Aussteiger und Selbstversorger Forum

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BeitragVerfasst: Di 21. Mai 2013, 17:16 
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Träumer

Registriert: Di 21. Mai 2013, 16:08
Beiträge: 8
Guten Tag werte Aussteiger-Gemeinschaft.

Aussteigen ... Okay, also ich schreibe jetzt einfach mal. Im Verlauf sage ich dann um was es mir geht und stelle mich etwas vor. Nur soviel: Mir geht es um eure Gedanken. Um eure Anregung. Schlicht: Um einen guten, lebendigen Austausch.
Vielleicht gelingt es an dieser Stelle ja, einen Austausch an zu regen, in dem es nicht nur um Meinung gegen Meinung geht. Diese Plattform wähle ich, weil der Titel des Forums eigentlich verspricht, dass die User hier durch zumindest ein Interesse, grundsätzlich mal verbunden sind.

Also ... Austeigen? Wie geht das?
Klar. Geld verdienen, Grundstück kaufen, auswandern (Weil Earthship im bürokratischen DE nicht möglich ist), Earthship bauen, Permakulturgarten anlegen, glücklich sein. Ne. Halt. Das kanns nicht sein. Wenn ich mir das vornehme, werde ich das bange Gefühl nicht los, dass ich mich selbst reduziere. Alles irgendwie leichter mache als es ist.

Also was dann? Meine tiefe Verbindung zu Lichtwesen entdecken und mich in eine esoterische Gemeinschaft verkriechen? Das ist die Idee, die mich am radikalsten abstößt. Aus ähnlichen Gründen wie die Erste. Zu Einfach. Das stimmt so einfach nicht.

Um was geht es eigentlich? Und jetzt bitte ihr. Um Was geht es euch, wenn ihr daran denkt, etwas in eurem Leben zu ändern?
Oder noch wichtiger: Was ist jetzt falsch? Und warum ist das so?

Mir fällt immer wieder auf, durch Gelesenes und durch mich selbst, dass die Meisten, die "aussteigen" wollen, sich nicht vorstellen können in eine bestehende Gemeinschaft zu gehen, oder keine finden, die ihnen passt, sondern meist selbst etwas anfangen möchten. Sei es eine Gemeinschaft, Kommuno, Ökodorf, Earthship-Siedlung, Einsiedler-Dasein.

Geht das denn? Und wievielen gelingt es? Begraben nicht die Meisten diese Ideen, als "unrealistische" oder nicht verwirklichbare Träume, fühlen sich letzten Endes doch vor einem zu mächtigen Berg stehen, oder scheitern an irgendwelchen anderen scheinfällige Gründen. Ich meine, wollen wirklich soviele aussteigen, wie davon reden? Oder nicht? Und was hindert uns/sie daran?
Wieviele schon bestehende Gemeinschaften funktionieren denn über mehrere Jahre?

Puh. Mühsam so einen Text zu schreiben. Zumal ich mich mit dem Thema "Aussteigen" nie irgendwo hin gewandt habe, weil mir immer der Eindruck blieb, die Vorstellungen und Bedürfnisse der Mit-Interessierten, sind völlig unvereinar.

Unterm Strich träume ich davon irgendwann, irgendwo, irgendwie, besser, einfacher, langsamer, schöner, lebensnäher, verbundener, nachhaltiger eine Gemeinschaft zu entdecken, auf zu bauen, oder wie auch immer ...
Aber ich habe nicht den Eindruck, dass bestehende Erfahrungen zeigen wie das geht und an die Gründe unserer, oder meiner, Unzufriedenheit reichen.

Darum möchte ich diese Fragen stellen: Was ist jetzt falsch? Und warum ist das so? Und wie müsste es aussehen?

Es wäre schön, von euch, egal von wem, zu lesen. Für mich ist das das erste und vielleicht letzte Experimet mich an eine anonyme Internetgemeinschaft zu wenden.

Hier geht es um alles. Um das Leben, die Welt, eure Ansichten, die Zukunft, das Jetzt. Um Uns.


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Verfasst: Di 21. Mai 2013, 17:16 


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BeitragVerfasst: Di 21. Mai 2013, 18:38 
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Aussteiger

Registriert: Di 9. Apr 2013, 17:36
Beiträge: 154
hallo scalos!

du betrachtest diese vielen möglichkeiten und gedanken, die bei dem thema aufkommen von vielen seiten. das finde ich gut!
geht es mir doch irgendwo ähnlich...
hmm, nach einer langen wochenend-schicht im (noch) derzeitigen job ist das hirn manchmal auch leider bisschen "ausgebrannt" um so schnell eine passable antwort für diese doch so wichtigen themen zu finden.
aber, wie gesagt, dieses forum lebt vom austausch.. wenn nicht jetzt gleich sofort, so denke ich doch, in nächster zeit sehr gerne zu diesen themen meine gedanken wieder mitzuteilen...
es gibt so vieles: alternative lebensweise, permakultur, einsiedler, honigbienen, "alles-ist-einfach-egal", ach ja... so vieles......
wo fängt man nur an? :)


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BeitragVerfasst: Di 21. Mai 2013, 21:29 
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Träumer

Registriert: Di 21. Mai 2013, 16:08
Beiträge: 8
Ich freu mich über jeden Beitrag, egal, wann er geschrieben wird.

Bei was fängt man an?

Bei Träumen vom besseren Leben?
Beim Traum vom Earthship?
Beim Gründen einer Gemeinschaft?
Beim Ausharren in Langeweile?
Beim Traum vom ruhigeren Dasein?
Beim ruhiger werden, Ruhe ertragen, Nichts-tun?

Was muss einem, wie auch immer gearteten, Wandel voraus gehen, damit es nicht statt Wandel, Flucht ist?

Wenn alles so dringend anders sein sollte, warum ist es das denn dann nicht?
Warum leben wir denn, wie wir es tun?
Mir geht es wirklich um das "Warum?".
Nicht aus Verbitterung, sondern aus der Überzeugung, dass nur Neues entstehen kann, wenn das Alte erkannt, verstanden, entlarvt und beendet ist. In jedem von uns.


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BeitragVerfasst: Di 21. Mai 2013, 23:07 
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... laßt unsere gedanken die farbe sein und unser handeln das garn
und laßt uns endlich beginnen zu weben.

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BeitragVerfasst: Mi 22. Mai 2013, 08:00 
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Träumer

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Weben wir nicht permanent?
Und ist unser primäres Muster nicht oft dem diametral entgegen gesetzt, von dem wir sprechen und träumen?
Ist es nicht so, dass die Tatsache, dass wir nichts verändern eine (un)bewusste Entscheidung ist?
Wenn wir die Verantwortung dafür übernehmen, wie es jetzt ist, dann müssen wir nach den Gründen dafür in uns selbst suchen.
Und wenn wir das nicht tun, tauchen die alten Muster dann nicht auch in jeder Art von leben wieder auf? Im Earthship, in der Kommune, im Heilungsbiotop, in der zinsfreien Handelswährung usw.

Brauchen wir ein anderes Lebensumfeld, oder mehr Erkennen für ein besseres Leben?
Ist es nicht so,dass der Entschluss zum anderen Dasein nicht fällt, weil die Erkenntnis eigentlich noch fehlt. Ist es bei Vielen nicht nur eine Idee, die für die Umwürfe eben nicht reicht und die auf ihre Grundsätze zu verfolgen doch zu tief in uns selbst reicht?

Ich frage diese Fragen, weil ich auf der Suche nach Menschen bin, mit denen etwas Neues wirklich möglich ist. Und weil ich heraus finden möchte, was dazu nötig ist. Und dazu erhoffe ich eure Hilfe, in Form von Gedanken, Ideen, Erkenntnissen und dem, was aus einem guten Austausch heraus entstehen kann.


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BeitragVerfasst: Mi 22. Mai 2013, 12:37 
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wir weben nicht gemeinsam, wir streiten um das beste muster

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BeitragVerfasst: Mi 22. Mai 2013, 13:06 
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.. und um die "richtigen" Farben

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BeitragVerfasst: Mi 22. Mai 2013, 14:44 
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Tourist

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Wohnort: Industriestadt Mühlacker
Bevor ich bei dem Gedanken aussteigen angekommen bin, war ich erst mal lange mit dem Gedanken beschäftigt, WAS machen DIE mit UNS?!

Durch das Verständnis, welches ich durch sehr viel Recherche und Zeitaufwand glaube mittlerweile zu haben, WAS DIE mit UNS so treiben, kam ich dann erst dazu, mich mit dem Thema ausssteigen zu beschäftigen. Die groben Strukturen habe ich mir dann recht schnell "zurechtgelegt" und bin voller Enthusiasmus auf meine Frau losgegangen. Über die anfänglichen Diskussionen mag ich gar nicht mehr sprechen, aber wahrscheinlich können sich so manche vorstellen, wie ein "Systemüberzeugter", völlig den Medien verfallener Mensch auf so manche klaren Fakten reagiert, wenn er nicht von sich aus bereits so manches Hinterfragt hat.

Nun denn, mein Enthusiasmus war schnell verflogen und wandelte sich in weitere Recherchen und Grundlagen für verständnisvolle Diskussionen mit meiner Liebsten. Immer mit dem Hintergedanken, dass RTL bei Ihr noch mehr Gewicht hat als eine Information, Belegt mit Fakten und Beweisen (Und manchmal auch nur mit Herz und Verstand).

In der Zwischenzeit ist sie etwas offener und nicht mehr so "zickig" wenn ich dies Thema anspreche, was ich natürlich auch sehr häufig gemacht habe, denn ich dachte wenn RTL durch Permanentverdummung so erfolgreich ist, vielleicht kann ich die Gegenstimme dazu auch durch Permanenz stärker hervorheben, damit Sie einfach mehr über manche Dinge nachdenkt. Scheinbar hat es zumindest nicht das Gegenteil bewirkt.

Ausserdem kommt auch noch helfend hinzu, dass unser Vermieter, nebenan wohnend und in einem sehr freundschaftlichen Verhältnis mit uns, sich sogar schon vor mir mit der Selbstversorgung befasst hat, bereits Literatur dazu erstanden hat und überrascht war, von mir darauf angesprochen zu werden. Umgekehrt hatte er noch nichts dergleichen erwähnt. Das ist natürlich Hilfe von außen, über die ich mich nicht beschweren mag.

Nun aber wieder ein wenig zurück. Durch das zwischenzeitliche annähern an diesen Gedanken von meiner Frau, habe ich mich wieder mehr mit dem WIE befasst.

Sorry das wird echt länger als geglaubt, aber wenns sprudelt.......Ist doch nur mein geistiger Haufen etwas, bin nicht böse wenns nicht jeder liest und mag :)

Ich musste ja irgendwie so weit ausholen, denn Die Frage von Scalos ist eben nicht so mal kurz beantwortet.

Scalos, Du sprichst nun einige Formen der Veränderung an und reduzierst damit das mögliche für einen Leser schon von vorne herein. Mein neues Lieblingswort kommt da zum tragen: Schubladendenken. Für mich das Wort, welches unsere ganze Gesellschaft am kürzesten beschreiben kann.

Selbstverständlich wirst Du erst einmal einen Weg einschlagen müssen, um herauszufinden, auf diesem Weg mit vielen Abzweigungen, welches denn der Deine ist. Bei mir fängt sich der Weg damit zu formen an, dass ich eine Route finden muss, mit der Meine Frau, unser Freund und ich klar kommen.

Vielleicht hast Du Glück und bist einer der Menschen, die diese Entscheidung mit purem aneignen von theoretischem Wissen und Gefühl treffen können ohne an etwas größerem daran zu zweifeln?! Ich denke, belehrt mich bitte eines besseren wenn es nicht so ist, das können die wenigsten Systemaussteiger. Da hängt zuviel im Kopf. Ich merke es bei Menschen, die ernsthaft aussteigen möchten, aber als Bremse immer die falschen (Weil wir eine Natürlichkeit als Mensch haben, wie jedes andere Lebewesen eben auch) Gründe genannt werden.
Ich möchte aber niemandem seine Meinung diktieren, isch jo klar, aber meine Meinung eben kundtun.

Wie willst Du darüber entscheiden, ob Du einer Gemeinschaft angehören möchtest oder nicht, ohne mit genau dieser Gemeinschaft eben genau das zu tun, was Dir auch immer vorschwebt.

Wie willst Du darüber entscheiden, ob es richtig ist Geld verdienen, Grundstück kaufen, Permakultur...u.s.w. oder einer spirituellen Gemeinschaft beizutreten ohne die Erfahrungen gemacht zu haben.

Vielleicht wärst Du ein spiritueller Permakultur-Kräutergärtner mit Drang zu kamasutranischen Körperkulten. (Woisch was ich mein ;))

Ich habe einen für mich ganz schlimmen Satz gelesen:

....dass ich mich selbst reduziere.

Auf was? Auf die Findung dessen, was DICH glücklich macht?

Wenn Du Aussteigen möchtest, hast Du ja bereits irgend etwas erfahren, was Dir das Gefühl vermittelt, momentan nicht glücklich und zufrieden zu sein. Das ist löblich, denn ein "Normaler Mensch" merkt das meist gar nicht, oder unterdrückt es gekonnt. Nun, wenn Du in diesem Schublädchen Staat nicht mehr gefangen sein möchtest, solltest Du beginnen auf die Suche zu gehen, mit was sich Deine Seele und Dein Herz zufriedenstellen lässt.

Einen Startpunkt für diese Reise findest Du mit Sicherheit über das Internet und dann wird dasselbe mit manchem Rat zur Seite stehen, aber Du wirst Deine eigenen Erfahrungen machen und nicht die der anderen.

Womit ich auf Deine Frage kommen möchte, was die Beständigkeit von Gemeinschaften betrifft. Durch diese Selbstfindung, und den Weg, den Du dann bereits eingeschlagen hast, die Eindrücke und Erfahrungen die Du machst, wird sich ein neues Gedankenbild bei Dir entwickeln. Und das ist nicht nur bei Dir so, das ist bei jedem so, der diesen Schritt geht. Und da man sich findet und formt, wird es vor allem als Einzelperson vermutlich einige Zeit in Anspruch nehmen, bis man mit einiger zurückhaltender Behauptung aufwarten kann, seine "Gesinnung" "erforscht" zu haben.

Dieser Umstand bringt doch zwangsläufig mit sich, dass Gemeinschaften entstehen und Gemeinschaften sich wieder verlaufen. Vielleicht enstehen aus einer Gemeinschaft 2. Vielleicht geht jeder seine Wege...es gibt doch so viele Variablen. Ich nehme an, hier will keiner ein Buch lesen.

Was ich nun in kurzform für eine Weisheit loslassen möchte:

Wenn Du nicht losgehst, wirst Du vielleicht in 10 Jahren wieder auf diesen Thread hier stoßen, wirst Dir denken, was für ein komischer Kauz Du früher warst und mit was für Blödsinn Du Dich beschäftigt hast. Vielleicht wird Dir trotz dieser vernünftigen Gedanken etwas Wehmut übers Herz streichen.

Oder Du gehst los und schreibst in 10 Jahren in einen wundervollen Bericht über erlebtes und dass Du glücklich bist.......

(Ich bin optimist... :))


Und was sollte Dich nochmal daran hindern?

Wenn meine Frau und unser Freund nicht wäre, wäre ich bereits bei einem ersten Versuch mittendrin! Aber ich wollte mich aufgrund der Liebe zu meiner Partnerin nicht so krass verhalten wie Beispielsweise der gute Gottfried. Nein, ich möchte die Menschen die ich mag, gerne mitnehmen zum Beginn dieses Abenteuers.
Ich bin voll überzeugt, dass ich es zumindest mit meiner Frau zusammen schaffen werde und wir ein erfüllteres, glücklicheres, entspannteres Leben führen können, in dem uns bewusst ist, was Leben sein kann.
Schaffe ich es in wenigen Jahren nicht, meine Frau zu einem Ausstieg mit mir zu bewegen, wird Sie im System verbleiben und ich werde meine eigenen Wege gehen. Da gibt es keine Diskussion mehr und Ihr ist es bewusst. Ob dass dann das letzte Wort war, wenn ich dann mal nicht mehr greifbar bin, steht dann auf einem anderen Blatt Papier.

Aber wenn Du einen Zweifel an Deinem jetzigen Leben hast, solltest Du doch etwas dagegen unternehmen??

Beende das Schubladendenken und lasse mehr als eine Meinung zu. Auch wenn Du eine eigene geformt hast. (Genauso wie dieser Beitrag nur EINE, nämlich MEINE Meinung ist)

_________________
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heist.

- Jimi Hendrix


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BeitragVerfasst: Mi 22. Mai 2013, 15:19 
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Weltreisender

Registriert: Mo 18. Mär 2013, 13:00
Beiträge: 128
hey schwoab dein beitrag war echt interessant zu lesen und ich stimm mit dir eigentlich überein

ich werd hier keinen langen text schreiben, zum philosophieren fehlt mir grad die inspiration und auch die lust ;)

nur eine frage finde ich grade interessant: bei was fängt man an?
das planen, träumen, vorbereiten, schwärmen würde ich nicht als anfang bezeichnen, die reise beginnt erst mit dem schritt zur tür hinaus, die tür hinter sich schließt und nicht mehr zurück kann


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BeitragVerfasst: Mi 22. Mai 2013, 15:41 
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Tourist

Registriert: Mi 22. Mai 2013, 13:09
Beiträge: 3
Wohnort: Industriestadt Mühlacker
Wenn Du bereit bist, diesen Schritt zu machen, hast Du schon sehr lange entschieden "Anzufangen". Du wachst ja nicht morgends in trautem Heim auf und abends sitzt Du auf dem Dampfer nach Traumland.

Man fängt an dem Punkt an, in dem man beginnt, die Sinnhaftigkeit (von was auch immer) Grundsätzlich zu hinterfragen.

Der Punkt ist nur, dass viele die Antworten darauf scheuen, denn dann beginnen die Verlustängste (von was auch immer).

_________________
Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt endlich wissen, was Frieden heist.

- Jimi Hendrix


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 Betreff des Beitrags: Aussteigen, wie geht das?
BeitragVerfasst: Mi 22. Mai 2013, 20:04 
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Schamane
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Für mich war es einfach, ich hab 14 Jahre Hölle erlebt und ging dann. Und, oh Wunder! überall war es gut und schön. Das Leben war plötzlich angenehm , nette Menschen überall, keine Migräne mehr, genug zu Essen jeden Tag, einfach gut. Wie das nun ist für jemand der eine schöne Kindheit hatte in Deutschland kann ich nicht nachvollziehen. Aussteigen in Eurem Sinne auch nicht. So mit Startkapital, KV, Yourtenbaukursen, das ist mir alles suspekt. Es gibt noch so viel unbewirtschaftetes Land, da wo keiner hinkommt und es niemand interessiert. Warum besetzt das keiner?
Land kaufen, hier im Ariege, weit weg von Zivilisation, ist auch nicht teuer. Das kann man sich auch heute noch locker auf der Straße erbetteln, vor Allem in Deutschland.
Es ist wohl eher der Unglaube, das angebliche Wissen, was Menschen davon abhält frei zu leben. Mensch kann sich nicht vorstellen frei zu leben, er träumt davon, tuts aber nicht weil es angeblich weltfremd ist. Und verboten. Der größte Teil der Menschheit lebt aber auch heute noch vorm Feuer, mit einem Kochtopf, und hat keine Krankenversicherung. Oh Wunder, sie leben immer noch so, seit tausenden von Jahren. Die Minderheit seit Ihr! Eure Realität macht nur einen sehr kleinen Teil der Weltbevölkerung aus. Meiner Meinung nach den Schlimmsten. Das Elend ist da wo Mensch das System unterstützt. Den eigenen Komfort als gegeben hin nimmt, Bio einkauft ohne jemals die Erde berührt zu haben.
Schwoab, ich glaube nicht das es eine gute Idee ist Deine Liebste davon zu überzeugen das es besser wäre autark und frei zu leben. Ich hab so einige Erfahrungen damit. Mit denen welchen ich meinen Platz in Andalusien zeigte, sozusagen als Test, wer mit mir leben will muss das mögen und darauf klar kommen, und anschließend meinen Platz hier im Ariége. Sie schauten mich alle mit großen verliebten Augen an und fanden alles toll, im ersten Winter war keiner mehr da. Außer Einer, seit 7 Jahren nun, sehr unglücklich. Da das Grass grün wächst bleibt er aber, es ist so schwer zu gehen......
Besser isses Gleichgesinnte zu finden welche echt Lust haben frei zu leben. Schwer isses.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: Do 23. Mai 2013, 00:12 
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Freak
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Beiträge: 1056
Wohnort: osten
das ganze ausstiegsgeplane hier liegt mir auch schon eine ganze weile schwer im magen... bißchen kann ich es ja nachvollziehen, das man da vielleicht so mehr oder ebend weniger drinsteckt, im system.

aber selbst wenn man dann den ultimativen plan hat... ist das doch auch wieder erst der anfang.
und was mir schon von anfang an klar war, weil bei vielen anderen projekten so, sind die zwischenmenschlichen schwierigkeiten, kennt man ja aus partnerschaftsbeziehungen, wird aber bei gemeinschaftsprojekten noch komplizierter... da kann man noch so auf einer wellenlänge sein ...oder vielleicht grad deswegen?(...hab ich noch keine erfahrung mit)
jedenfalls haben sich bei mir die dinge immer entwickelt, über die jahre (mittlerweile... bin aber noch nicht soo alt)
und nach der auffassung der meisten hier, bin ich absolut nicht ausgestiegen und auch selbstversorger bin ich noch lange nicht...
für mich bin ich aber in jedem augenblick meines lebens am ziel, wenn auch nicht am ende und immer mit höhen und tiefen.
es geht mir ebend nicht um den schein, den anschein der dinge, sondern um`s sein...
das ist aber nach außen schwer zu transportieren, wenn man`s ebend nicht selbst erlebt... kann man das nicht so nachvollziehen, ist schade, aber wird wohl sein grund haben.
ich hab das schon soo oft hier angesprochen, daß ich im alltag so unendlich viele ansätze sehe, dinge anders zu leben und es da schon mühe macht... das ist doch was, was man sich erarbeitet... da reicht doch kein plan und fingerschnippen.
auch die sicht und die erfahrung ändert sich doch auf dem weg ständig... das heißt der plan ist einem stetigem wandel unterworfen, den er so in stagnation garnicht... aber ich merk schon wieder, wie sinnlos das ist, hier zu schreiben. nein man muß es in seinem alltag leben, wieder auf die eigene intuition vertrauen.

ich muß hier auch noch anmerken, das ich das teilweise echt gruselig finde... ja die menschen (könn ja von mir aus alle ganz lieb sein) und die ach so soziale gesellschaft ... ich find`s einfach pfui teufel ganz gruselig... und dann kann ja auch keiner was dafür und was man da manchmal so für reaktionen bekommt (jetzt nicht nur aufs forum bezogen) und man weiß, man kann das garnicht einfach mal so erklären.

nagut ein beispiel fällt mir dazu noch ein... das was ich wirklich als sehr traurig und auch schlimm empfunden hab, nach der wende,
als ich als DDR-kind den westen kennenlernen durfte,
war der werteverlust... es war alles möglich, es wurde alles gelebt jeder darf sich ebend so seins raussuchen plus wertvorstellung, für mich schien das alles gleichrangig nebeneinander zu exestieren.
und so ist es auch noch (meiner meinung nach... führt aber zu weit hier zu erläutern)
im gegensatz dazu, war (naklar) in der DDR nicht alles toll und es hatten (um himmelswillen) nicht alle die gleiche meinung, aber man wuste irgendwie woran man die dinge zu messen hatte und es hat auch irgendwie trotzdem alles dazu und zusammengehört, selbst, wenns dagegen war... man hat über gut und böse noch disskutiert, nicht nur geheim... es gab ebend sowas wie realität.
jetzt geht es nur noch um suggestion, illussion, die eigene realität... ganz zu schweigen von der vermarktung von leid, elend und gewalt.

es wäre schön, wenn das von mir geschriebene jetzt nicht gleich politisch ausgelegt wird, weil... kritisch wär ich oder bin ich so oder so... in jedem system.

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 Betreff des Beitrags: Als die DDR fiel
BeitragVerfasst: Do 23. Mai 2013, 02:33 
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Schamane
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Registriert: Mi 11. Apr 2012, 03:58
Beiträge: 713
Wohnort: Extremadura,La Codosera
war ich zum Glück schon ganz weit weg. Und ganz weit weg begegneten wir nur jungen netten Menschen welche aus der DDR kamen, so Welche die durchaus überlebensfähig waren, mit Nichts wunderbare Dinge zauberten, in der Wüste noch Früchte fanden um Marmelade herzustellen, aus Wiesenkörnern Kuchen backten, aus Küchenabfällen Schnaps brauten, Liebe und Zusammenhalt kannten und Deutsch sprachen die auch. Und dann war ich noch mal in Deutschland. Oh weh, oh Ernüchterung! Sächsisch wurde geredet und außer DMark gab es auch kein Thema mehr. Widerliche alte Säcke, junge Faschisten und Frauen die mit 14 schon so aussahen als wären sie 80, mit Kopftuch und Schürze.Nee, da will doch keiner hin! Selbst den Mist mit den angeblichen illegalen Einwanderern glaub ich nicht. Wer geht denn heutzutage freiwillig nach Deutschland???


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 Betreff des Beitrags: Re: Aussteigen, wie geht das?
BeitragVerfasst: Do 23. Mai 2013, 17:42 
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Träumer

Registriert: Di 21. Mai 2013, 16:08
Beiträge: 8
Schon ziemlich interessant.

Wer von uns steckt denn nicht drin? Und was ist "das System"?

Wer sind "Die", "Die das mit uns machen" und was machen "Die"? Sind wir fremd bestimmt?

Was ist die Hölle? Morbak, in deinem Fall persönlich, oder allgemein.

Zitat:
Es ist wohl eher der Unglaube, das angebliche Wissen, was Menschen davon abhält frei zu leben. Mensch kann sich nicht vorstellen frei zu leben, er träumt davon, tuts aber nicht weil es angeblich weltfremd ist.


Das freie Leben wird doch nirgends mehr gepredigt als in den westlichen Hochnationen wie Deutschland. Sind wir nicht frei? Und wenn nicht, was bindet uns?


Ich möchte im Allgemeinen den Versuch machen, die Verantwortung für das was ich sehe bei mir zu suchen. Und in Verbindung damit mache ich gerade eine sehr wichtige Erfahrung. Nämlich, dass mein Verstand, das Denken, mir sehr hinderlich ist. Dass es mir sehr schwer fällt einfach nur zu "sein". Einfach so. Nichts zu tun, nichts vor zu haben. Einfach im Moment da zu sein.

Was hat das mit dem zu tun, was ich sehe? Das Chaos? Die schlimme Art, wie die durch menschen gestaltete Welt sich mir zeigt?

Morbak, aus deinem Post lese ich raus, dass du im Südwesten Frankreichs in einfacheren Verhältnissen lebst. Das Wort "Aussteiger" nehm ich mal nicht in den Mund, das hat ja auch was mit Schublade zu tun und das ist so von mir nicht gemeint.
Wie erlebst du Zeit? Wie erlebst du dein "Da-Sein"?
Du hast scheints nicht viel für Deutschland übrig. Bist du zufrieden (Im Sinne von "Es muss sich nichts ändern zu deinem Glück")?
Und wenn nicht zu 100%, was fehlt und warum?

Ich bin gespannt, wie das weiter geht ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Aussteigen, wie geht das?
BeitragVerfasst: Do 23. Mai 2013, 23:46 
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Registriert: Do 9. Aug 2012, 18:40
Beiträge: 2533
scalos hat geschrieben:
Und wenn nicht, was bindet uns?


Das System natürlich.
Alles, was mit Deutschland zu tun hat.
In einer freien Welt würde es Deutschland erst gar nicht geben.
Meine Meinung dazu.

Und ja, sorry Murmel, ich versteh dich einfach oft nur nicht, da kann ich doch auch nichts für, ist keine Boshaftigkeit von mir.

Ich habe eben auch meine eigenen Vorstellungen so wie jeder andere hier auch.
Bei mir ist es eben so, dass ich mit anderen Menschen überhaupt nicht unbedingt einen Konsens will, weil ich eh schon längst aufgehört habe an die Menschen zu glauben. Ich will überhaupt nicht, sollen sie machen was sie wollen, Hauptsache ich mache das was ich für richtig halte und was mir Spaß macht. Das ist wichtig.

Nachtrag:
Aussteigen aus der Gesellschaft und Konsens suchen widerspricht sich meiner Meinung nach auch etwas. Aussteigen bedeutet doch somit, mit den meisten nichts mehr zu tun haben zu wollen, da man etwas anderes anstrebt. Sonst hätte man erst gar nicht aussteigen dürfen und brav mein Haus mein Auto weiter spielen müssen, weil das nun mal allgemeiner Konsens ist.


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