Aussteiger und Selbstversorger Forum

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BeitragVerfasst: So 12. Sep 2021, 15:21 
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Tourist

Registriert: So 12. Sep 2021, 12:55
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Ich habe schon lange den Wunsch, ein freies und selbstbestimmtes Leben zu führen. Weg von Konsum, Leistungsgesellschaft, Karriere und Geld. Oft frage ich mich, ob für uns Menschen ein Leben, wie es unsere Vorfahren geführt haben, überhaupt noch möglich wäre? Jagen und Sammeln meine ich damit. Kann der heutige Mensch noch von dem Leben, was die Natur hergibt? Ist ein Leben (nicht nur ÜBERleben) in der Wildnis machbar? Oder ist der Mensch dafür schon zu lange ein zivilisiertes Wesen, so dass er da draußen in der Natur nicht lange klar kommen würde? Ich bin zu zweit mit meinem Partner, der die selben Gedankengänge und Vorstellungen von einem glücklichen Leben hat. Den ersten Schritt des Ausstiegs haben wir schon gemacht, wir sind in ein Wohnmobil gezogen, haben Wohnung und Job komplett aufgeben, uns ohne Wohnsitz gemeldet und leben nun von unserem über die Jahre Erspartem. Wir haben immer viel gearbeitet, so dass wir eine ganze Weile damit auskommen werden. Nebenbei arbeiten wir immer mal als Saisonhelfer zum Beispiel bei der Ernte, um noch etwas zusätzliches Geld zu haben. Langsam merken wir aber, dass wir trotz dieses Teilausstiegs nicht wirklich glücklich sind. Gerade mit Wohnmobil werden uns Steine in den Weg gelegt. Erst letztens mussten wir eine Strafe dafür zahlen, weil wir eine Nacht auf einem Parkplatz geschlafen haben (ist ja offiziell verboten in Deutschland und in großen Teilen Europas wildzucampen, man soll gefälligst Camping - oder Wohnmobilstellplätze nutzen). Hier und da, überall gibt es mittlerweile Verbotsschilder und im Prinzip ist es mehr ein Verstecken als ein freies Leben sein. Gerne würden wir weiter weg fahren, in abgelegenere Gegenden, allerdings solange C... noch andauert und viele Länder deswegen ihre Grenzen dicht haben, nicht möglich. Das ist auch so eine Sache, die ich nie verstehen werde. Da haben Menschen imaginäre Grenzen geschaffen, wo man sich erst ausweisen oder gar ein Visum vorher beantragen muss, um diese Grenzen zu übertreten. Warum können nicht alle Menschen friedlich miteinander auf der Welt leben, ohne dass man Grenzen braucht? Warum ist der Mensch überhaupt der Meinung, ihm gehöre irgendwas? Mein Land, dein Land. Wer die falsche Staatsangehörigkeit hat, hat Pech gehabt und kommt gar nicht erst rein. Dabei sind wir meiner Meinung nach alle nur Gast auf dieser Erde, die Natur gehört niemandem, wir sollten statt uns alles zu unserem Eigentum zu machen, lieber mal lernen, wieder mit der Natur zu leben und ein Teil von ihr zu sein. Ich finde es ein Unding, dass Menschen Gewässer, Wälder, große Landflächen, etc.. kaufen können, am besten dann noch abzäunen und jeden bestrafen, der es wagt, sein heiliges Eigentum zu betreten. Alles was Natur ist, sollte niemandem gehören. Gibt es auf dieser Erde überhaupt noch einen Fleck, der absolut niemandem gehört? Und nein ich spreche nicht von absolut lebensfeindlichen Gebieten wie der Antarktis.

Wir beide merkend zunehmend, dass wir immer unzufriedener werden in diesem System. Diese ständigen Regulationen, für alles gibt es irgendein Gesetz, es wird immer mehr verboten. Versicherungen hier, Behörden da. Jeder will etwas von dir, es wird immer unerträglicher. Derzeit haben wir noch eine Langzeitreiseversicherung, überlegen aber diese zu kündigen. Wir leben nach dem Motto "Wenns vorbei ist mit uns, dann ist es so." Wir wollen nicht künstlich am leben gehalten werden, wenn der Tag gekommen ist, dann soll es so sein, da machen wir uns keine Gedanken darum. Alles kostet immer Geld, obwohl es Geld nicht schon immer gab. Ich halte Geld für die schlimmste Erfindung der Menschheit und ich merke an vielen anderen Menschen, dass Geld diese Personen versaut, je mehr sie haben, desto mehr ändert sich ihr Charakter ins negative. Kein Tier der Welt besitzt Geld, jedes Tier lebt einfach so sein Leben in der Natur. Nur der Mensch ist der Meinung, er braucht gedruckte Scheine, um überleben zu können.

Das einzige was wir wollen, ist frei irgendwo in Ruhe zu leben. Ich stelle mir dabei vor, irgendwo in der Wildnis, fern ab von der Zivilisation einen kleinen Unterschlupf zu bauen, möglichst am Wasser, so dass man Fische fangen kann und immer Trinkwasser hat, welches man sich filtern und abkochen kann. Wir sind beide sehr Survival erprobt, haben in unserem Leben schon viele Nächte draußen verbracht, waren selbst schon 4 Wochen nur mit Zelt und Schlafsack (mit sehr niedriger Komforttemperatur natürlich) im hohen Norden unterwegs, wissen wie man Feuer macht auch ohne Feuerzeug, kennen uns zumindest in Europa sehr gut mit essbaren Wildpflanzen aus, haben auch schon erfolgreich Fallen gestellt und auch schon Fische geangelt. Wenn wir ohne Zelt unterwegs waren haben wir uns nur aus Naturmaterialien Unterschlüpfe gebaut. Es war jedes Mal immer wieder eine tolle Erfahrung und ich muss sagen, dass diese Momente die einzigen in meinem Leben waren, in denen ich mich wirklich lebendig gefühlt habe. Wenns dann nach einem tollen Outdoor Wochenende wieder zurück in die Zivilisation und zurück zum 9to5 Job ging, habe ich jedes Mal wieder diese innere Leere gefühlt und kam mir vor, wie ein Roboter, der nur funktioniert. Mich macht diese Art des Lebens nicht glücklich. Auch wenn wir derzeit keine Arbeit haben, so leben wir doch in der Zivilisation und müssen ständig aufpassen, ja nichts falsches zu machen, was eventuelle Bußgelder nach sich zieht, siehe schlafen im Auto. Auf Dauer macht so ein Leben einfach keinen Spaß.

Ich möchte weg aus diesem System, weg von den vielen lauten Menschen.. Denn das ist auch so ein Punkt, der mich belastet. Der ständige Lärm. Es gibt kaum noch einen Ort, an dem nicht irgendwo Krach ist. Autobahnen, Bundesstraßen hört man immer im Hintergrund, Baulärm, Maschinen, Fabriken.. Laute Menschen, die rumgröhlen, am besten noch mit lauter Musikbox irgendwo im Wald (leider schon viel zu oft erlebt). Ich liebe es in der Natur zu sein und will dort einfach nur meine Ruhe haben und nur den Geräuschen der Natur lauschen. Was aber sogut wie kaum noch irgendwo möglich ist..

Kann mich eventuell irgendjemand verstehen und meine Gedanken nachvollziehen? Dann würde ich mich über einen Austausch freuen. Dieses Leben in dieser Gesellschaft macht mich zunehmends krank und deswegen komme ich dem Schritt, dem ganzen den Rücken zu kehren, immer näher. Was mich derzeit noch hält? Ich weiß es nicht. Vielleicht einfach der Gedanke, dass so ein Ausstieg in der Wildnis mit mehreren Leuten einfacher ist, als nur zu zweit und ich bisher niemanden kenne, der auch so ein Leben führen möchte. Was ich nicht will? Mich durchschnorren und auf Kosten anderer Leben, auch nicht vom Staat. Das kommt definitiv nicht in Frage, ich möchte unabhängig von anderen sein und mich nicht darauf ausruhen, dass andere für mich arbeiten. Denn von solch einem "Ausstieg", halte ich nicht viel. Ich möchte im Prinzip einfach nur SEIN und ich hoffe, dass ich mit diesen Gefühlen nicht alleine bin.


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 Betreff des Beitrags:
Verfasst: So 12. Sep 2021, 15:21 


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BeitragVerfasst: So 12. Sep 2021, 15:58 
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Guru

Registriert: Sa 11. Jun 2016, 21:31
Beiträge: 1578
Wohnort: Irgendwo im Nirgendwo
Hi und herzlich Willkommen!

Das mit den störenden und lärmenden Menschen in der Natur kenn ich und versteh ich sehr gut!

vielleicht fahrt ihr nicht weit genug raus, nicht überall ist Europa dicht besiedelt und in den Bergen ist es oft gaaaaanz still :daumen

wennde eh nix vom System willst is KV eh bullshit und nicht stimmig
wie gesagt es geht auch so mit der entsprechenden Einstellung
ist halt die Frage was ihr/du wirklich wollt
war lang ohne KV und hab es genossen, nur leb ich jetzt grad in DE wieder mal und da stopfen sie dich halt in die AOK, werd dennoch nicht zum Arzt gehen, hohohooooo :mrgreen:

Sammeln in der Natur und davon leben kannst auch im Womo
aber das weisst du vielleicht besser als ich

nur halt ich es derzeit für angemessen paar Vorräte anzulegen,
also halt irgendwo nen Erdkeller oder so was zu haben, im Womo ist das eher nicht möglich
aber das is ja machbar wenn wer will

Geld und Karriere? Jo, viele rennen dem nach............
ich kenn aber auch viele in DE und anderswo, die das überhaupt nicht juckt, die mit nem Mini- oder Midijob leben und das geht durchaus wenn keine Horror-Kredite oder Mieten bedient werden müssen
und in Südeuropa und weiter südlich ist der Spuk eh ganz schnell vorbei, da gehts halt ums Leben und Überleben mit oder ohne Geld und fertig................

es zählt für euer Leben ob EUCH das wichtig ist
wenns euch null wichtig ist könnt ihr irgendwo leben, auch in DE, ihr werdet Gleichgesinnte finden
es zählt für euer Leben was für EUCH wichtig ist
vielleicht ist das DER Ausstiegs-Gedanke
eben nicht zu schauen, was die anderen alles so machen,
sondern zu schauen, was ICH VON HERZEN will

klaro gibts Regeln dass nicht jeder überall Wild abknallen darf nach Belieben oder nicht überall abernten darf was grad da ist
find ich gut
denn mensch hat es verlernt mit der Natur zu leben und sie zu achten und zu respektieren als Ursprung allen Lebens,
auch manche sogenannte Aussteiger beuten aus, zerstören, missachten, sind masslos
denken ihnen stünde alles zu weil sie soooo naturgemäss leben würden

von daher: manche Regeln find ich tatsächlich gut.... schöner wärs wenns ohne ginge, natürlich

Machs gut, macht es gut................... das Aussteigen, im Kopf, im Herz, im Leben
dies ist aber aber KEIN Abschiedsgruss, tät mich freuen weiter von dir zu lesen :bindafür:


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BeitragVerfasst: Mo 13. Sep 2021, 03:12 
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Registriert: Mi 30. Nov 2016, 05:59
Beiträge: 1495
Wohnort: Chak Ngaeo, THA
Moin.
Deine Gedanken sind verstaendlich und nachvollziehbar.
Sie sind auch schon hunderte Mal von Anderen gedacht worden - auch von mir.

Wir werden - wenn Du ''hier'' bleibst vielleicht noch oefters reden. Da kommentiere ich erst mal nur ein klein wenig.

Freie - das heisst: nicht beanspruchte Flecken - gibt's so weit ich weiss nur noch in Antarktika, und ein schaebiges Stueck Wueste zwischen Aegypten und Sudan. Dann gibt's noch ein paar Inseln oder Berge wo niemand leben kann oder will.
Wildnis von der man leben kann gibt es nicht (mehr) genuegend - das habt Ihr outdoors wohl schon gesehen.
Es wird fuer Euch (und Alle) auf Kompromisse herauslaufen.

Wohnmobil 1: Da braucht's Strassen. Strassen sind keine Wildnis. Ist das durchdacht?
Wohnmobil 2: Mir hat seinerzeit ein VW Lieferwagen gereicht. Den hatte ich einem Handwerksbetrieb abgekauft, und die Beschriftung hatte ich dran gelassen. Niemand hat mich jemals vom Parkplatz gejagt. Es mag geholfen haben, dass ich weder Vorzelt noch Gartenzwerge und Jaegerzaun aufgebaut hab'.
Ein ''uebliches'' Wohnmobil (wie z,B. dieser Hymer Dreck) riecht natuerlich nach Spiesser. Den wollte auch ich nicht in der Naehe haben. Sorry.

Die Sache mit den Grenzen sehe ich wie Du: Bloss weil meine Vorfahren die Vorbesetzer verjagt oder umgebracht haben, ist ein Stueck Land noch lange nicht meines. Hilft aber nix: die, die sich die ''Macht'' nahmen sehen das anders.
''Macht''muss aber befestigt sein. Und wenn ich selber ein Pudding bin, gibt's lange Gesichter, weil nichts haelt.

''Schnorren'' - ist Pilze und Beeren sammeln nicht AUCH schnorren? Wenn was herum liegt und ich es benutzen kann, dann KANN ich es -moralisch- auch benutzen ... so lange ich was zum Nachwachsen uebrig lasse.
Wenn ''die Anderen'' damit etwas anderes vorhatten, haetten sie es ja verstecken koennen. Ich ware doch dusselig wenn ich ein System beschuetze, zu dem ich nicht unterschrieben habe.


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BeitragVerfasst: Mo 13. Sep 2021, 07:30 
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Guru
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Registriert: Di 27. Dez 2016, 22:33
Beiträge: 1521
.
Andreas hat geschrieben:
Ich ware doch dusselig wenn ich ein System beschuetze, zu dem ich nicht unterschrieben habe.

... ein ganz ganz interessanter Gedanke :lol:

Habe Dich nun seit 5 Jahren, die wir uns hier gemeinsam im Forum rumtreiben,
zum ersten Mal verstanden (oder glaube Dich zu verstehen).
Das ist es wert hier mal wieder zu schreiben :wink:

Habe Deinen Gedanken mal weitergedacht und öffne mir gedanklich neue Türen ...
daraus ergeben sich Konsequenzen und Fragen.

Kann aber gerade nichts weiter dazu schreiben,
da wir mitten in einem Casting sind.

Mit liebem Gruß
Andi
.

_________________
Wir sind Elite ... :daumen
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BeitragVerfasst: Mi 15. Sep 2021, 09:00 
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Selbstversorger

Registriert: So 21. Jul 2019, 10:30
Beiträge: 361
Amüsanter Beitrag, eure Jammertirade vom Aussteigen!

Unter dem nick "Rainforest" zwar die umweltbewussten Aussteiger mimen, aber mit einer Dreckschleuder (unter 12 l Diesel auf 100 km wird sichs da wohl kaum abspielen) von altem Wohnmobil sinnlos herumkurven, die Infrastruktur (Straßen und Parkplätze) nutzen, und sich darüber aufregen, wie ungerecht doch die Welt ist, weil man zwecks Übernachtung nicht gratis parken darf.

Tunlichst solls überdies keinen geben, der Geräusche verursacht, weil man selbst mimosenhaft lärmempfindlich ist. Motto: Ich will zwar uneingeschränkt überall hinfahren, aber dort soll möglichst kein anderer sein.

Wegen rücksichtsloser Idioten mit unangeleinten Kläffern, die wildern und überall hinscheißen, überlegen sich Land- und Fortwirte mittlerweile sogar, ihre Liegenschaften einzuzäunen - und die haben damit auch vollkommen recht!.

In einer Welt mit fast 8 Milliarden (2022 ists dann soweit) nackter Affen sind Regelungen betr. Besitz und Eigentum unerlässlich, und es kann auch nicht jeder tun, was er grade möchte. Scheint aber irgendwie wohl nicht jedem klar zu sein.

Gruss

_________________
Der kluge Mann denkt an sich selbst zuerst.


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