Aussteiger und Selbstversorger Forum

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BeitragVerfasst: So 28. Jul 2019, 16:48 
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Durchgeknallt
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Die Finanzmärkte haben sich von der "Mini Krise 2018" inzwischen wieder beruhigt, der Zins wird einfach weiter niedrig bleiben.
Aber was könnte das alles bedeuten?
Beispiel Immobilienpreise aus Detroit, die Stadt die nach der letzten Finanzkrise pleite gegangen ist.
Preise vor der Finanzkrise für Häuser in der Stadtmitte 190k, nach der Krise 70k, jetzt 340k.
Man hätte also, wenn man in der Krise gekauft hätte, mal eben in ein paar Jahren 270k gemacht.
btw. GM wurde mit Steuergeldern gerettet und streichten viele Stellen in Detroit.
Die großen Fische haben das leere Detroit dann aufgekauft und verdienen nun damit.
Man kann eigentlich sagen, große Fische, Kreditgeber, Investoren, die die Krise durch falsche Entscheidungen hervorgerufen haben, profitierten am Ende davon.
Das ist ein Extrembeispiel, dennoch kann man sagen, dass die Preise jetzt allgemein deutlich höher sind als selbst vor der Immobilienkrise so um 2008.

Soviel dazu, die Verschuldung von Unternehmen hat in den USA ein neues Rekortniveau erreicht, dazu beigetragen haben auch die niedrigen Zinsen, mit der man die letzte Krise mildern wollte.
Man hat Zombiefirmen, die deshalb überleben, weil die für ihre Kredite nix zahlen.
Anders natürlich der private Mensch, bei dem davon zwar auch was ankommt aber in der Form davon nur träumen kann.

Was mir auch aufgefallen ist, dass viele Unternehmen, jetzt in der (noch) "mini Krise" ihr Unternehmen erweitern, natürlich auf Pump.
Das könnte auch erstmal noch ein paar Jahre gut gehen.
Was passiert aber, wenn die jetzt ihre Kapazitäten aufbauen und alles kaufen was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, jedoch niemand da sein wird, der das Zeug haben will?
Dann müssen die noch mehr Kredite aufnehmen oder "Konsolidieren".
Das ganze wird nur gut gehen, wenn die Konjunktur weiter heiß läuft.

Natürlich betrifft das Ganze auch EU und dem Rest der Welt, genau wie beim letzten mal.
Zudem da es bei den Immobilienpreisen in D genau das gleiche Elend ist.


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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 06:51 
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Die Finanzwelt " strickt momentan mit verdammt heißer Nadel. Wenn da nur irgendwo eine Masche fällt, löst sich der ganze Vorhang auf !
Es sei denn jemand nimmt den Vorhang ab und hängt da was anderes hin.... "

Ich hoffe ja inständigst darauf das endlich eine Masche fällt und sich der Vorhang auflöst....

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unsere Winterflucht 2019/20 (externe Website)


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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 09:27 
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Aussteiger

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Ist nicht alle paar Jahre irgendwas mit Krise?
Man könnte auch einfach den Privatbesitz von mehr als eine Million € oder $ verbieten, also staatlich konfiszieren.

Bzw. man setzt es erst bei einer Milliarde an und schraubt dann langsam runter. Weil ist ja auch irgendwo assozial soviel zu besitzen. Wahrscheinlich ein krasser Gegensatz zu unseren Pyramidensystem, indem immer jemand an der Spitze stehen "muss".

Hat ja irgendwer von der Linken glaube schonmal vorgeschlagen. Als Grund könnte man angeben, dass das Land Deutschland oder die Welt einfach schlechte Erfahrung mit soviel Reichtum gemacht haben.

Für den Einzelnen ist es dann vielleicht auch besser. Schließlich brauchen sich dann Millionäre keine Angst mehr um ihre Kohlen zu machen. Die werden dann wahrscheinlich haufenweise ihre Kohlen in die Schweiz schaffen wollen.

Ist halt irgendwo vielleicht eine Grundsatz Diskussion. Regulierte "sozialistische" Marktwirtschaft oder man baut drauf das sich alles mit der Zeit von selbst regelt.

Damit wäre der American Dream vom Tellerwäscher zum Millionär natürlich aus. Auf der anderen Seite ist es statistisch gesehen für einen Normalbürger eher unwahrscheinlich das er eh jemals diese Summe erreicht.


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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 12:10 
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Durchgeknallt
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Aus dem fünften Armuts und Reichtumsbericht der BRD, geht klar hervor, das 50% der Bevölkerung 99% des Vermögens halten.
Bei den unteren 50% ist es von seit 1998 von 3,7% auf 1% weiter gesunken.
Die oberen 10% halten über 50%.
Schade, dass die anscheinend das besonders interessante obere 1% nicht mehr drin haben. :motz:
Ich mein das war mal in einem drin oder ich übersehe es.

Aber das sind noch alles Peanuts im internationalen Vergleich, D ist da noch ein leuchtender Stern.
Im globalen Vergleich schneidet D noch recht gut ab.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gini-Koeffizient
Wobei das Einkommen ist, beim Vermögen siehts schon wieder anders aus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der ... verteilung
Ich will gar nicht wissen, wie es erst in anderen Ländern im Detail aussieht, die Karte auf Wiki spricht Bände.
Bei Südafrika weiß man nach einem Blick darauf auch, warum die Schwarzen da zu Faschisten werden. :lupe:
Der Grund ist auch, dass der Westen nunmal als erstes diese Form des Kapitalismus hatte.
Vorteile ziehen weitere Vorteile nach sich und da sich das Geld nun mal vermehrt, hat auch der am ehesten das meiste davon, der zuerst angefangen hat.
Jedoch zeigt die Karte auch, dass China der kapitalistischste pseudo Sozialismus der Welt ist.

Dass D trotz guter Einkommensgleichheit, so ein Vermögensunterschied hat, ist denke ich historisch begründung.
Land der Mieter eben.
Dass die unteren 50% ihr letzten Erbsen auch noch verloren haben... tja, ist halt immer das gleiche Konzept, nur die Ausgangslage war eben anders.

Beim Vorschlag mit einem Vermögenslimit bin ich skeptisch, das kann man sich im globalen Markt nicht leisten.
Trotzdem ist klar, dass man irgendwie die arm/reich Schere durchbrechen muss, wenigstens den Trend stoppen muss.
Denn immer mehr ist in der Hand von immer weniger Leute, das stelle man sich mal 1000 Jahre in die Zukunft vor.
Wenn der Trend nicht aufgehalten wird, gibt es irgendwann nur noch zwei Klassen, die super Reichen und die armen Schlucker.
Oder es rappelt halt wieder, was aber auch schlecht sein kann.
Dass das so dauerhaft nix mit sozialen Frieden wird, ergibt sich jedenfalls bei dem Gedanken ganz automatisch.

Ich glaub am reinen Kapitalismus aber auch nicht.
Es wird ja immer gesagt ist effizienter und billiger, aber wo ist es denn billiger, wenn die Scheiße am Ende eh vom Steurzahler und damit von der Gesellschaft getragen wird?
Billiger, weil die Mitarbeiter mehr geknechtet werden und wenn einer nicht genug verdient, wer bezahlt dann den Rest der ihnen fehlt?
Auch die Gesellschaft.
Vielleicht sollte man beim nächsten mal probehalber Unternehmen, die von Steuern für lau vor dem Bankrott gerettet werden, kurzerhand ganz übernehmen.
Es darf halt nur nicht unter einer trägen und selbstgefälligen "ist ja nicht mein Geld" beamten Fuchtel sein, soviel hat man ja mittlerweile gelernt.
Dass der Staat die am Tisch genau überwacht und das letzte Wort hat, sollte dann aber schon drin sein.
Hab da auch die Schnautze voll "der Markt soll sich selbst regulieren und der Staat blos nicht eingreifen", jo aber wenn das Konto dann auf minus x Milliarden geht, schreien die nach Hilfe.
Ist ja "systemrelevant", jo, warum hat es dann nicht der Staat, wenn es systemrelevant ist?


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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 13:20 
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Derweilen freut sich Siemens über einen Großauftrag in Guantanamo:
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Wi ... ntanamo-um

--------------


Auch noch interessant, wie Deutschland Geld aus der ganzen Situation macht.
Allein mit Bundesanleihen, verdiente der Staat über 9 Milliarden Euro.
Er bekommt dafür Geld, das Geld dort "sicher" parken zu dürfen.
Der Parker zahlt drauf.

https://www.handelsblatt.com/finanzen/m ... EDCape-ap5

Eigentlich ein total dummer Gedanke aus Sicht der Investoren, aber irgendeiner muss es anscheinend aus Gründen für eine gute Idee halten. :lach:
Auf jedenfall könnte man damit auf die Idee kommen, der Sparkurs hat sich gelohnt, denn wenn man mit den Schulden, für die man noch Geld bekommt die alten ersetzt.
Jo, was will man eigentlich mehr als Schuldner?
Hätte gern das gleiche System für mich, dann würd ich auch Schulden machen. :lach:

Da scheint sich irgendwas neu zu ordnen, alte Konzepte sind teilweise nicht mehr gültig, ohne eine Systemänderung. :gruebel:


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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 15:28 
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Das mit den Zinsen ist doch ganz einfach:
Wenn du Geld auf ein Konto legst bezahlen Banken und Großanleger 0,4% Strafzinsen. bei den Staatsanleihen sind es nur 0,24% und ist weitaus sicherer geparkt. Die machen also 0,16% weniger Verlust als die die das Geld auf ein Konto legen... bei weniger Risiko.

Das System was alle mit "kostenlosen" Geld versorgt hat ein Problem. Sobald es kritisch wird fallen alle "Zombiefirmen" die nur durch das billige Geld am Leben erhalten werden weil sie eigentlich nicht wirtschaftlich arbeiten. Die Folge wird eine erhöhte Arbeitslosigkeit sein und steigende Preise. Na toll....

Das schafft aber wiederum nur noch mehr Kapital von "unten nach oben". Jede Kriese ist nur eine Kriese der "Armen".

Mfg

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Was wir in dieser Welt brauchen sind ein paar Verrückte mehr, denn seht wohin uns die Normalen gebracht haben. "George Bernard Shaw"
Glaubt an morgen und pflanzt einen Baum.


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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 16:26 
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m0rph3us hat geschrieben:
Wenn du Geld auf ein Konto legst bezahlen Banken und Großanleger 0,4% Strafzinsen. bei den Staatsanleihen sind es nur 0,24% und ist weitaus sicherer geparkt. Die machen also 0,16% weniger Verlust als die


Ist aber schon eine Kuriosität, die es anscheinend noch nicht lange gibt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Negativzins

Bin mal gespannt was draus wird.
Signal zum Absturz oder wird die Finanzwelt ab jetzt immer so aussehen, dass die Leute die nur Vermögen in Geld horten bestraft?
Eigentlich wird man ja schon lange dafür bestraft, durch Inflation, jetzt gibts noch mal was drauf.


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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 16:41 
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Ne, wer Geld hat wird nicht bestraft.
Wer Geld übrig hat kauft sich einfach Immobilien und Grundstücke. Die steigen im Preis. Und da es weniger davon gibt steigen die preise und mieten weiter...

Der negativzins sagt nur dafür das das Geld im Umlauf bleibt, davon wird es weder mehr noch weniger. Hat eher zur Folge, daß auch Unternehmen lukrativ sind die nur 3% "miese" machen, die sind dann auch noch wirtschaftlich.

Aber wenn der Knoten platzt sind die alle weg vom Fenster. S.o.

Mfg

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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 16:46 
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m0rph3us hat geschrieben:
Ne, wer Geld hat wird nicht bestraft.
Wer Geld übrig hat kauft sich einfach Immobilien und Grundstücke. Die steigen im Preis. Und da es weniger davon gibt steigen die preise und mieten weiter...

Der negativzins sagt nur dafür das das Geld im Umlauf bleibt, davon wird es weder mehr noch weniger. Hat eher zur Folge, daß auch Unternehmen lukrativ sind die nur 3% "miese" machen, die sind dann auch noch wirtschaftlich.

Aber wenn der Knoten platzt sind die alle weg vom Fenster. S.o.

Mfg


Ok, ich formuliere es anders, Geld haben und nicht wissen was man damit machen könnte.
Wenn man bei sowas mit macht, bedeutet das, dass man nichts besseres damit anzufangen weiß.
Eben keine Aktien, Immobilien kaufen usw. oder es ist nur die "kleine Reserve".

Reserve für die Zeit nach dem Crash. :lach:
Was gar nicht soooo dumm sein könnte, bleibt nur abzuwarten, ob es die richtige Entscheidung war.
Mal schauen ob die sich alle irren. :bandit:

Ich wette gerade darauf, dass die sich alle irren. :bandit:
Wenn die Wette auf geht und die alle falsch liegen, dann holla die Waldfee, wird das abgehen, wenn die alle in Panik ihr teures Geld wieder abziehen und investieren, alle schreien "kaufen" egal zu welchen Preis.
Soweit zumindest mein Plan. :schaf:


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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 20:48 
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Registriert: Di 6. Mai 2014, 19:07
Beiträge: 2899
Wohnort: Perle des Erzgebirges
Jeder versucht seine Schäfchen ins trockene zu bringen, frag mal Schäfchen.

Was mich etwas beunruhigt ist, das das gerade viele tun, also Kapital sichern. Geht schon seit ein paar Jahren so mit mehreren Hoch und Tiefs.

Aber das warum sehe ich noch nicht. Also in dem Sinne kommt da noch was oder spekulieren die nur?

Ich bin seit Jahren überrascht woraus die Wirtschaft immer wieder Kapital schlägt um weiter zu machen. Wie im alten Rom, Geld stinkt nicht. Als die Latrinen besteuert wurden...

Mfg

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BeitragVerfasst: Mo 29. Jul 2019, 21:02 
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Schamane

Registriert: Do 6. Okt 2016, 08:49
Beiträge: 636
Wohnort: Altenstein
Klassische Volkswirtschaftslehre...

Es gibt nur 5 Konten wo das Kapital sein kann... :wink:

Konto 1: Private Haushalte
Konto 2: Unternehmen
Konto 3: Finanzsektor
Konto 4: Staat
Konto 5: Ausland


Die privaten Haushalte und der Finanzsektor sind gegenwärtig im plus

Die kredithungrigen Unternehmen, der Staat und das Ausland sind im Falle Deutschlands in der Kreide...


Was daraus folgt ist eigentlich klar... :twisted:


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BeitragVerfasst: Di 30. Jul 2019, 02:20 
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Selbstversorger

Registriert: Sa 6. Dez 2014, 02:06
Beiträge: 452
tja,

sehr komplexes Thema....
Will da mal nur eines rausnehmen bzw. beispielhaft ansprechen da ich grad die Tage mit meiner Schwester über deren kapitalbildende (besser kapitalvernichtende) Lebensversicherung gesprochen habe; Vertragslaufzeit hier 40 Jahre.
"Du hast doch schon vor paar Jahren von einem möglichen oder bevorstehenden Finanzcrash gesprochen Jana" sagte sie sinngemäß und "bis jetzt ist das aber noch nicht passiert".
Richtig, aber keiner derer die sich mit den Themen intensiver befasst haben und wenigstens die wesentlichen Zusammenhänge und Wirkmechanismen zu verstehen glauben, war und ist in der Lage ein Antwort darauf zu geben, WANN es passiert und WIE dann.

Die Lage spitzt sich immer weiter zu an vielen Fronten und wie lange dieses Schuld-Geld/Finanz-System noch irgendwie weiterfunktioniert bzw. durch BESONDERE Maßnahmen noch ne zeitlang aufrecht erhalten werden kann, keine Ahnung.
Aber wenn es kracht und mindestens zu enormen "vermögens"verlusten kommt, zwangsläufig kommen muss, dann sollte man sich mal so überlegen wen es treffen wird.

Um mal bei der Kapitallebensversicherung zu bleiben.
Vorweg, ich hüte mich, irgendjemandem Ratschläge zu seinen persönlichen Finanzen zu geben, auch nicht meiner Schwester.
Hab ihr nur empfohlen sich das doch mal genauer anzuschauen was sie da hat.
Und dann habe ich aus dem Anlass heraus selber mal ein bisschen nachgeschaut und gelesen.

In Deutschland gibt es mehr KLV (kapitalbildende Lebensversicherung) Vertäge, als es Einwohner hat nämlich ca. 90 Millionen.
Kapitalisiert geht es hier um Werte im hochstelligen Milliardenbereich wenn nicht bis in die Billion.
Ein Grossteil der eingezahlten Gelder bzw. Beiträge müssen durch den Versicherer, da gesetzlich vorgeschrieben, in Staatsanleihen angelegt werden.
Wenn jetzt neu aufgelegte bzw. ausgegebene (zehnjährige) Bundesanleihen nicht mal mehr einen Positivzins erbringen sondern sogar negativ, wie wollen die versicherer ihre (gerade in Altverträgen) versprochenen 3,5 oder gar 4 Prozent Zinsen "erwirtschaften"? Geht nicht oder maximal noch in riskanten Staatsanleihen von überschuldeten Süd-EU Ländern.
Wenn vertraglich zugesagte Gewinne auf solche Policen aber gar nicht mehr zu erwirtschaften sind, dann droht ein Ponzi System (Schneeballsystem) wonach aus den Beiträgen neuer Kunden die fälligen Ausschüttungen der alten Kunden bedient werden.
Problem hierbei, das ist meines Wissens verboten für solche Verträge und zum anderen gibt es langfristig nicht genug Neukunden da das Modell KLV am Aussterben ist.

Inzwischen hat man Paragraphen ins Versicherungsgesetz aufgenommen, die einen teilweisen oder gar einen Totalverlust solcher Verträge per Gesetz legitimieren für den Fall, das der Versicherungsgeber finanziell "angeschlagen" oder gar insolvent ist.
Man darf davon ausgehen, dass die Millionen Versicherungsnehmer hierüber nicht informiert wurden.

Hier ein Beitrag, Video zum Thema:
Andreas Popp: Lebensversicherungen vor der Pleite...

Wie gesagt, nur eines herausgegriffen aus dem ganzen Problemenkomplex aber allein an diesem Bespiel kann man sehen, welche gigantischen Auswirkungen es haben kann oder haben könnte, sollte das Kartenhaus tatsächlich zusammenfallen.


jana


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BeitragVerfasst: Di 30. Jul 2019, 10:40 
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Registriert: Do 9. Aug 2012, 17:40
Beiträge: 2526
Elirithan hat geschrieben:
Was daraus folgt ist eigentlich klar... :twisted:


Das was passiert, sah man in Argentinien mit seiner liberalen Wirtschaftspolitik und bekamen eigentlich nur das was die wollten, der Markt sollte alles regulieren und der entschied, dass Argentinien und damit alles darin einfach scheiße war.
Gläubiger bekamen ihr Geld nicht.
Unternehmen machten pleite oder wanderten ab.
Aber der Staat, stand immer noch.

Würde alles auf die Bürger zurückfallen, ist der Ofen erstmal für 50 oder 100 Jahre aus aber das macht dem Staat nix.

Oder eben, wenns auch ne Stadt ist, in Detroit.
Mord und Totschlag, Armut, Drogen und dann kommen irgendwann wieder die Investoren, weil alles so schön billig geworden ist, was Arbeitskräfte und Raum angeht.
Ein paar sind da auch sowas wie Aussteiger geworden, halten ein paar Hühner und schimpfen auf die Stadt und den Staat, die Mehrheit jedoch :arrow: kannst du vergessen, das sind dann nur noch Zombies ohne Geld.
Das bezahlen auf die ein oder andere Art am Ende immer alles die Bürger aber der Staat geht daran nicht zugrunde.

----

Was mich ein bisschen ankackt ist, dass sich die, die am wenigsten haben sich immer so gerne selbst zerfleischen.
Kann man sich einfach nicht mit anschauen so viel Blödheit.


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BeitragVerfasst: Mi 31. Jul 2019, 11:28 
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Beiträge: 1457
.
Hey Ihr Tastaturhelden,

Ihr habt sicher Recht - das Finanzen und Bankensystem ist eine große Blase -
kann jederzeit platzen und ungeahnte Folgen haben ...

Was Jana toll beschreibt, ein Teilaspekt der "dünnen Schicht der Sicherheit",
ist wohl harmloser als die Realität. Was im Hintergrund köchelt,
in den Händen Weniger, ist erschreckender.

Ja, Ihr habt Recht, es gibt viel an unserem System zu kritisieren
und Aufklärung ist wichtig und gut !

Was mir hier fehlt (wie auch im Thema "Plädoyer für Deutschland")
sind konstruktive Verbesserungsvorschläge
oder wenigstens Vorschläge/Ideen
was kleiner Mann/Frau dagegen tun kann :roll:

m0rph3us hat geschrieben:
Wer Geld übrig hat kauft sich einfach Immobilien und Grundstücke. Die steigen im Preis.
Und da es weniger davon gibt steigen die preise und mieten weiter...

Morphs Idee ist gut, wenn man/frau Geld hat -
aber wer hat das in diesem Forum schon ?

Ich hatte die gleiche Idee - preiswerte Immobilien kaufen
und gemeinschaftlich sanieren.
Habe das ja ausführlich im Marktplatz vorgestellt (Deine/Eure/unsere Chance ...)
Habe es wiederholt vorgestellt - aber keine Unterstützer gefunden:
Andi hat geschrieben:
Ich kann kein ganzes Land besetzen, aber kleine Stücke davon.
Mein Angebot hier (im Marktplatz) Immobilien zu kaufen
und sie danach zu kleinen Paradiesen für Aussteiger umzugestalten
ist z.B. so ein kleines bisschen "Land besetzen"
und dazu "Immo-Makler austricksen" und "eigene Welt bauen" -
macht bloß keiner mit - motzen ist einfacher :roll:

Sorry dass ich wieder nerve - aber die am Lautesten gegen das System brüllen,
haben mich am Meisten angegriffen.
Da verstehe ich Peperoni aus eigener Erfahrung gut:
Peperoni hat geschrieben:
Was mich ein bisschen ankackt ist, dass sich die, die am wenigsten haben
sich immer so gerne selbst zerfleischen.
Kann man sich einfach nicht mit anschauen so viel Blödheit.


Eigentlich sollten Leute wie ich, mit solchen Ideen, untertützt werden,
um die von Euch beschriebene Abhängigkeit vom System ein bisschen
zu durchbrechen. Ich bin, glaube ich, linker als links :wink:

Mich nervt genau wie Euch die (Fast-)Ohnmacht gegen das System,
aber - ehrlich- mehr nervt mich, dass Nichts (gemeinsam) dagegen getan wird.

Ist jetzt KEIN Angriff gegen Euch, aber vielleicht ein Denkanstoß
Menschen mit Lösungsansätzen, wenn auch kleinen, Mut zu machen
und gerade hier im Aussteiger-Forum zu unterstützen :wink:
Warum sagt Jana in ihren Kreisen mein Angebot nicht weiter ?
Und wenn meine Person nicht passt, warum macht Ihr sowas nicht selber ?

peace and love and sanity with you :wink:
.

_________________
... nicht labern, sondern machen !

Unsere WG zum Leben und Aufatmen sucht Mitbewohner
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BeitragVerfasst: Mi 31. Jul 2019, 11:33 
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:wink:

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