Aussteiger und Selbstversorger Forum

Für Träumer und Realisten.
Aktuelle Zeit: Di 22. Jun 2021, 16:49

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 5 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Eine kleine Geschichte.
BeitragVerfasst: Mo 15. Mai 2017, 14:29 
Offline
Träumer

Registriert: Mo 26. Okt 2015, 19:16
Beiträge: 10
Hey Leute,

ich möchte hier gerne meine Geschichte meiner Wanderung reinschreiben. Insgesamt war ich 16 Tage unterwegs und ich möchte die Geschichte in 16 Teile aufsplitten wann die Teile rauskommen weiß ich nicht. Ich werde sie schreiben wann ich Lust dazu habe. Ich hoffe sie gefällt euch.

Hier der erste Tag:
Tag 1


Die Zugtür ging hinter mir zu. Ich war in Flensburg. Ich habe es tatsächlich getan ich habe den Schritt gewagt und habe gerade eben meine Fernwaderung begonnen. Alles was jetzt passieren würde ist wichtig.
Die Nacht habe ich nicht geschlafen es gab mal wieder Stress mit Peter.
Ich wohnte schon seit einem halben Jahr bei ihm. Es sollte nur übergangsweise sein bis ich eine Wohnung gefunden hätte. Doch niemand wollte einen Hartz 4 Empfänger haben.
Ich wollte früh schlafen gehen, damit ich am nächsten Tag gut ausgeschlafen bin, doch Peter saß noch bis 3 Uhr am PC und spielte Ego-Shooter, schrie und beschimpfte seine Teamkolegen. Ich lag nur 5 Meter neben ihm und die dünne Tür zwischen uns die schütze mich nur geringfügig vor dem Lärm. Um 3 Uhr hatte ich die Schnauze voll. Ich schnappte mir meinen Rucksack den ich morgens schon fertig gepackt hatte und ging wortlos ohne mich zu verabschieden.
Es war einfach genug. Er ist nicht mit auf meine Abschiedsparty gekommen, weil er schlafen wollte. 3 Monate wollte ich weg und er kommt nicht?
"Wir holen es nach.", sagte er. Doch an dem Tag an dem wir gemütlich noch einen zusammen trinken wollten lag er bei einer anderen im Bett.
Nein das war genug!

Müde zog ich meine Blättchen aus dem Tabakbeutel und sah mir die Adresse noch einmal an die ich mir hastig drauf geschrieben hatte. Es war ein Hostel, heute würde ich bestimmt nicht mehr wandern können.
Ich fragte im Kaffee beim Bahnhof nach dem Weg und marschierte los. Es war gar nicht so weit. Ich holte mir ein Zimmer für eine Nacht. Die Frau am Tresen guckte mich ein wenig irritiert an sagte jedoch nichts.
Es kommen wahrscheinlich nicht viele Leute her, die ein großen Wanderrucksack auf dem Rücken haben und auch noch drein schauen als wären sie ein Zombie.
Nach einem kleinen Plausch ging ich in mein Zimmer. Es war sehr klein aber genau das was ich brauchte, denn es stand ein Bett drin mehr wollte ich gar nicht.
Bettdecke und Bettlaken hatte ich nicht da dies noch extra gekostet hätte, das störte mich jedoch nicht ich hatte meinen Schlafsack dabei.
Ich zog meine Schuhe und Klamotten aus, holte besagten Schlafsack aus dem Rucksack und kuschelte mich ganz tief in ihn hinein. Es dauerte wahrscheinlich keine 3 Sekunden da war ich schon eingeschlafen. Stunden später wachte ich wieder auf.
Ich stand auf, ging nach draußen und rauchte erst mal eine. Ich wollte noch Lina anrufen, sie hatte ich erst vor einem halben Jahr kennen gelernt als ich zu Peter gezogen bin.
Wir verstanden uns sehr gut und ich hatte ihr in letzter Zeit sehr viel anvertraut unter anderem die Streitigkeiten mit Peter. Ich rief sie also an und war froh ihre Stimme zu hören und mit jemanden über letzte Nacht zu sprechen. Ich ging währenddessen durch einen schönen Park und setzte mich irgendwann auf eine Bank. Es beruhigte mich sehr mit ihr zu reden da ich Angst hatte das Peter meine Sachen die noch bei ihm standen verhökern würde. Sie sicherte mir zu das falls sie so etwas mitbekommen würde sie meine Sachen aus der Wohnung holen würde und schon irgendeine Unterstellmöglichkeit finden würde, ich solle mich auf die Wanderung konzentrieren.
Als wir zu Ende telefoniert hatten ging ich wieder zurück ins Hostel und schlief weiter. Als ich wieder aufwachte war es schon dunkel draußen und ich schaltete den Fernseher an. Rauchen war streng verboten in den Zimmern und ich fragte mich ob ich noch rauskommen würde. Ich öffnete das Fenster und überlegte ob ich es riskieren sollte.... Ich entschloss mich dagegen und ging runter die Tür war noch offen. Natürlich war sie noch offen du bist hier nicht in einer Psychiatrie.
Ich ging wieder rein und schlief weiter.

Hoffe es hat euch gefallen.

_________________
Frei ist nur wer frei sein will


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Mo 15. Mai 2017, 14:29 


Nach oben
  
 
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo 15. Mai 2017, 20:51 
Offline
Durchgeknallt
Benutzeravatar

Registriert: Di 15. Mai 2012, 22:03
Beiträge: 2038
Ja, danke. Schön, dass du uns an deiner Geschichte teilhaben lässt. Bin gespannt, was folgt. :D

_________________
Vergangenheit ist Geschichte,
Zukunft ist Geheimnis,
aber jeder Augenblick ist ein Geschenk.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Mo 15. Mai 2017, 22:39 
Offline
Guru

Registriert: Sa 11. Jun 2016, 21:31
Beiträge: 1543
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo
eigentlich ein schöner Start.... nicht wegen den Umständen mit deinem Gastgeber, das nicht.
Aber weil du nach deinen echten Bedürfnissen schaust und dir das gegönnt hast was du gebraucht hast... erstmal richtig viel guten Schlaf :D


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Tag 2
BeitragVerfasst: Di 16. Mai 2017, 11:47 
Offline
Träumer

Registriert: Mo 26. Okt 2015, 19:16
Beiträge: 10
Danke Shiva und strega.

Du hast Recht strega auf meiner Reise habe ich gelernt sehr auf meine Bedürfnisse zu achten.

Tag 2


Morgens stand ich in aller frühe aber gut ausgeschlafen auf. Ich ging duschen und genoss die letzte Dusche für lange noch einmal richtig. Nachdem ich mich abgetrocknet hatte und etwas gefrühstückt hatte ging ich runter um eine zu rauchen, unten saß eine Frau und genoss die noch relativ kühle Frühlingssonne. Ich sprach sie einfach an so etwas tat ich sonst nie doch mir war einfach danach. Wir kamen in ein nettes aber oberflächliches Gespräch.
Sie war hier um ihrem Sohn bei einem Basektballspiel zuzusehen die beiden würden sich so schon fast nie sehen.....
Ich erzählte ihr von meinem Vorhaben und sah ihre Begeisterung in ihren Augen. Ich fühlte mich bestätigt in meinem Vorhaben, fühlte jedoch auch Angst vor dem was kommt.
Nach gefühlten 20 Ausreden warum ich jetzt noch nicht losgehen sollte und 5 Zigaretten gab ich schließlich doch meinen Schlüssel ab und suchte mir einen Bäcker. Es war Sonntag, eigentlich wollte ich gestern schon eingekauft haben, doch da war ich einfach zu Müde für.
Als ich endlich einen Bäcker gefunden hatte, konnte es los gehen, mit frischen Brötchen für 1,50€ im Gepäck schaltete ich mein Navi an und ging in Richtung E1. Er fing für mich auf einer Brücke an die neben dem Bahnhof lag wo ich gestern ausgestiegen bin. Es ging ganz schön steil bergauf und ich war schon außer puste als ich oben ankam. Hast du vielleicht zu viel eingepackt?? 21kg sind schon ganz schön viel aber auf nichts hätte ich wirklich verzichten können. Als ich oben angekommen war sah ich zur Brücke und sah die erste Markierung des E1. Mir kamen die Tränen. Ich hatte es endlich geschafft. Bis hier hin war es ein langer Weg gewesen so viel musste geplant werden, so sehr habe ich mich auf diesen Weg vorbereitet und da stand ich nun nur noch einen Schritt entfernt und einen Symbolerischen Anfang hätte ich mir nicht vorstellen können eine Brücke. Ich lachte in mich hinein doch äußerlich kamen nur Tränen raus. Ich hob meinen Fuß und setzte den ersten Fuß auf den E1 und ich spürte wie so viel von mir abfiel. ENDLICH!!! Los geht´s!
Ich ging über die Brücke dann führte der Weg nach links, nach rechts, nach links, gerade aus nein nach links verdammt zum Glück hatte ich mein Navi dabei.
Das Navi hatte mir ein Verkäufer aus einem Outdoorladen für die Wanderung geliehen, hätte ich es nicht dabei gehabt ich hätte mich mehrere male hoffnungslos verlaufen.
Ich ging am ersten Tag Hauptsächlich nur über Straßen, Landstraßen aber das störte mich nicht sonderlich, ich war endlich auf dem E1 und das zählte. Ich kam an einem Spielplatz vorbei dort spielten 5 Kinder Fußball.
2 waren im Tor, 2 spielten auf dem Feld nebeneinander und 1 stand nur neben dem Feld und guckte traurig zu und beschäftigte sich mit einem 2 ten Ball. Ich überlegte kurz ob ich zu dem Kind hingehen sollte und mit ihm nen paar Minuten spielen solle, doch entschied mich dagegen und ging weiter weil ich mich nicht traute es anzusprechen.
Am Mittag kam ich an einem See der neben einer Akademie lag an und setzte mich dort auf eine Bank und ließ meinen Blick entspannt über den See gleiten. Es kamen hin und wieder Leute vorbei die mich wie selbstverständlich Grüßten. Ich war vollkommen verdutz grüßte aber zurück. Ich aß gemütlich noch zwei Brötchen und machte mich wieder auf den Weg. Es ging einen kleinen geschwungenen Pfad am See entlang der dann nach links abbog und ins nächste Dorf führte, es wurde auch schon langsam dunkel und ich musste mir unbedingt noch einen Schlafplatz suchen also beeilte ich mich ein wenig. Auf dem Weg traf ich noch ein älteres Ehepaar und fragte sie wo denn das nächste Geschäft sein solle, sie beschrieben mir den Weg und ich merkte ihn mir für morgen. So viel zu essen hatte ich auch nicht mehr.
Ich kam an einem Wohnmobil Geschäft vorbei. Ich musterte die Autos die dort standen und dachte mir: Mit dem Rucksack reisen ist viel schöner.
Ich ging weiter nach einem Kilometer kam ein Wald ich freute mich endlich würde ich meinen Schlafplatz finden, kurz darauf folgte die Ernüchterung, es war ein Naturschutzgebiet.
Ich stand wütend vor dem Schild und verfluchte es. Ich ging wieder ein Stück zurück und sah mir die Waldgrenze an. Ob ich vielleicht dort schlafen könnte? Ich guckte auf mein Navi. Nein ganz bestimmt nicht, denn an der Waldgrenze führte ein Weg entlang. Es war schon fast dunkel und so entschied ich mich gegen meine festen Vorsätze NIEMALS in einem Naturschutzgebiet zu schlafen doch dort mein Lager aufzuschlagen. Ich ging in den Wald hinein und suchte mir einen Platz der nicht gut einsehbar war. Gott sei Dank hatte ich mein Kamoflash Tarp dabei um mich vor ungewünschten Blicken zu schützen. Ich spannte es auf relativ nah am Boden auf, pumpte noch meine Isomatte auf und schlüpfte in meinen Schlafsack. Als ich zu Ruhe kam hörte ich noch ein wenig den immer leiser werdenden Vögeln zu dachte noch einmal an das Kind und bereute es, es nicht angesprochen zu haben und schlief ein.

_________________
Frei ist nur wer frei sein will


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Di 16. Mai 2017, 13:45 
Offline
Guru

Registriert: Sa 11. Jun 2016, 21:31
Beiträge: 1543
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo
danke :D

liest sich total lebendig.

Freu mich für dich!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 5 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

0 Mitglieder


Ähnliche Beiträge

Kleine Paradiese zum Leben und Aufatmen
Forum: Kontaktbörse
Autor: Andi
Antworten: 4
Kleine Mitreiseden abzugeben!
Forum: OFF-TOPIC
Autor: Poelinger
Antworten: 0
Unsere kleine Farm
Forum: Planungen/Vorbereitungen für Projekte
Autor: Andreas
Antworten: 122
Meine Geschichte/Mein Traum
Forum: Träumerei & Ideen-Ecke
Autor: willweg
Antworten: 8
Die unendliche Geschichte
Forum: OFF-TOPIC
Autor: Christian
Antworten: 1

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group



Bei iphpbb3.com bekommen Sie ein kostenloses Forum mit vielen tollen Extras
Forum kostenlos einrichten - Hot Topics - Tags
Beliebteste Themen: Erde, Bau, NES, Liebe, TV

Impressum | Datenschutz