Ein kleiner, sanierungsbedürftiger Hof im Oderbruch wurde mein Lehrmeister. Ich hatte die Wahl: Entweder ich werde zum Sklaven der Landlustindustrie und verbringe den Rest meines Lebens im Baumarkt. Oder ich belasse den Hof einfach, wie er ist, und stelle stattdessen eine Holzbank auf die ungemähte Wiese, auf der ich meine freie Zeit verbringe. So begann ich, das Unfertige zu lieben. Und habe mir seither jede Menge Arbeit, Zeit, Geld und Stress gespart. Allerdings lernte ich im Oderbruch auch, wie arbeitsintensiv gelingendes Nichtstun sein kann…“
vielmehr diejenigen im Blick, die sich mit Eigenheimkredit und Neuwagenrate in einen Konsumzyklus katapultiert haben, dem sie mit immer mehr Arbeit begegnen — statt einfach das Konsumniveau zu senken und weniger zu arbeiten.“
Das gefällt mir daraus auch ganz gut. In dem letzten Satz kann ich mich wiedererkennen.
ich finde sämtliche ausagen augenöffnend und inspirierend...
Ist Arbeit ein Wert an sich? Immerhin kann man mit Arbeit viel Unheil anrichten. Erst verbauen wir Asbest, dann sanieren wir es, erst destillieren wir Benzin, dann filtern wir es aus dem Auspuff, erst spalten wir Atome, dann werden wir sie nicht mehr los. Oft beschäftigen wir uns weniger, als dass wir uns beschädigen.
Schau doch nicht auf andere wie die es "besser" haben. Er hat ja auch geschrieben das er arbeitet. (Bücher schreiben sich nicht von alleine)
Und was ich gut finde er nutzt seine freie Zeit um anderen den Weg zu zeigen wie man auch leben kann. Und dazu muss man kein Schriftsteller sein.
Richtig! Noch bevor ich Silvis Post gelesen habe, wollte ich intervenieren. Wollte jemand aus diesen Berufsgruppen so leben, haette er bald keinen Beruf mehr.
Mir ist klar das es noch andere Modelle gibt. Hatte selber einst eines. Ich wollte nur ausdruecken dass das eben nicht jeder kann. Mich inspiriert dabei auch nichts, weil ich das alles Weis oder lebe.
Buecher schreiben ist heute keine Arbeit mehr sondern ein Hobby. Das erinnert mich daran meinen Traum vielleicht noch mal aufleben zu lassen.
Megalitiker hat geschrieben:Richtig! Noch bevor ich Silvis Post gelesen habe, wollte ich intervenieren. Wollte jemand aus diesen Berufsgruppen so leben, haette er bald keinen Beruf mehr.
Ja es ist dann nicht "Normgerecht" wenn solche Bevölkerungsgruppen so leben würden. Aber es spricht nichts dagegen, wenn man sich von solchen Zwängen befreit. Hab von einem Profesor gehört der so gelebt hat.
Da diese Menschen meist einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen müssen die es auch nur vor sich selbst verantworten. Aber klar viele wollen das dann auch nicht anders, ist ja auch bequem.
Ich denke das Menschen die fest im System sind eher keine Chanse auf Nichtstun haben. Sprich Arbeiten für Geld, das man Wohnung und Auto bezahlen kann, die wiederum gepflegt werden müssen... Arbeit um des Arbeits willen.
Schöner Bericht, der einfach mal wieder die Menschen daran erinnern soll, ihren Konsum zu minimieren, damit sie weniger arbeiten müssen. Er spricht nur von sich und für sich, will niemanden was aufdrücken, das gefällt mir.
Was Heisst nicht normgerecht? Es ist doch das was wir hier alle wollen, was eigentlich normal sein sollte.
Ich verstehe aber auch die andere Seite. Als ich jung war wollte ich Überstunden kloppen. Ich wollte konsumieren, mir etwas leisten. Heute ist mir meine Freizeit wichtiger.
80% von uns hassen ihren Job, wir verbringen im Schnitt 87.000 Stunden bei der Arbeit, bevor wir ins Grab steigen. Einige von uns sterben sogar bei dieser Arbeit. Wir verbringen zudem durchschnittlich 5.000 Stunden in Zügen und Bussen und Staus, um zu dieser Arbeit zu kommen, nicht eingerechnet die unzähligen Stunden der Vorbereitung für, Sorge um und Entspannung von dieser Arbeit. Und trotzdem sind die meisten von uns verschuldet, weil wir meinen, unsere Würde durch ein Eigenheim wiederherstellen zu müssen, welches dann ja auch befüllt werden muss.