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 Betreff des Beitrags: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Di 5. Jan 2021, 20:00 
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Weltreisender
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Habe ja jetzt schon öfters hier im Forum gelesen. Manch einer hier kann Kommunisten irgendwie gar nicht leiden.

Wieso eigentlich? So genau kenne ich mich mit dem Kommunismus jetzt auch nicht aus. Habe das so verstanden das der Kommunismus ein Weltbild predigt. Das den Atheismus angehört und die absolute Verstaatlichung sämtlicher Ressourcen. Also quasi ein System indem alles dem Staat gehört... und weil alle der Staat sind... gehört quasi alles allem. Soweit so gut.

Aber haben die Kommunisten nicht auch so eine Art Personenkult geschaffen, bspw. in Bezug auf Lenin? Nun war der reale Kommunismus irgendwie eine ganz schreckliche Diktatur. Christliche Feste wurden umgedichtet Weihnachten hieß nicht mehr Weihnachten, sondern Fest des Friedens oder einfach nur das Fest. Wer noch von Sylvester sprach, bekam vielleicht Besuch von der Stasi. Weil politisch korrekt nannte man es nun die Jahresendzeitfeier.

Aber war es nicht im Grunde das Gleiche nur mit anderem Namen? Wenn ihr in der DDR aufgewachsen seid, was waren eure Erfahrungen?

Ehemaliger Bekannter aus Kasachstan erzählte mir zbsp. mal das in der Schule kein kasachisch mehr unterrichtet werden durfte. Sondern nur noch russisch. Also soweit ich das verstehe... wollte man quasi die kulturelle Identität der Bevölkerung auslöschen und/oder umschreiben, also quasi dem "neuen" Soviet-Imperium anpassen. Welches ja nach eigener Definition ja gar kein Imperium war... sondern eine Union.

Rumänien hat ja auch irgendwie dem Militärbündnis Warschauer Pakt angehört, aber nicht der Konföderation der UDSSR oder auf russisch CCCP. Besonders in der DDR soll ja der Geheimdienst aktiv gewesen sein, vor allem in den Grenzgebieten. Was nicht in das Bild des Bauern- und Arbeiterparadieses passte wurde kurzerhand umgedichtet bzw. fand erst gar keine Erwähnung.

Nun sagt man ja immer es war ja ein Wunder. Das die Mauer einfach irgendwann eingerissen wurde... konnte ja keiner Wissen. Aber war es nicht doch irgendwie irgendwo absehbar... das dieses ich nenne es jetzt mal Experiment irgendwie zum scheitern verurteilt war. Vom wirtschaftlichen Aspekt mal abgesehen. Was ist mit dem psychologischen Aspekt... Traditionen, Sitten und Gebräuche die in der Bevölkerung verankert sind... lassen sich nun mal nicht einfach mal so über Nacht auswechseln... oder vielleicht doch? Mit Gewalt soll ja vieles möglich sein...

Zwar predigt der Kommunismus die klassenlose Gesellschaft. Aber bedeutet nicht das sie das Wort Proletariat auf sich selbst angewendet haben nicht auch irgendwie das sie das Klassendenken doch irgendwie übernommen haben. Des weiteren propagiert ja der Kommunismus das der Proletarier der eigentlich bessere Mensch sei... alle anderen sind nur Parasiten. Ist das nicht so eine Art umgekehrter Klassenkampf? Dabei möchte ich nicht leugnen das der Kommunismus mit allem seinen Schrecken nicht auch seine Errungenschaften hatte. Irgendwo bin ich auch froh einer neuen Generation anzugehören. Die das hinter sich gelassen hat.

Aber ist es nicht typisch für eine jede Gesellschaft das sie ihre Sündenböcke hat? Funktioniert die Herstellung einer eigenen Identität nur in Abgrenzung zum jeweils anderen?

Was können wir heute noch aus der Sache lernen?


Beste Grüße
L.


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Di 5. Jan 2021, 20:00 


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Mi 6. Jan 2021, 12:52 
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Freak

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Beiträge: 1274
Wohnort: Altenstein
Zitat:
Irgendwo bin ich auch froh einer neuen Generation anzugehören. Die das hinter sich gelassen hat.


Da wäre ich verdammt vorsichtig, überwunden ist da garnichts! Gerade unsere junge Generation hat man von klein auf versucht zu kollektivieren und unseren Geist irgendwie zu brechen und zu korrumpieren - wir sind anfälliger als jede Generation vor uns für reine Bequemlichkeit diese Teufelei , vielleicht unter anderem Namen, aus der Mottenkiste zu holen - viel zu naiv sind wir in vermeintlichem Wohlstand gross Gewordenen.

Gerade die Bildungseinrichtungen sind massiv mit Kommunisten und Sympathisanten ihrer Irrlehre durchseucht - bis zum heutigen Tage :!: Und die böse Saat geht auf sobald es keine billigen Goodies und Spielsachen mehr gibt. Wie das Mindset dort im Einzelnen dahingehend geprägt wird, ist ein eigener Diskurs....

Was meinst du denn wozu Kitas , Kindergärten, Schulen, Hochschulen in Wahrheit gut sind?
Das Zeug bricht einem den Geist mit Halbwahrheiten , Lügen, Groupthink, Perfidie, Ständiger Spalterei, und willkürlichem Ausseinanderreissen von Klassenverbänden und damit Freundschaften, Indoktination mit irgendwelchem Humanismus-Gesäusel und Schuldkult, Schule ist chronischer Stress und Instabilität und zudem vollkommen virtuell an der Wirklichkeit vorbei... Wir sind Teil einer Generation, die die ersten zwei prägenden Lebensjahrzehnte fast ausschliesslich in diesem Reich des Wahnsinns zubringt - schwere Sorge umfängt mich, wenn ich allein denke, wie lange es bei mir gedauert hat, den ganzen Müll aus meinem Verstand zu löschen... andere sind da vielleicht durch ihre Lebensumstände nicht so glücklich, das schaffen zu können....

Seit Jahren sprengen zB die Scheissbullen Versammlungen junger Menschen im wilden Raum (aka Öffentlichekeit) und drangsalieren sie, um sie in diese Antifa verseuchten Jugendhäuser abzudrängen, wo dann schon die roten Indoktrinatoren sitzen die von ihren Verfassungschutzagentenführern angeleitet werden...
Dieser Dreck ist überall, diese dubiosen Strukturen allgegenwärtig, fast jede Kleinstadt hat schon so ein versifftes Loch, so dass man den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht... eine vernünftige Gang zu bilden, ist echt schwer, weil einem das ständig durch solche Scheisse gesprengt wird.

Die UDSSR und andere solche Konstrukte sind kein Endphasenkommunismus sondern Sozialismus....
Grundsätzlich kann man sagen, dass die beiden vorallem durch ihren Massenkollektivismus und Antiindividualismus geprägt sind.... Der Niedergang des Individuums, sprich der aus ihm sich speisenden Kultur, vollzieht sich über folgende Verfallsstadien:
Gottmensch -> Anarchie -> Feudalismus -> Monarchie -> Republik -> Demokratie -> Sozial-Demokratie -> Sozialismus -> Kommunismus -> letzter Mensch....

Eine sehr akkurate Darstellung des wirklichen Kommunismus würde er manifest sind
die Borg bei Star Trek https://en.wikipedia.org/wiki/Borg_(Star_Trek)

Im Grossen und ganzen wird versucht einen Widerspruch umzusetzen, durch das Aufstellen der Masse gegen den Geist die Apotheose zu erlangen.... dass das für die Individuen der Masse natürlich nach hinten losgeht, ist eigentlich klar.

Ist halt Manöver "ultimativer Gluckenarsch".... Denn gluckt ihr zusammen, seid ihr im Arsch... :wink: :welcome:

In der Realität geht das aber zum Glück meisst lange vorher schief.... trotzdem ist die rote Gefahr niemals zu unterschätzen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2021, 23:33 
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Tunnelmensch
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Code:
.    Nun war der reale Kommunismus irgendwie eine ganz schreckliche Diktatur 

Du beantwortest deine Frage selbst.

Sorry, das Forum lässt Mal wieder kein gezieltes kopieren zu.

Die Begriffe Fest des Friedens oder Jahresendzeitfeier kannten wir in der DDR nicht.
Da grassiert wohl ein Hoax im Internet. Wegen Weihnachten oder Sylvester hat niemand Besuch von der Staasi bekommen.
Wahr ist, dass die blöden Kommunisten tatsächlich solche und andere Wortschöpfungen kreierten, die aber keinen Eingang in die Alltagssprache fanden.

Das was dein Bekannter aus Kasachstan beschreibt, nennt man Russifizierung. So was fand aber auf der ganzen Welt statt. Bei den Indigenen in Amerika, oder zum Beispiel dürfte meine Oma in Polen, in der Schule nicht Deutsch sprechen.

Meine Kindheit war gut. Aber in der BRD hätte die besser sein können.

@Eli
Kitas waren in erster Linie erst Mal da, um den Eltern das robotten zu ermöglichen.

_________________
"Leben ist nicht genug." Sagte der Schmetterling.
"Sonne, Freiheit und eine kleine Blume muß man haben!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Do 7. Jan 2021, 23:56 
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Weltreisender
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Beiträge: 88
Megalitiker hat geschrieben:
Code:
.    Nun war der reale Kommunismus irgendwie eine ganz schreckliche Diktatur 

Du beantwortest deine Frage selbst.

Sorry, das Forum lässt Mal wieder kein gezieltes kopieren zu.

Die Begriffe Fest des Friedens oder Jahresendzeitfeier kannten wir in der DDR nicht.
Da grassiert wohl ein Hoax im Internet. Wegen Weihnachten oder Sylvester hat niemand Besuch von der Staasi bekommen.
Wahr ist, dass die blöden Kommunisten tatsächlich solche und andere Wortschöpfungen kreierten, die aber keinen Eingang in die Alltagssprache fanden.

Das was dein Bekannter aus Kasachstan beschreibt, nennt man Russifizierung. So was fand aber auf der ganzen Welt statt. Bei den Indigenen in Amerika, oder zum Beispiel dürfte meine Oma in Polen, in der Schule nicht Deutsch sprechen.

Meine Kindheit war gut. Aber in der BRD hätte die besser sein können.

@Eli
Kitas waren in erster Linie erst Mal da, um den Eltern das robotten zu ermöglichen.


Ok, jetzt frage ich dich mal ganz direkt. Gab es auch... heute würden wir mobbing dazu sagen, in der DDR?

Weil die sozialistische Erziehung galt ja als sehr streng... oder irre ich mich da? Außerdem haben doch alle mehr oder weniger das gleiche verdient. Gab es da auch solche Grabenkämpfe wie bspw. ich bin aber ein besserer Sozialist als wie du?


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Fr 8. Jan 2021, 06:16 
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Schamane

Registriert: Sa 6. Dez 2014, 03:06
Beiträge: 554
Weihnachten war und hieß Weihnachten und Silvester eben Silvester; hat Mega ja schon beantwortet.

Worte wie "Mobbing" oder auch "Stigmatisierung" waren für mich bis zur Wende und die direkte Zeit danach völlig fremd.

Natürlich gab es Konflikte zwischen Menschen, logisch und wird es immer geben oder auch mal Kloppe; nach meiner Erfahrung war das aber direkter und authentischer als heute.
Ich würde aber das, was ich zumindest erfahren und beobachtet habe, nicht unter der Kategorie "Mobbing", also das gezielte, hinterfotzige und skrupellose psychische "Fertigmachen" einer Person einordnen.
Primär n.m.E. galt eher das Miteinander, statt das Gegeneinander.

Unterschiede im Verdienst gab es schon aber wenn man das mit heute vergleichen würde, waren die Diffenrenzen lächerlich gering.

"Grabenkämpfe wie bspw. ich bin aber ein besserer Sozialist als du"
Nein, eher nicht, das war nicht das Thema. Wenn, dann gab es eher Konflikte aus anderen Gründen.

Streben nach Status, Privilegien, Einfluss über "Vitamin B = Beziehungen", das gabs auch in der DDR einfach weil da Menschen lebten und es immer Menschen gibt und geben wird, die sich für was Besseres halten und das nach aussen demonstrieren und zeigen wollen.
Vergleichsweise lächerlich auch im Vergleich zu heute.
Die Datsche, der PKW Lada oder aus dem begrenzten Import ergatterte Mazda...
Alles nichts dagegen wenn man sich den Reichtum, den Einfluss und die Macht der "global" agierenden Superreichen heute anschaut.

Finde es aber gut, direkt mal Zeitzeugen zu befragen.
Letztlich aber ist das Thema zu groß, es umfassend in Forenbeiträgen zu "er"klären.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Fr 8. Jan 2021, 09:01 
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Freak

Registriert: Sa 7. Apr 2007, 19:10
Beiträge: 1281
Wohnort: SW-Sachsen
Luzifer hat geschrieben:
oder irre ich mich da?


Irren? Du bist, wie die allermeisten Wessis, aber auch viele Ossis, der Propaganda des Westens auf den Leim gegangen.
Wenn ich hier lese, was die Euch für Schwachsinn eingetrichtert hat, dann steht die der "Kommunisten"-Propaganda um nichts nach.
Das geht ja schon beim Begriff los, und wie er verwendet wurde und wird.
Ganz ähnlich wie es beim Begriff "Anarchie" und auch vielen anderen gemacht wurde, wird alles in sein Gegenteil verkehrt und in die Köpfe eingepflanzt, um die eigentlich positiven Seiten zu verunglimpfen. Und weil es pausenlos und in inflationärem Umfang gemacht wurde und wird, glauben die meisten, die sich allenfalls oberflächlich, meist gar nicht, damit befassen, diesen Schwachsinn.

Jana hat geschrieben:
Worte wie "Mobbing" oder auch "Stigmatisierung" waren für mich bis zur Wende und die direkte Zeit danach völlig fremd.


Naja, die Worte wurden nicht benutzt, de facto gabs das aber durchaus. Aber weniger aus Konkurrenz am Arbeitsplatz wie heute, sondern aus politischen Gründen. Einfachstes Beispiel: Wehrdienstverweigerer, die nicht studieren durften.
Lustigerweise wird dabei aber vergessen, das es sowas genau so im Westen gab (Berufsverbot).

_________________
Der mächt´ge Herr mit Schrei´n und Droh´n bricht Reiche und Städte zu Grunde,
still heilet der Bauer und sein Sohn
des Landes blutende Wunde.

(Erik Gustav Geijer, 1783-1847, schwedischer Schriftsteller)


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2021, 13:56 
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Weltreisender
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Registriert: So 13. Dez 2020, 17:06
Beiträge: 88
Jana hat geschrieben:
Weihnachten war und hieß Weihnachten und Silvester eben Silvester; hat Mega ja schon beantwortet.

Worte wie "Mobbing" oder auch "Stigmatisierung" waren für mich bis zur Wende und die direkte Zeit danach völlig fremd.

Natürlich gab es Konflikte zwischen Menschen, logisch und wird es immer geben oder auch mal Kloppe; nach meiner Erfahrung war das aber direkter und authentischer als heute.
Ich würde aber das, was ich zumindest erfahren und beobachtet habe, nicht unter der Kategorie "Mobbing", also das gezielte, hinterfotzige und skrupellose psychische "Fertigmachen" einer Person einordnen.
Primär n.m.E. galt eher das Miteinander, statt das Gegeneinander.

Unterschiede im Verdienst gab es schon aber wenn man das mit heute vergleichen würde, waren die Diffenrenzen lächerlich gering.

"Grabenkämpfe wie bspw. ich bin aber ein besserer Sozialist als du"
Nein, eher nicht, das war nicht das Thema. Wenn, dann gab es eher Konflikte aus anderen Gründen.

Streben nach Status, Privilegien, Einfluss über "Vitamin B = Beziehungen", das gabs auch in der DDR einfach weil da Menschen lebten und es immer Menschen gibt und geben wird, die sich für was Besseres halten und das nach aussen demonstrieren und zeigen wollen.
Vergleichsweise lächerlich auch im Vergleich zu heute.
Die Datsche, der PKW Lada oder aus dem begrenzten Import ergatterte Mazda...
Alles nichts dagegen wenn man sich den Reichtum, den Einfluss und die Macht der "global" agierenden Superreichen heute anschaut.

Finde es aber gut, direkt mal Zeitzeugen zu befragen.
Letztlich aber ist das Thema zu groß, es umfassend in Forenbeiträgen zu "er"klären.


Danke, für deine Antwort. Mir ist eben beim durchlesen aufgefallen. Habe im Eingangspost einen Punkt gesetzt wo eigentlich ein Fragezeichen hingehört.

Natürlich gab es in der DDR oder in der UDSSR keine Superreichen wie im Westen. Es war eben ein System soweit ich es verstanden habe, indem das einzelne Individuum weniger persönliche Freiheiten gehabt hat.

Allerdings sagt man ja immer wieder, dass die DDR oder aber auch andere Soviet-Staaten dem Westen in punkto Gleichberechtigung von Frau und Mann etwas voraus hatten. Jetzt stellt sich mir die Frage... lag das an der kommunistischen Erziehung oder lag es vielleicht einfach mehr daran das eine so strenge Trennung in der Ost-Kultur weniger verankert war... als in der West-Kultur?

zugucker hat geschrieben:
Irren? Du bist, wie die allermeisten Wessis, aber auch viele Ossis, der Propaganda des Westens auf den Leim gegangen.
Wenn ich hier lese, was die Euch für Schwachsinn eingetrichtert hat, dann steht die der "Kommunisten"-Propaganda um nichts nach.
Das geht ja schon beim Begriff los, und wie er verwendet wurde und wird.
Ganz ähnlich wie es beim Begriff "Anarchie" und auch vielen anderen gemacht wurde, wird alles in sein Gegenteil verkehrt und in die Köpfe eingepflanzt, um die eigentlich positiven Seiten zu verunglimpfen. Und weil es pausenlos und in inflationärem Umfang gemacht wurde und wird, glauben die meisten, die sich allenfalls oberflächlich, meist gar nicht, damit befassen, diesen Schwachsinn.


Na... darauf gehe ich jetzt nicht ein. Aber vielleicht kannst du mir meine Frage beantworten. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sozialismus bzw. einer Sozialistin, einem Sozialisten und Kommunismus bzw. einer Kommunistin, einem Kommunisten???

zugucker hat geschrieben:
Naja, die Worte wurden nicht benutzt, de facto gabs das aber durchaus. Aber weniger aus Konkurrenz am Arbeitsplatz wie heute, sondern aus politischen Gründen. Einfachstes Beispiel: Wehrdienstverweigerer, die nicht studieren durften.
Lustigerweise wird dabei aber vergessen, das es sowas genau so im Westen gab (Berufsverbot).


Gut, dass du das erwähnst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2021, 18:05 
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Freak

Registriert: Sa 7. Apr 2007, 19:10
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Luzifer hat geschrieben:
Es war eben ein System soweit ich es verstanden habe, indem das einzelne Individuum weniger persönliche Freiheiten gehabt hat.


Naja, das muß man auch differenzierter sehen.
"Zu hause" hatten wir wesentlich mehr Freiheiten, ich denke da vor allem an die ausufernde Bürokratie hierzulande. Da mußte man kaum Lebenszeit mit irgendwelchen Sesselfurzern auf Ämtern oder mit Steuererklärungen oder ähnlichem Schwachsinn verbringen oder sich für eine Krankenkasse unter 100 entscheiden und sich dementsprechend erstmal damit befassen.
Es hat auch niemanden interessiert, wieviel Hühner du hälst und wieviel Eier Du verkaufst. Sowas wie ein Finanzamt gabs eben gar nicht, oder Schnüffler, die in die Ställe gucken.
Andererseits gabs natürlich eine äußerst ausgeprägte Schnüffelunkultur, sobald irgendwas politisch-ideologisch relevant war. Sowas ähnliches wie die heutige "Political Correctnes", nur schlimmer. Man war also in seiner Meinungsäußerungskultur sehr eingeschränkt und mußte lernen, damit um zu gehen, nicht sofort alles, was einem einfiel, hinaus zu posaunen.
Und natürlich gabs die eingeschränkte bzw. für Normalos nicht existente Reisefreiheit, Selbstständigkeit (Berufe) ect.
Wie sehr eine Einschränkung und überhaupt alles als schlimm empfunden wurde, war übrigens auch recht individuell verschieden. Mich hats z.B. nicht gestört, nicht in den Westen fahren zu dürfen, andere, die Verwandschaft hatten, wohl sicher mehr. Mich hat der politisch-ideologische Schwachsinn und die Propaganda mehr gestört, viele haben das einfach miitgemacht und weggesteckt, so wie heute eben auch.

Luzifer hat geschrieben:
Gleichberechtigung von Frau und Mann etwas voraus hatten. Jetzt stellt sich mir die Frage... lag das an der kommunistischen Erziehung oder lag es vielleicht einfach mehr daran das eine so strenge Trennung in der Ost-Kultur weniger verankert war... als in der West-Kultur?


Ich sag mal so: Es wurde Frauen viel eher ermöglicht, für sich selbst zu sorgen, weil es nie genug Arbeitskräfte gab. Gleichzeitig wurde ihnen auch nahegelegt, Kinder zu kriegen. Daher hatten sie offiziell den gleichen Status wie Männer. Und das wurde auch so kommuniziert.
Das hat natürlich das Selbstwertgefühl der Frauen enorm gehoben.
Mit kommunistischer Erziehung hatte das eher weniger zu tun. Das war eher Pragmatismus, auch wenn es natürlich propagandistisch so dargestellt wurde.
Die Ost-West-Unterschiede beruhen wohl darauf, das im Westen konservativ-patriarchalische Kräfte die Gleichstellung lange verhindert haben, was wohl auch mit dem Wirtschaftswunder (Produktivitätssteigerungen) und dann mit den ersten Wirtschaftskrisen zu tun hatte, wo man plötzlich keine Arbeitskräfte mehr brauchte und froh war, das Frau an den Herd abgeschoben werden konnte.

Luzifer hat geschrieben:
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sozialismus bzw. einer Sozialistin, einem Sozialisten und Kommunismus bzw. einer Kommunistin, einem Kommunisten???


Also eigentlich sollte der Sozialismus in der Theorie eine Vorstufe oder Übergangsform zum Kommunismus sein.
Also in etwa so: Kapitalismus ("böse")---> Revolution--> Machtergreifung des Proletariats--> Sozialismus in Form eines starken Staates, der vor allem die wichtigen Produktionsmittel, Justiz, Polizei ect. in der Hand hat und der dann die Vorraussetzungen schafft, sich "später" mal um zu wandeln und quasi selbst ab zu schaffen indem er sich in ein kommunistisches, staatsapparatloses Gebilde, in dem "alle" gemeinsam regieren und zusammenarbeiten umwandelt.-->Kommunismus/anarchisches Paradies für alle, in dem jeder nur noch paar Stunden am Tag an ein paar Hebelchen sitzt, weil Roboter alles machen, und ansonsten jeder macht was er will :lol:
Aber vielleicht solltest Du erstmal den Wikipedia-Artikel lesen, dann hast Du erstmal nen groben Überblick was gemeint ist, und wie unterschiedlich der begriff benutzt wird...
https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunismus

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(Erik Gustav Geijer, 1783-1847, schwedischer Schriftsteller)


Zuletzt geändert von zugucker am Di 12. Jan 2021, 18:38, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2021, 18:16 
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Noch zur Ergänzung: man muß sich immer bewußt sein, das Begriffe, vor allem Kampfbegriffe wie "sozialistisch" oder "kommunistisch", mit denen umhergeworfen wird, von diesen Leuten mit einer bestimmten Absicht benutzt werden (außer von denen, die sie einfach nur nachplappern, weil sie keine Ahnung haben, aber davon sehr viel).

Wer das Regime von geisteskranken Psychopathen wie Pol Pot als "Kommunismus" bezeichnet, ist entweder völlig verblödet, oder er macht das, um den (theoretischen) Kommunismus zu verunglimpfen. Kommunismus ist in der Theorie was völlig anderes, ja genau das Gegenmteil als die Alleinherrschaft geisteskranker Psychos, die in einen Steinzeit-Bauernstaat zurück wollten.
Daran ändert auch nichts, das die eine sogenannte Kommunistische Partei hatten. Jeder Psycho hängt sich irgendein Mäntelchen mit nem netten Namen um, um nicht gleich erkannt zu werden.
Der korrupte Laden hierzulande nennt sich ja auch "Demokratie", klingt doch auch nett, obwohl das Volk hier nichts weiter zu melden hat, als sich alle 4 Jahre aus suchen zu dürfen, von wem es gern gemolken werden will. :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Di 12. Jan 2021, 18:33 
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Achso, noch vergessen:
Zitat:
Aber vielleicht kannst du mir meine Frage beantworten. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sozialismus bzw. einer Sozialistin, einem Sozialisten und Kommunismus bzw. einer Kommunistin, einem Kommunisten???


Das ist auch wieder so ein schönes Beispiel für die Begriffsverwirrung und Gehirnvernebelung.

Vor 100 Jahren waren Sozialisten mal Leute, die eine starke Kapitalismuskritische Haltung hatten und nach Alternativen suchten. Die standen also dem (theoretischen) Kommunismus oder auch dem Anarchismus nahe.
Die SPD hat es geschafft, sich als Systemhure zu profilieren, den "kommunistischen" Arbeitern in den Rücken zu fallen und im Laufe der Zeit ist der Begriff dann mehr für Leute gebraucht worden, die grundsätzlich kein Problem mit dem Kap. haben, sondern ihn nur ein "bischen netter" machen wollen :lol: . Also ein schönes Feigenblatt, weiter nix. Deswegen gehen sie ja nun auch immer mehr in die Bedeutungslosigkeit :mrgreen: Das hat wohl nun auch der letzte Depp begriffen, das die nix mit Sozialismus am Hut haben. Wer solche Möchtegern-Sozialreformerchen als "Sozialisten" bezeichnet, ist genau so ein Depp wie die :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Mi 13. Jan 2021, 01:23 
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Nur eine Kreatur die unendlich schwach und feige ist, würde soetwas wie den Kommunismus suchen, sich seinen Regeln unterwerfen und sich anschliessend auf verdrehte Weise darin wohlfühlen.

Denn dieses beinahe bedingungslose angleichen und selbstversenken in einem Kollektiv aus anderen Unfähigen ist einfach ein Ausdruck grenzenloser Hilflosigkeit. Geboren aus der Hoffnung, dass die dumpfe Masse richten kann, was schon der einzelne Teil davon sich nichteinmal vorzustellen oder zu glauben wagt. Solch ein Streben ist doch völlig vergeblich!

Soetwas wie sich selbst einem unpersönlichen Kollektiv zum Sklaven zu machen und diesen Zustand im Anschluss universell auch anderen zufügen zu wollen, um sich selbst unter Raub derer Arbeitskraft, ohne Mühen der mindersten Versorgung zu versichern, ist nunmal die niedrigste Form der gierigen Gehässigkeit, die auch den Kapitalismus entstellt.


Es gibt einen Grund warum Marx den Kapitalismus, oder vielmehr die Kreaturen die er hervorbringt, axiomatisch als Vorbedingung für diesen eskalierten Unfug annimmt - Allein deshalb sollte man schon hellhörig werden.... Spätestens bei seinen Forderungen alle anders gestrickten Kulturen, die historisch keinen ausgeprägten Kapitalismus ausgeprägt haben, zu eliminieren, da sie nicht "revolutionierbar" wären, da ihnen die genannte Vorbedingung fehlt - sollte eigentlich klar machen, dass der Kommunismus nach marxistischer Lesart eigentlich nichts weniger als eine Sklavenhaltergesellschaft anstrebt, die einer winzigen Gruppe Auswählter alternativlos Diensten sein soll, und das ohne Möglichkeit für die Sklaven zu fliehen. Deswegen ja die sogenannte "Internationale" - und die "Proletarier aller Länder" usw.... Eine weltweite Sklavenhaltergesellschaft ohne Fluchtmöglichkeiten für die Sklaven, ist das Ziel der Kommunisten.... nach ihnen darf keine andere Kultur mehr existiern, ausser ihr eigener Wahnsinn. -> Universalismus


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 Betreff des Beitrags: Re: Was haltet ihr von Kommunismus?
BeitragVerfasst: Mi 13. Jan 2021, 13:51 
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Registriert: Mi 30. Okt 2013, 21:24
Beiträge: 262
Luzifer hat geschrieben:
Aber vielleicht kannst du mir meine Frage beantworten. Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Sozialismus bzw. einer Sozialistin, einem Sozialisten und Kommunismus bzw. einer Kommunistin, einem Kommunisten???


Junge, junge... dass ich dir sowas erklären muss... aber gut, man soll der Jugend entgegenkommen...

Die Sozialistin hat (größere oder kleinere) Brüste und eine Muschie
Der Sozialist hat Bartwuchs und einen Pimel
Die Kommunistin hat (größere oder kleinere) Brüste und eine Muschie
Der Kommunist Bartwuchs und einen Pimel

Wenn sie sich sehr liebhaben machen sie das wie Bienchen und Blümchen und dann gibt es einige Zeit später gaaanz kleine Sozialisten und Kommunisten...

_________________
lieber es nötig haben und zu haben, als es nicht nötig haben und nicht zu haben


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