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BeitragVerfasst: Mi 21. Jun 2017, 22:43 
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Tunnelmensch
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besonderem.
Nicht zum erstem mal komme ich damit, das ich in einer Schaffenskrise bin. Die Kirschen haben Maden, die Birne stirbt in Deutschland aus, die Erdbeeren bekommen keine Senker mehr, die Stachelbeeren werden nichts usw.
Was macht eigentlich noch Sinn? Unser rudimentäres Grundstück ist von Haeusern beschattet und eigentlich nicht zur SV geeignet.
Meines Vaters Kartoffelacker ist kahl gefressen, dabei hatte sich das Viehzeug jahrelang nicht blicken lassen. Mein Acker, ca. 40 Meter weiter ist fast unversehrt.
Ich selbst werde mit meinen fast 50 Jahren die grosse Krise nicht mehr erleben und selbst wenn, wuerde die Regierung die Grundversorgung aufrecht erhalten.
Wie haben die Menschen frueher überlebt? Gartenbau ist ohne Hightech und Chemie nicht moeglich! Aber stimmt ja, die Menschen haben nicht ueberlebt sondern sind einfach gestorben. Notfalls hat man sich gegenseitig gegessen.
Seymor schrieb ja scho das die SV voller Enttaeuschungen sein wird und das merke ich eben.
Alleine werde ich das nie auch nur ansatzweise schaffen. Wenn man die Kaeferplage mal ausser Acht lässt, ist Kartoffelanbau so ziemlich das einfachste was es gibt. An einem vollem Kartoffelkeller sollte noch niemand verhungert sein. Aber wie die trockenen Kartoffeln hinter bekommen?
Eine Idee waere mit Wasser als Suppe. Was wenn man kein Fett hat? Nuesse mut kochen? Müsste ich mal probieren.
Pflaumensauce soll lecker zu gegrilltem sein. Vielleicht bekommt man damit auch Kartoffeln runter?
Haettet ihr noch andere Rezepte die auf Saucen mit Nichttierischen Fetten basieren?
Kurz um, ich weiss nicht ob ich diese Schiene weiter fahre. Ein bisschen Hobbygaertnerei, eigene Erdbeeren, Tomaten, Paprika, Gurken und Kartiffeln als Grundnahrungsmittel. Wer Kartoffeln anbaut preppt automatisch, aber ich hab weniger Stress als wenn ich mir vornehme vom Garten zu leben.
Ah ja, Kartoffeln in Tomatensauce waere eine weitere Moeglichkeit in Notzeiten.

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"Leben ist nicht genug." Sagte der Schmetterling.
"Sonne, Freiheit und eine kleine Blume muß man haben!"


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Verfasst: Mi 21. Jun 2017, 22:43 


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BeitragVerfasst: Mi 21. Jun 2017, 23:28 
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Freak

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du schreibst Gartenbau sei ohne Chemie nicht möglich.

Ich bin überzeugt dass Gartenbau ohne Chemie der einzig gangbare nachhaltige Weg auf Dauer ist. Denn mit Chemie führst du Krieg im Garten, ohne Chemie fressen dir vielleicht die Käfer das eine oder andere Mal was weg, aber mit guter Mischkultur pendelt sich das ein auf ein erträgliches Mass.

Dass Schädlinge überhand nehmen spricht für mich für ein gestörtes Gleichgewicht im Garten. Oder es sind Pflanzen da, die nicht zum Klima passen oder sonst irgendwas, das nicht ganz passt. Oder die Nachbarn spritzen wie die Irren und alles an Insekten was sich retten kann landet bei dir, wenn du nicht spritzt, dann ist die Umgebung halt aus dem Gleichgewicht.
Ist alles verbunden. Nur wir sehen das nicht und meinen, wir könnten einseitig die Schädlinge killen und das hätte keine Auswirkungen auf alles andere.

Ich hab manchmal im Frühling heftig Läuse an den Saubohnen oder den Bäumchen, die vernichte ich manuell ein bisschen hin und wieder, dann kommen irgendwann immer mehr Marienkäfer und dann erledigen die das effizient. An den kleinen Birnbäumchen gibts grad so komische Würmer die die Blätter schädigen, ich mach die Viecher manuell kalt und geb dem Baum Wasser und Mist, damit er stärker werden kann. Geht schon besser, weniger Viecher und neue Blätter am Baum.

Das schliesst jetzt nicht aus, dass es eine Heuschreckenplage oder sonstwas geben kann, das einfällt und vernichtet. Das war früher so, als Gifte im Garten noch unbekannt waren und das passiert heute auch. Dennoch bin ich sicher, dass manches vermieden werden kann an Frustration, wenn der Garten so im grossen und ganzen in Harmonie ist.


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BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2017, 00:14 
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Tunnelmensch
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Ich halte das mit der Harmonie im Garten fuer reines Wunschdenken. Die unmittelbaren Nachbarn spritzen nicht, weil die gar nix anbauen. Ausserdem ist Gift nicht mehr frei erhältlich.
Ich bin ja knapp 20 Jahre in der DDR aufgewachsen und kenne den Unterschied. Da haben wir im Frühjahr die chemische Keule rausgeholt und hatten dann saubere Kirschen und Himbeeren.
Toi toi toi was die Himbeeren angeht, seit Jahren keine Maden, aber Kirschen sind nicht zu Essen. Die wilden hab ich leider verpasst. Wenn du keine Schaedlingsplagen hast, Glückwunsch! Klar, Kartoffelkaefer wurden frueher gesammelt. Hab auch schon den ein oder anderen vom Blatt geschubst. Aber dieser krasse Unterschied zwischen meinem und meines Vaters Acker.
Mich aergert auch das so vieles nicht aufgeht. Porree aus eigenem Samen, Knobi, der gesteckte ist wie gesagt umgefallen. Bei meiner Freundin in HH uebrigens auch. Sie leidet unter ner Schneckenplage, bei uns geht es.
Wurzelpetersilie und Majoran hat nie geklappt. Basilikum ist heuer nicht gekommen, dafuer habe ich gestern Wilden vom Huegelbeet geerntet. Ueberhaupt ist alles was wild, ohne Pflege wächst, viel robuster als kultivierte Pflanzen.

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BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2017, 07:27 
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Freak

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Ich glaube, das es illusorisch ist, davon aus zu gehen, das man sich in einer derart künstlichen Landschaft wie unserer noch irgendwie "natürlich" verhalten und ernähren kann.
Die früher mal existierenden Gleichgewichte sind doch schon lange nicht mehr existent und folglich kann alles nur noch mit immer mehr künstlichem und steigendem Aufwand irgendwie weiter betrieben werden (weshalb es auch über kurz oder lang kippen wird).

Wenn ich die Agrarsteppen sehe, die vor allem im Flachland 100e oder 1000e Hektar groß sind, wo nicht ein Baum oder Strauch steht, dann braucht man sich doch nicht zu wundern, wenn sich alle übrig gebliebenen "Schädlinge" auf den paar m2 Garten versammeln.

Ansonsten, @ Mega: ich denke, vieles, was bei Dir nicht funktioniert, ist wohl auch selbst verschuldet. Es dauert nun mal seine Zeit, bis man die kleinen Tricks herausbekommt, wie es auf dem eigenen Grundstück funzt.
Hinzu kommt, das jedes Jahr anders ist; was diese Jahr funzt, kann nächstes Jahr in die Hose gehen und andersrum.
Basilikum ist z.B. so ein Kandidat, der gar nicht so einfach ist, und mit anderen Kräutern nicht vergleichbar. Man kann ihn eben nicht gleich behandeln wie z.B. Petersilie.
Dann kommt auch noch hinzu, das es manchmal schon ausreicht, mal 2-3 Tage nicht im Garten gewesen zu sein um z.B. abends Schnecken abzulesen, und schon ist die ganze Reihe frisch aufgegangener Bohnen oder Petersilie oder was auch immer abgefressen.
Ja, selbst habmeterhohe Kartoffelpflanzen wurden bei mir schon skelettiert.

Ich mache inzwischen eben auch nur noch bestimmte DInge, von denen ich weiß, das und wie sie hier bei mir einigermaßen sicher funktionieren. Trotzdem kann ich mir nicht erlauben, im Frühjahr und Frühsommer 2 Wochen weg zu fahren. Wenn es da ein paar Tage regnen würde, würde der Garten aussehen, als wären die Wanderheuschrecken da gewesen.

Ein anderer Faktor ist m.M. nach auch das unberechenbarer gewordene Wetter/Klima, das die ohnehin schon gestreßten Lebewesen noch mehr streßt.
Wen es hier wochenlang trocken ist, dann hab ich auch sofort Blattläuse an Obstbäumen
und Gemüsepflanzen. Marienkäfer gibts aber kaum noch. Also muß alles irgendwie anders gemacht werden als früher.


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BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2017, 07:49 
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Tunnelmensch
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Ich kann wohl jeden Satz von dir unterschreiben. Sicher muss ich lernen und alles klappt eben nicht immer.
Vor allem das mit der baumlosen Steppenlandschaft sehe ich genau so. Gerade bei der Bullenhitze der letzten Tage faellt es unterwegs auf, das es kaum irgendwo Schatten gibt. Ich wuerde lieber woanders wohnen. Harz oder Meckpomm wo man noch kilometerweit durch Wälder fahren kann.

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BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2017, 09:57 
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Freak

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Dann zieh doch hier her, da ist es auch mit der Hitze nicht so schlimm :wink:

Hab grad das Auto runter ins nächste Örtchen in die Werkstatt geschafft und bin mit dem Hund ne 3/4 Stunde zurück gelaufen, gößtenteils durch den Wald, und bin kaum ins Schwitzen gekommen, obwohl die Sonne knallt und es 25° sind.
Im Wald ist es angenehm lau, die Vögel zwitschern und ein Bach plätschert.

So, nun muß ich aber in den Garten, will heute die erste große Menge Erdbeeren ernten.
Mal sehen, ob sich die viele Arbeit gelohnt hat...


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BeitragVerfasst: Do 22. Jun 2017, 18:09 
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Tunnelmensch
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Das wuerde ich gern wenn ich keinen Esel zu kaemmen haette. Aber ich kann hier nicht weg.
Bei uns gehen die Erdbeeren auf's Ende zu. Nur noch kleiner Schrutz. Hab noch mal ne Torte gemacht.

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