Aussteiger und Selbstversorger Forum

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BeitragVerfasst: So 30. Sep 2018, 17:48 
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Schamane
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.
wow- ein erschlagender Beitrag

Wo Du jetzt stehst Ellisdi, wundert mich :roll: ?
.

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''Solang Du in Dir selber nicht zuhause bist,
bist Du nirgendwo zuhaus" (Peter Horton)


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BeitragVerfasst: So 30. Sep 2018, 21:04 
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Tunnelmensch
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und wer und wie wird die krise beenden? den am umfeld wird sich nicht ändern...

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BeitragVerfasst: Mo 1. Okt 2018, 09:46 
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Schamane
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.
Da hat Silvi einen Schritt weitergedacht und einen wichtigen Aspekt genannt :

Was ist wenn die Krise länger anhält ?
Die ganze Zeit im Versteck oder Bunker sitzen und warten bis die Krise "SHTF"
irgendwann vorbei ist ? Und was wenn die Krise wirklich irgendwann vorbei ist ?
In beiden Fällen braucht es Aufbauer, Pioniere
- kluge Macher die wieder aufbauen und vielleicht Neues schaffen :!:

Doch solche Aufbauer findest Du hier im Forum und in Prepper-Kreisen eher sehr wenig.
Hier haben ja einige Einzelkämpfer und verschiedene Gemeinschaften,
(so wie unsere paradiesische Chancen-Gemeinschaft hier in Mecklenburg-Vorpommern),
angeboten, sogar darum geworben, das Mitstreiter sich einen Ort aufbauen der ein Leben abseits des Systems ermöglicht.
Außer große Klappe kommt bei all den verschiedenen Angeboten hier, aber kaum
ein/e Aussteiger/in / Prepper / Konsumverzichter / Systemnörgler / Weltverbesserer etc. ...
Luftschlösser bauen ja, arbeiten und verzichten nein -
raus aus dem System, aber im System bleiben
um all die Sicherheiten und Vorteile zu genießen ... ?

Wer es unter den zur Zeit recht günstigen Voraussetzungen nicht schafft,
sich etwas Sinnvolles aufzubauen, sei es allein oder in einer Gemeinschaft,
der/die schafft es schon garnicht unter schwierigen Krisenbedingungen.
Bei uns kann man z.B. viele Handwerke lernen um wenigstens seine Hütte selbst bauen zu können,
Gartenbau bei unseren Freunden,
sich einfügen können in eine Gemeinschaft,
und Vieles was man zum normalen Leben und zum Überleben braucht.

Das Thema "preppen" ist nicht mein Thema wie schon vorher geschrieben -
aber sinnvolle Katastrophenvorsorge schon :wink:
habe das auch hier im Forum angeboten -
leider bisher kaum Resonanz. Hier nochmal der Link dazu :
79428100nx63163/survival-f32/survival-in-zivilisation-t3903.html
.

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BeitragVerfasst: Mo 1. Okt 2018, 11:26 
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Freak

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wenn die Zustände länger anhalten und ich in nem Ballungsgebiet leben würd...
würd ich mich entweder einer der schlagkräftigsten Gruppen dort anschliessen, die es echt schaffen das Viertel zivil zu schützen
denk, auf Dauer biste allein verratzt, egal wie toll dein Bunker ist

oder ich würd abhauen, irgendwohin wo ich nur zu Fuss hinkomm und die Massen keinen Bock haben da hinzugehen, weil zu anstrengend....
und mein Versteck so tarne, dass es nach nix aussieht.

Wer überschüssiges Geld zum Anlegen hat kann ja mal dran denken, irgendwo im Nirgendwo etwas Grund zu erwerben...
ist auch in friedlichen Zeiten nett zu haben als Refugium und so,
und wenn kaum jemand da vorbeikommt klaut auch keiner deine Äpfel....

Handwerkliche Fähigkeiten sind immer gut zu haben, auch eben verwirklichbar mit einfachen Mitteln...
die obergoile Drechselmaschine läuft halt nur mit Strom...
Schnitzmesser, ne mechanische Nähmaschine, nen Spinnrad, die eigenen Hände laufen immer....

egal ob die grosse Krise kommt und wann,
ist prima fürs Selbstbewusstsein, was machen zu können,
befreit von Kaufzwang, ist unter Umständen schon jetzt in der Nachbarschaft gefragt....


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BeitragVerfasst: Mo 1. Okt 2018, 23:03 
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Tunnelmensch
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@Andi
Liest du eigentlich unseren Gartenbereich? Das ist meine Hauptmotivation. Zu wissen, wenn die Vorräte aufgebraucht sind, wie ich neue LM anbaue. Spaßeshalber habe ich mal F1er Aubergine und Zucchini probiert. Sinn der Sache ist das aber nicht.
Nein Andi, wir wollen das alte, morsche gar nicht wieder aufbauen! ICH zumindest, moechte nur in einer warmen Huette leben und kein Schutzgeld abdruecken müssen. Eigentlich sehne ich den grossen Crash herbei, gehe aber mit dir konform, das er in UNSERER Lebenszeit nicht mehr kommen wird. Ausserdem wird es immer schwieriger je oller man wird. Ich brauch fuer Fitzelarbeiten zB. schon oefter ne Brille.
Die Bibel wuerde ich allenfalls brauchen um eine Minute Waerme zu erzeugen. Ich glaube an den grossen Dietrich und dazu brauche ich kein Buch! Er ist alles und nichts. Er ist Schall und Rauch. Er ist Stein und Erz. Dietrich ist in uns und alles um uns herum!

P.S.: Ich würde auch nicht "aussteigen" wollen, auf einem fremden Grundstück. Es sei denn, es waere das meiner Freundin.

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"Leben ist nicht genug." Sagte der Schmetterling.
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BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2018, 09:05 
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silvi73 hat geschrieben:
und wer und wie wird die krise beenden? den am umfeld wird sich nicht ändern...

Guter Einwand.
Eine jede Kriese wird sich lösen lassen. Entweder weil der Grund dafür weg fällt oder weil es dann eine Lösung dafür gibt. Nur die Dauer bis dahin ist unbekannt, diese kann man halt mit Vorräten überbrücken.

Sehe das so, Kriesen und Probleme gibt es immer wieder. Je besser man darauf vorbereitet ist desto besser steht man danach da oder genau so gut wie vorher.
Ist somit eine Art Versicherung gegen hunger tot oder sozialem Abstieg, oder was auch immer.

Mfg

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Was wir in dieser Welt brauchen sind ein paar Verrückte mehr, denn seht wohin uns die Normalen gebracht haben. "George Bernard Shaw"
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BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2018, 11:19 
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Tunnelmensch
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m0rph3us hat geschrieben:
silvi73 hat geschrieben:
und wer und wie wird die krise beenden? den am umfeld wird sich nicht ändern...

Guter Einwand.
Eine jede Kriese wird sich lösen lassen. Entweder weil der Grund dafür weg fällt oder weil es dann eine Lösung dafür gibt. Nur die Dauer bis dahin ist unbekannt, diese kann man halt mit Vorräten überbrücken.

Sehe das so, Kriesen und Probleme gibt es immer wieder. Je besser man darauf vorbereitet ist desto besser steht man danach da oder genau so gut wie vorher.
Ist somit eine Art Versicherung gegen hunger tot oder sozialem Abstieg, oder was auch immer.

Mfg


widerspruch...es wird die gleiche situation sein wie bei den palästinenser und israelis auch.

es gibt 3 möglichkeiten.
1. die palästinänser töten alle israelis was ausgeschlossen ist
2. die israelis töten alle palästinenser was ausgeschlossen ist.
3. sie leben friedlich miteinander/nebeneinander...die einzige lösung.

damit sieht man wie dumm wie stroh die menschen sind....

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BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2018, 12:34 
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hi,
etwas seltsam dein Beispiel aber auch da sehe ich eine Nummer 4, die sich eigentlich aus den von Dir genannten Möglichkeiten zusammensetzt:

4. Alle militanten Palästinänser und militanten Israelis bringen sich gegenseitig um.
Das man währenddessen nicht zwischen die Fronten gerät, kann es hilfreich sein ein paar Vorräte im Keller zu haben.
Und die überlebenden friedlichen Palästinänser und friedlichen Israelis leben zufrieden miteinander/nebeneinander.

Mfg

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BeitragVerfasst: Di 2. Okt 2018, 12:41 
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Tunnelmensch
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klappt nicht....gruppendynamik :wink:

Edit Admin: Gibt in jeder Gruppe auch Außenseiter, siehe ZmdW-Forum. ;)

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BeitragVerfasst: Fr 5. Okt 2018, 20:03 
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Schamane
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Beiträge: 648
.
Entdeckt im Internet,
langes Interview zum Thema preppen,
von teleschau mit Benjamin Arlet, lesenswert :!:

Benjamin Arlet zählt zu den Vorreitern der deutschen "Prepper"-Bewegung, das heißt: Der Mann will vorbereitet sein für den Fall der Fälle, er hat daraus sogar ein Geschäftsmodell gemacht. Der Berliner bringt den Leuten bei, "wie sie in Krisensituationen improvisieren können".

teleschau: Herr Arlet, in Literatur, Film und Fernsehen hat die Apokalypse Konjunktur wie nie zuvor. Doch in der Realität mag sich kaum ein Mensch mit dem Thema Endzeit beschäftigen. Ist dieses Ausblenden für Sie nachvollziehbar?

Benjamin Arlet: Ja, weil die konkrete Auseinandersetzung damit für die Psyche sicherlich nicht gesund wäre. Auch ich beschäftige mich ja keineswegs mit dem Ende aller Tage. Das ist ein großes Missverständnis: Mein Thema sind Krisensituationen, aber ich rede nie von Apokalypse und irgendwelchen Weltuntergangsszenarien - so faszinierend auch ich einschlägige Bücher, Filme oder Serien finde.

teleschau: Marc Elsbergs Thriller "Blackout - Morgen ist es zu spät" erzählt davon, wie ein Stromausfall binnen zwei Wochen ganz Europa in den Ausnahmezustand versetzt. Realistisch?

Arlet: Durchaus. Allerdings gehört so eine gigantische Störung wie etwa auch eine jahrelange Dürre oder eine Art Eiszeit schon zu den gewaltigsten Szenarien, die man sich so ausmalen kann. Für deutlich wahrscheinlicher halte ich kleinere, zeitlich und regional begrenzte Ernstfälle: dass plötzlich wichtige Infrastrukturen nicht mehr funktionieren - also Strom, öffentliche Verkehrsmittel, die Wasserversorgung ausfallen. Dass ich aufgrund einer Evakuierung meine Wohnung Hals über Kopf verlassen muss. Dass wir es mit einem heftigen Hochwasser zu tun bekommen, sodass weite Gebiete geräumt werden müssen. Oder denken Sie an einen gewaltigen Waldbrand oder auch an einen Zwischenfall in einem der älteren Atomkraftwerke eines unserer Nachbarländer. Um solche Dinge geht es. Jeder sollte sich fragen: Was mache ich, wenn eines Tages jemand an meine Tür klopft und sagt: "Guten Tag, wir müssen Ihre Straße oder Ihr Dorf evakuieren - packen Sie das Nötigste ein, Sie haben zehn Minuten Zeit!" Es ist absolut angebracht, für solche Fälle vorzusorgen.

teleschau: Was soll man tun?

Arlet: Im Grunde sagt uns das doch der gesunde Menschenverstand - und auch das Bundesamt für Katastrophenschutz im Rahmen des Konzepts der zivilen Verteidigung: Jeder soll für den Fall der Fälle seine wichtigsten Papiere griffbereit halten und zu Hause Vorräte und Ausrüstung, vom Schlafsack bis zur Wechselkleidung, fertig gepackt in einem Rucksack bereitliegen haben. Es geht darum, sich notfalls für einige Tage selbst helfen und schützen zu können, solange, bis irgendwann fremde oder öffentlich organisierte Hilfe kommt. Diese sogenannte "Selbsthilfefähigkeit" ist als Grundpfeiler im deutschen Katastrophenschutz verankert. Das ist sehr vielen Leuten nur nicht bewusst. Wahrscheinlich, weil in unserem Alltagsleben immer alles im Überfluss verfügbar ist. Da vergisst man wohl die Notwendigkeit zur Vorsorge.

teleschau: Sind Prepper wie Sie also einfach ängstlicher als andere?

Arlet: Ich bin ängstlich, ja: so ängstlich wie ein Pilot, der in sein Flugzeug steigt und einen Fallschirm dabei hat. Oder wie ein Autofahrer, der regelmäßig Fahrsicherheitstrainings absolviert. Oder ein Hausbesitzer, der sich gegen Elementarschäden versichert. Ich betreibe Krisenvorsorge, will mir im Fall der Fälle selbst helfen können - und ich empfinde das als absolut seriös. Seit zwei Jahren engagiere ich mich sogar beim THW.

teleschau: Und Sie haben einen Beruf daraus gemacht: Sie sind Geschäftsführer und Trainer der Berliner Firma "SurviCamp", die Outdoor-Kurse und Survival-Trainings anbietet. Worum geht es dabei?

Arlet: Wir bringen den Leuten bei, wie sie in Krisensituationen improvisieren können - im urbanen Umfeld genauso wie auf dem Land und in der freien Natur, im Sommer wie im Winter. Unsere Kundschaft kommt aus allen möglichen Altersgruppen und Milieus: ein Drittel sind Frauen, zwei Drittel Männer. Wir haben Handwerker, Anwälte, Ärzte. Die einen wollen wirklich Anleitung, um für Eventualitäten gewappnet zu sein, andere suchen eher ein bisschen Abenteuer. Manche fürchten sich in der Tat vor Naturkatastrophen oder ähnlichen Szenarien. Es kommen aber beispielsweise auch Leute, die einfach eine Weltreise planen und wissen wollen, wie sie sich für bestimmte Bedingungen und Regionen vorbereiten und ausrüsten sollen.

teleschau: Worauf präparieren Sie sich persönlich?

Arlet: Grob gesagt - für zwei Szenarien: einen längeren Stromausfall, der ja sehr bald den Verzicht von allen möglichen Annehmlichkeiten unseres Alltags nach sich ziehen würde, und für eine kurzfristige Evakuierung aus meiner Wohnung - durch welche Ursachen auch immer. Also habe ich lange haltbare Lebensmittel und Wasservorräte zu Hause. Auch solche Dinge wie eine Camping-Toilette, einen kleinen Brenner, ein Kurbelradio und eine Erste-Hilfe-Ausrüstung sowie vermeintliche Banalitäten wie Feuerzeuge, Müllsäcke, Batterien, Toilettenpapier und andere Hygieneartikel sind bei mir umfangreich vorrätig. Außerdem habe ich eine komplette Trekkingausrüstung griffbereit - da ist neben Dokumenten und Bargeld alles drin, um außerhalb meiner vier Wände mindestens zwei Wochen lang zurechtzukommen. Nach dieser Zeit würde es kritisch werden. Bis dahin sollte ich irgendwo hingekommen sein, wo ein gewisses Maß an Versorgung gewährleistet ist.

teleschau: Wo hätte man im Krisenfall grundsätzlich bessere Chancen: auf dem Land oder in der Großstadt?

Arlet: Auf dem Land! In den Dörfern ist nach meiner Erfahrung das Thema Krisenvorsorge deutlich weiter verbreitet. Es dürfte dort viel mehr Menschen geben, die sich Vorräte angelegt haben als in der Stadt - und vermutlich ist auch die Hilfsbereitschaft etwas stärker ausgeprägt. In der Stadt träfen Sie zwar vermutlich auf viele andere betroffene Menschen - aber bedenken Sie, dass da auch einige dabei sein könnten, die Ihnen nichts Gutes wollen. Da ist "The Walking Dead" genau wie die meisten Filme und Bücher nach meiner Einschätzung sehr realistisch aufgebaut. Dass etwa nach den schweren Hurricans in den USA die Ladenbesitzer in den Städten mit der Schrotflinte in der Hand vor ihren Geschäften sitzen, um ihr Hab und Gut zu verteidigen, hat ja Gründe ... Das hängt natürlich alles von der Gewalt des Szenarios ab, mit dem Sie es zu tun haben.

teleschau: Wäre der Besitz einer Schusswaffe ratsam?

Arlet: Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich denke, wer sich eine Schusswaffe anschafft, sollte vorher sehr genau darüber nachdenken, was das alles mit sich bringt. Damit meine ich zum einen den hohen bürokratische und finanziellen Aufwand. Zum anderen bedeutet es auch, dass ich regelmäßig - also mindestens jeden Monat - üben muss, damit umzugehen, sonst kann ich die Waffe in einer Stresssituation gar nicht einsetzen oder verletze mich selbst. Und ich muss mir ganz klar bewusst sein, dass diese Waffe im Zweifelsfall jemanden töten wird, wenn ich sie zum berechtigten Selbstschutz einsetze. Wer nicht bereit ist, alle diese Dinge auf sich zu nehmen, sollte das mit der Schusswaffe lieber bleiben lassen.

teleschau: Gibt es Typen, die in einem Krisenszenario besser zurechtkommen als andere?

Arlet: Auf jeden Fall: Die besten Chancen habe ich, wenn ich gesund, körperlich belastbar und in der Lage bin, mit anderen Menschen zu agieren und kommunizieren. Wer gruppenfähig ist, hat bessere Karten als ein Eigenbrötler. Auch eine gewisse Stressresistenz wäre hilfreich. Genauso Erfahrungen im Outdoor-Sport sowie die innere Bereitschaft, für einige Tage auf jeglichen gewohnten Komfort zu verzichten. Darum geht es beispielsweise auch in unseren Trainings.

teleschau: Nicht zuletzt ist so ein Szenario wohl eine psychische Herausforderung.

Arlet: Klar im Vorteil ist, wer sich von der Krise nicht komplett überwältigen lässt: Wer lösungsorientiert bleibt, nach vorne denkt und eine positive Einstellung zu den Dingen findet - sei die Lage auch noch so schwer. Natürlich könnte sehr schnell auch die Einsamkeit zu einem großen Problem werden. Also geht es darum, sich Gruppen anzuschließen oder an Sammelpunkte und öffentliche Einrichtungen zu gelangen. Es ist grundsätzlich geboten, im Ernstfall schnellstmöglich in eine gewisse Infrastruktur zurückzufinden.

teleschau: Wobei gerade "The Walking Dead" sehr nachvollziehbar aufzeigt, dass auch die Gruppendynamik enorme Gefahrenpotenziale hat ...

Arlet: So ist es. Gerade das finde ich so faszinierend an dem apokalyptischen Zombie-Stoff: Es gilt auch in Zeiten der totalen Anarchie wie eigentlich immer im Leben, aufmerksam und vorsichtig zu bleiben, sich genau anzuschauen, mit wem man es zu tun hat. Wem kann ich vertrauen? Wer denkt nur an sich? Wer hat Allmachtsfantasien? Und wer würde für seinen eigenen Vorteil im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen?

teleschau: In Deutschland wird derzeit viel über die Spaltung der Gesellschaft geredet. Könnte das in einem größeren Krisenfall zum Problem werden?

Arlet: Ich fürchte, ja. Sicherlich geht man zunächst davon aus, dass das eintreten wird, was man mit dem Begriff "Burgfrieden" umschreibt: Dass im Ernstfall alle eng zusammenrücken und kooperieren. Aber ich bin mir, ehrlich gesagt, nicht so sicher, ob das bei uns so ohne Weiteres über alle gesellschaftlichen und politischen Fraktionen hinweg klappen würde. Von Vorteil ist in schweren Krisen sicher, wenn eine Gesellschaft eine feste gemeinsame Basis hat: eine Identität, Grundsätze und Werte, an die alle glauben.
--

Vieles (nicht alles) von dem was Benjamin Arlet sagt,
passt zu dem was ich in meinem Thema
"Survival in der Zivilisation" gesagt und angeboten habe :wink:
.

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