Befreiung von seinem Joch, der Versuch die Zivilisation abzuschütteln, wird konnotiert mit infernalischen Vorstellungen von Gewaltorgien und allgemein Negativem.

Es ist so, die Sicht des Teufels verschwimmt mit zunehmendem Verzicht auf Schrift.... denn die Schrift gibt ihm die Gewalt über die Vergangenheit, und über sie über die Gegenwart, an sich addressiere ich mit meinem eigenen Rückgriff darauf die Hölle selbst, deswegen ist die Verwendung dieses Medium hier paradox. Es wäre sinnig sich eine neue Mythologie zu spinnen und sie mündlich zu tradieren, um den Zeitherrschaftszauber zu brechen. Zudem könnte es hierfür gewiss sinnvoll sein auf eine Zeitrechnung zu verzichten. Sozusagen eine Verzauberung der Welt und ihrer Geschichte zum Schutz vor dem Dämonenfürsten.... ;-) Vermutlich der Grund warum zB Jesus nichts aufgeschrieben hat sondern dies erst 3-4 Generationen später geschah...


Mir geht es im Gesamten nicht darum eine absolute heile Welt zu schaffen, sondern eine mit Langzeitperspektive, eine Spannende, freie aber auch gefährliche Welt.... Etwas das das gegenwärtige infernalische Uhrwerk da draussen nicht ist, da es keine Störung oder Abweichung aktzeptieren kann da soetwas ja den Betrieb stört.

Eine Welt in der wir und die anderen Spezies wieder artgerecht leben können, wärend wir frei und als Ganzes nach der Belebung neuer Welten streben - aber eben die nicht im heutigen Wortsinne "zivilisiert" ist, sondern stattdessen ein gereifter und fortflanzungsfähiger planetarer Organismus.


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