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BeitragVerfasst: Fr 7. Aug 2015, 07:06 
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Tourist

Registriert: Do 6. Aug 2015, 08:20
Beiträge: 1
Hallo “Ziehmitdemwind-Community, ich würde mit euch gerne einmal über mein Vorhaben sprechen.

Ich bin Kronos 30 Jahre alt und vorab möchte ich erwähnen, dass es mir nicht mehr um die Entscheidungshilfe “soll ich das machen” oder Ähnlichem geht. Es geht mir mehr um das Feedback: “Habe ich an alles gedacht”, oder “habe ich irgendetwas Wichtiges übersehen”.

Nun vor einigen Jahren habe ich damit begonnen, wenn es meine Freizeit erlaubte, zu trekken. Mit dem Rucksack und Outdoor Ausrüstung bin ich in Länder wie, Norwegen, Finnland, Schweden, Island, Schottland, Kanada, Alaska (USA) u.a. gereist. Ich bin meistens mehrere Wochen (zwischen 2 bis 4) unterwegs gewesen und habe meinen Urlaub gerne so verbracht.

Dadurch habe ich schon einiges erleben können, von z.B. Wildcamping über Survival-Expeditionen oder auch einfach nur schlichtes zelten in einer Gruppe von Naturfreunden. Auch kann ich positiv von den Einheimischen berichten, welche immer freundlich, hilfsbereit und gesellig waren. Es war jedoch Urlaub. Ich hatte immer ausreichend Ausrüstung am Mann und ich wusste steht’s, es ist bald wieder zu Ende.
Nach dem meine Dienstzeit anfang des Jahres endete. Bin ich schon mal in dieser Hinsicht frei. Ich habe 12 Jahre bei der Bundeswehr verbracht und allmählich strebt es mir nach ein wenig, ich nenne es mal dezent Freiheit.

Schon vor Jahren kam mir der Gedanke auf, wie es denn eigentlich weiter gehen soll, wenn meine Jahre im Dienst enden. Lässt du dich zivil eingliedern?, suchst du dir einen neuen Job?, oder machst du dich gar selbstständig? … alles Fragen die mich immer wieder zum Grübeln brachten, da ich mich auch mit einer Entscheidung sehr schwer tat. Nach einer so langen zeit in einem “totalitären Regime” bin ich der Bestimmungen und Regelungen etwas überdrüssig geworden. Unser leben in unserer Gesellschaft ist ein Kreislauf oder auch manchmal ein sich endlos drehendes Hamsterrad.

Ein wenig raus, aus dem Käfig, wäre in der Sache wohl die richtige Analogie.

Nach Monaten des Überlegens und des Theorisierens bin ich dann zu einer Entscheidung gelangt. Die Art des Reisens, während meiner Urlaube, konnte ich schon zu einer meiner Leidenschaften zählen, also kam ich zu dem Schluss, dass ich nun die Art der Urlaube erst mal zu meinem Leben machen möchte, bevor ich mich (wenn dann überhaupt noch) in das nächste Hamsterrad zwinge.

Also fing ich an zu planen, Ausrüstung anzuschaffen, welche langlebiger ist als, die unseres Militärs. Ebenso fing ich an einen plan zu schmieden, wie ich das Trekken zum Lebensstil machen kann. Sodass es auch auf längerer Sicht funktioniert.

Die Lösung ist zwar nicht ganz einfach aber sehr interessant, abenteuerlustig und ungewiss im Ausgang. Dinge, die sich für mich erst mal paradiesisch anhören. ;)

Kommen wir doch mal konkret zu meinem Plan:

Ich möchte die nächsten Jahre durch Länder ziehen. Das Ganze überwiegend zu fuß und mit meiner Ausrüstung am Mann. Während dieser Wanderung möchte ich der Natur nahe sein, die abgeschiedenen Zivilisationen besuchen, Menschen und ähnlich denkende kennenlernen. Nicht aber unbedingt Großstadt-Getümmel wie z.B. Frankfurt, New York aufsuchen, sondern sozusagen das Land, die Natur und ihre Kultur (wenig besiedelte Gegenden) aufsuchen.
Jedoch immer von den Touristenmeilen abstand halten. Dabei kann ich z.B. den einheimischen Farmern oder Hirten als Tagelöhnern unter die Arme greifen, und an schönen Natur-Panoramen, Seen und Flüsse mein Zelt aufschlagen. Die Hektik und den Stress, welchen wir in unserer Gesellschaft ertragen müssen, kann ich mal hinter mich lassen.

Zusammengefasst: “Mit dem Wind ziehen” ;)

Dies sind schöne Beispiele, wie ich meine Reise gestalten und leben könnte, währe da nicht noch ein wichtiger überlebensentscheidender Faktor - Nahrung!

Das Wichtigste, wenn man mehrere Jahre unterwegs sein möchte, frei und unabhängig vom Supermarkt ist zu klären, wie man Nahrung heranschafft.

Trinkwasser dagegen ist reichlich vorhanden. Durch unsere moderne Technik bin ich auch nicht immer auf die alten survival Methoden angewiesen. Trinkwasserkohlefilter und andere Ausrüstungs-Gegenstände helfen mir dabei, so ziemlich jedes Süßwasser trinkbar zu machen, ohne gleich Angst vor Parasiten zu haben.

Doch wie versorge ich mich mit fester Nahrung und ohne Skorbut zu riskieren?

Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, angefangen von der täglichen stundenlangen Futtersuche in der Wildnis, über fertige Trekkingnahrung bis hin zu dem Futter gegen Hand-Prinzip auf Farmen.

Ich habe mich für eine Mischung aus allen gängigen Varianten entschieden.

So trage ich einen großen Vorrat an haltbaren Lebensmitteln und dehydrierter Outdoor-Nahrung mit mir, bediene mich auf meinem Weg an Essbarem aus der Natur und freue mich auf einen Farmer oder Hirten, der mir als Tagelohn selbst gemachte Produkte seiner Farm anbietet.
So kann ich meinen Vorrat im Rucksack strecken und muss diesen nicht ständig mit Hilfe von Geld auffüllen. Des Weiteren schwebt mir vor, Schreinern, Bootsbauern, Jägern, Schmieden, Tischlern und anderen traditionellen Menschen (welche ich hoffentlich treffe) für einen Stundenlohn zu helfen. Dies ist bestimmt eine schöne Erfahrung und auch der Geldbeutel wird geschont.

Ich bin der Meinung man kann, mit der richtigen Vorbereitung und Entschlossenheit, noch wahre naturverbundene, Abenteuer und Freiheit erleben auf unserem Planeten. Und dies nicht als Werbe-Slogan eines Reiseanbieters für zwei Wochen Urlaub, mit einem Ranger als Touristenleiter. Oder die schwachsinnigen Ideen anderer Aussteiger, ohne Ausrüstung nur im Wald zu hausen. Nein - mit der richtigen Vorbereitung, Planung und einer Portion mut, sowie EIER! Kann man dies bewältigen und losziehen.

Apropos Losziehen!

Los geht es am 31.08.1015. Da ich vor zwei Monaten meine Wohnung gekündigt habe. Ich weiß nicht, wie lange ich unterwegs bin, somit wollte ich mir miete, Strom, Wasserrechnung etc. Sparren. Dennoch bleibe ich weiter Mitbürger der Bundesrepublik, ich habe mich zum Elternhaus umgemeldet.

Einen Job muss ich nicht kündigen, denn nach dem Ende meiner Bundeswehrzeit (Anfang des Jahres), befinde ich mich noch im Brückenjahr.
Ich habe auch alles gekündigt, Krankenversicherung, Lebensversicherung (und alle anderen Versicherungen) Handyvertrag, Hausinternet usw.
Somit bleiben keine Verpflichtungen oder Fixkosten. Keine schulden oder Kredite, auf die ich während meiner Reise achten muss.

Ich habe also den Kopf frei!

Mein Gesamt-Budget für den Rest meines Lebens könnte man sagen, beläuft sich auf etwa 65.000€, diese habe ich auf ein neues kostengünstiges Konto transferiert von einer internationalen Bank (gekoppelt mit Visa), da ich dachte es ist hilfreich, überall und zu jederzeit an das Geld heranzukommen, sollte ich Nachschub benötigen. Ohne auf Bankschilder, Kompatibilitäts-Probleme oder Ähnliches zu achten.

Bei meiner Ausrüstung habe ich persönliche Erfahrung und berufliches Wissen einfließen lassen. Sie ist sehr langlebig und modern, ebenso in der Praxis getestet (leider nur immer für einen kurzen Zeitraum). Auch in diesem Punkt wird es mir erst mal an nichts mangeln und sollte doch einmal etwas kaputtgehen, werde ich versuchen diesen Gegenstand zu reparieren oder ihn in Mcgyver-Manie zu einem anderen sinnvollen Zweck umbasteln.

Zur Vorstellung war es das erst mal, ich denke das reicht, um einem Überblick zu haben. Mir bleiben noch einige Wochen um ggf. noch Änderungen an meinem plan vorzunehmen. Aber an dem Vorhaben an sich werde ich nichts mehr ändern. Denn offengestanden, ich bin richtig heiß drauf! Mir kribbelt es in den fingern, am liebsten würde ich schon losziehen ;)

Nun wie sind eure Impressionen?
Würde mich gerne mit euch unterhalten.

Viele Grüße
Kronos
PS: Wenn es interessant ist, stelle ich eine liste der Nahrung zusammen, die ich mitführen möchte.


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BeitragVerfasst: Fr 7. Aug 2015, 11:36 
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Waldschrat
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Registriert: Sa 28. Dez 2013, 16:20
Beiträge: 818
Hallo Kronos,

willkommen im Forum. Ich gratuliere dir herzlich! Mal wer, der nicht bloß darüber redet.

Da du eine schöne Summe auf der Bank hast, wirst du kaum verhungern. Ich könnte damit 65 Jahre leben, was Essen betrifft.

Leute, die in den Wald ziehen, solltest du nicht unterschätzen, es gibt mehr als man denkt. Sicherlich gibt's da Naive. Trotzdem bietet ein richtiger Wald (im Gegensatz zu nem Stadtpark oder ner sterilen Baumkultur) einen gewissen Lebensraum.

So etwa kannst du dir zu jeder Jahreszeit einen Kiefernadeltee machen, der viel Vitamin C enthält, damit verhinderst du Skorbut und andere Erkrankungen. Viele Pflanzen enthalten Vitamin C, doch nur wenige sind immer grün.

Hättest du kein Geld, würde ich sagen, der Winter könnte ernährungstechnisch verdammt hart werden, insbesondere weil du mobil bist und dir keinen Vorrat zusammensammeln kannst. Üppig versorgt einen die Natur nur für etwa 6 Monate. Deshalb muß man etwa 200 Mahlzeiten einlagern: sicher vor Getier und Witterung.
Rumschleppen kann man das nicht, und geeignete Trockenpräparate findet man wohl nur in spez. Läden in Städten.

Eine weitere Sache ist Kälte und Nässe. Aber mit deiner Skandinavien Erfahrung weisst du ja, was Sache ist. Ich pers. finde etwas Nestwärme wichtig. Aber mit der richtigen Isolation kann man auch mit der Körperwärme "heizen", seien es Felle oder Hightech Textilien. Gute Winterkleidung ist unabdingbar.

Also, ich wünsche dir viel Glück und Spaß bei deiner Wanderung!

LG

.


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BeitragVerfasst: Fr 7. Aug 2015, 17:20 
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Tunnelmensch
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Registriert: So 9. Sep 2012, 16:45
Beiträge: 5278
Wohnort: NRW
ja nur fürs essen, könnten 65k sehr sehr lange reichen, aber man braucht auch noch andere sachen

geld ist nur so viel wert, wie gut man haushalten kann.....


100g vit C kosten 2 euro und reichen für 3 jahre

und im wald gibt es genug beeren und hagebutten hängen bis zu frühling auf den sträucher


eine auslandskrankenversicherung zumindest basis, ist trotzdem empfehlenswert, auch wenn sie ins geld geht.

läuft es schief..dann ist man die 65k schneller los als man denkt, bzw. wenn man am falschen ende eingespart hat.

die kk einfach kündigen ohne mit der KV wegen längeren auslandsaufenthalt regelungen zu profitieren könnte auf lange sich, ziemlich falsch sein.....und mit lange sicht meine ich 50 jahre!!!

ist halt alles ansichtssache...


.

_________________
Nature Doesn't Need People!
Mit dem Bewusstwerden der eigenen Sterblichkeit steigt die Wertschätzung der eigenen Lebenszeit.
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https://i0.gmx.net/image/978/33756978,p ... ize-xl.jpg


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BeitragVerfasst: Mo 23. Apr 2018, 15:24 
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Tourist

Registriert: Di 28. Nov 2017, 13:29
Beiträge: 1
Würde mich sehr interessieren wie es mit dir läuft Kronos!

Neale


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BeitragVerfasst: Di 24. Apr 2018, 16:12 
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Tunnelmensch
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Registriert: Di 20. Nov 2012, 04:09
Beiträge: 6042
Wohnort: Sachsen-Anhalt
Das ist das Dumme, dass die meisten wirklichen Aussteiger dann kein Internet mehr haben.

_________________
"Leben ist nicht genug." Sagte der Schmetterling.
"Sonne, Freiheit und eine kleine Blume muß man haben!"


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