Aussteiger und Selbstversorger Forum

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BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 14:42 
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Träumer
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Beiträge: 12
Wohnort: Steiermark/Wien
Die Gründe warum Menschen aus dem System aussteigen wollen, kennt man ja im Allgemeinen. Was mich interessiert ist, aus welchen Gründen kehren die Aussteiger, wenn sie es denn überhaupt gewagt haben, auszusteigen, wieder zurück in die bequeme Gesellschaft?

Auch Thoreau war meines Wissens nach nur zwei Jahre im Wald und führte dann sein Leben in der Gesellschaft weiter. Vielleicht ist es doch die zu geringe geistige Herausforderung und Mangel an "input"?

Was meint Ihr?

KH


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Verfasst: Fr 28. Feb 2014, 14:42 


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 Betreff des Beitrags: input
BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 15:14 
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Backpacker

Registriert: Do 20. Feb 2014, 21:27
Beiträge: 29
DA geb ich dir recht,jedenfalls wars bei mir so zuletzt im Sinai,
allerdingst finde ich es hier nicht sonderlich bequem in der Gesellschaft.
Also such mir was neues und zieh weiter


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 Betreff des Beitrags: Re: input
BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 16:58 
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Träumer

Registriert: Do 27. Feb 2014, 11:43
Beiträge: 6
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Vorstellung von der Ferne oft nichts mit der Realität zu tun hat.
Der Maler Gauguin ist da ein gutes Beispiel: Seine Flucht in die Südsee wurde von der Realität dort eines Besseren belehrt. Seine Bilder sind mehr der Traum vom Paradies, als Abbild der Wirklichkeit :-(

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BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 19:00 
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Aussteiger

Registriert: Do 31. Okt 2013, 18:27
Beiträge: 179
Wohnort: Bayern
Die Gründe für den Wiedereinstieg in die Gesellschaft bzw. das System, sind vermutlich die gleichen, die manchen daran hindern, den Ausstieg überhaupt zu wagen??? Es ist ein interessanter Denkanstoß, den Du da gibst.

Ob es darauf eine wirklich erschöpfende Antwort gibt?

Liegt es möglicherweise daran, daß das Aussteigen so schwierig ist, weil das System sich auf allen Ebenen und in allen Bereichen regulierend und bestimmend einmischt und somit die nötigen Nischen fast vollständig zu gemauert hat? Das Aussteigen bzw. die verschiedenen Wege dorthin, sind vom Übel >Geldsorgen< begleitet und werden praktisch immer von Kompromissen abhängig sein, die der Aussteiger dem System gegenüber eingehen muß, wenn er nicht gegen die aufgezwungenen Regeln des Systems verstoßen will und um damit die Legalität nicht zu verlassen.

Damit stellt sich mir eine weitere Frage.
Gibt es >die Freiheit< eigentlich wirklich? Wenn ja, wie sieht sie aus?

Sind es nicht eher verschiedene Arten/Formen von Freiheit, die wir mehr oder weniger unser Eigen nennen bzw. empfinden können?

Wer aussteigt, um allein zu sein, wird dies wohl nur selten bis zu seinem Tod aushalten. Wir sind ja soziale Wesen und brauchen daher, mehr oder weniger die Gesellschaft von Mitmenschen. Eine gewisse Zeit des Alleinseins, auch als Aussteiger, kann sicherlich recht heilsam sein, aber auch richtig krank machen.

Die Menschen, die wieder zurückkehren, in die Systemgesellschaft, tun dies wohl nicht unbedingt, weil sie das unbedingt wollen, sondern eher aus der Not heraus, weil die Bedingungen und Umstände des Aussteigerlebens, sie an den Rand der Existenz getrieben hat.

Das könnten aber wohl nur Betroffene wirklich erklären, aus ihren Erfahrungen und Motiven heraus.
Solche Erfahrungen interessieren mich sehr und vielleicht gibt es hier ja ein paar Antworten???

_________________
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BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 19:12 
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Schamane
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Registriert: So 20. Jan 2013, 17:45
Beiträge: 693
Wohnort: Thoringen
die freiheit gibt es nicht, genausowenig eine objektive wahrheit.
gründe für den wiedereinstieg könnte eine familie sein oder altersbeschwerden.

_________________
nach irdischer größe nur trachtet die falsche gesellschaft der menschen --zitat aus h.d.thoreaus "walden"


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 Betreff des Beitrags: Re: input
BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 19:21 
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Träumer
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Registriert: Di 11. Feb 2014, 21:22
Beiträge: 12
Wohnort: Steiermark/Wien
Ja genau, ich meine, es muss etwas mit "Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein" zu tun haben. Vielleicht ist es die mangelhafte Anregung, dass die Möglichkeiten der Weiterentwicklung für manche zu gering sind. Ich habe mal von einem Reisenden gelesen, weiß leider nicht mehr wer das war, jedenfalls berichtete er: "... überall immer das gleiche grüne Gras ..." vielleicht war es Hesse.


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BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 19:25 
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Durchgeknallt
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Beiträge: 2038
Es ist doch bei Vielen so, dass sie das, was sie nicht haben, vermissen und wenn sie es haben, ist es nicht das, was sie sich erdacht hatten und wünschen nun wiederum das, was sie nicht mehr haben.

Es gibt glaube ich wenig Menschen, die mit dem, was sie haben wirklich zufrieden sind.


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BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 20:18 
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Aussteiger

Registriert: Do 31. Okt 2013, 18:27
Beiträge: 179
Wohnort: Bayern
Shiva hat geschrieben:
Es ist doch bei Vielen so, dass sie das, was sie nicht haben, vermissen und wenn sie es haben, ist es nicht das, was sie sich erdacht hatten und wünschen nun wiederum das, was sie nicht mehr haben.

Es gibt glaube ich wenig Menschen, die mit dem, was sie haben wirklich zufrieden sind.


Das ist wohl tatsächlich so, daß Menschen nur selten mit dem zufrieden sind, was sie haben, nicht unbedingt deshalb, weil es ihnen schlecht geht, im Sinne von Not leiden, sondern, weil ihre Ansprüche wachsen oder weil sie etwas vermissen und wenn sie es dann haben, merken sie, daß es ihnen deshalb auch nicht viel besser geht...

kaiserinh hat geschrieben:
Ja genau, ich meine, es muss etwas mit "Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein" zu tun haben. Vielleicht ist es die mangelhafte Anregung, dass die Möglichkeiten der Weiterentwicklung für manche zu gering sind. Ich habe mal von einem Reisenden gelesen, weiß leider nicht mehr wer das war, jedenfalls berichtete er: "... überall immer das gleiche grüne Gras ..." vielleicht war es Hesse.


Es liegt wohl auch an der Natur des Menschen, sich weiter entwickeln zu wollen und nach "höherem" zu streben, seine Grenzen aus zu testen und sich nicht so leicht mit dem Erreichten zufrieden geben zu wollen, das nicht unbedingt auf den Besitz bezogen. Die Gier nach Wissen und Erkenntnis, treibt uns ebenfalls an. Hinzu kommt der Wunsch nach Abwechslung um der grünen langen Weile zu entgehen.
Wer täglich das gleiche verrichtet, ohne neues zu erleben und immer im selben Trott gefangen, der ist dann irgendwann lebendig tot, weil abgestumpft und freudlos.

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BeitragVerfasst: Fr 28. Feb 2014, 23:29 
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Backpacker

Registriert: Do 20. Feb 2014, 21:27
Beiträge: 29
Es gibt noch andere Gruende seinen Standort zu wechseln,je nach dem wo man halt war.Zb Politische,Religioese und wenn einem dann auch noch der Output verstopft wird wirds ungemuetlich.Deswegen muss man sich ja nicht unbedingt ins System zurueckbegeben .


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BeitragVerfasst: Mo 3. Mär 2014, 12:47 
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Aussteiger

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Beiträge: 154
ich glaube, die gründe, warum wir nach wegen des "aussteigens" suchen, sind u.a. die "desozialisierung" unserer gesellschaft.
damit meine ich, keiner ist mehr wirklich für den anderen da, man greift sich nicht mehr gegenseitig unter die arme.
es ist diese "ellbogenmentalität", die uns sehr verletzt und von der wir distanz nehmen wollen, um uns zu schützen.
ja, der wunsch, aufgrund dieser tatsachen, einen "ausstieg" oder eine sonstige veränderung zu suchen, ist durchaus ein natürlicher mechanismus in uns, um zu "überleben".
zwar nicht mehr wie früher, in der steinzeit, als es mehr eine "physische" angelegenheit war.
heute geht es eher um die "psyche".
stress, überforderung (psychisch), unterforderung (körperlich), informationsüberflutung, fehlende transparenz in vielen bereichen des öffentlichen lebens usw. ...
all das sind gründe, die uns zum thema "ausstieg" führen.
und ich glaube, daß die wenigsten unter uns eingefleischte misanthrophen
sind. wir sind von der natur aus soziale wesen und wollen den kontakt zu unseres gleichen.
aber jetzt kommt der springende punkt: wir wollen, daß dies angenehm und "stimmig" erfolgt. wir wollen eine gute atmosphäre im umgang mit unseren mitmenschen haben. gleichzeitig besteht das bedürfnis oder vielmehr die notwendigkeit, materiell versorgt zu sein.
vielleicht ist es also so eine art "diskrepanz"?
die notwendigkeit, für das materielle sorgen zu müssen, lässt diese in heutigen zeiten die "guten sitten" vergessen?
ganz ehrlich, niemand kann freudestrahlend durchs leben gehen und seinen mitmenschen immer mit froher miene begegnen, wenn er nix zu beissen hat!
und weil vielleicht diese tatschen immer mehr zu überwiegen scheinen, also daß die notwendigkeit des kämpfens für das materielle größer zu sein scheint, als das bestreben sich gut mit seinen mitmenschen zu verstehen, erkennen wir einen "schwachpunkt" in unserem gesellschaftssystem oder kapitalsystem.


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BeitragVerfasst: Do 6. Mär 2014, 14:12 
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Träumer
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Registriert: Di 11. Feb 2014, 21:22
Beiträge: 12
Wohnort: Steiermark/Wien
@1977er

stimme Dir großteils zu, aber die Vorstellung, dass man sich früher mehr unter die Arme gegriffen hat, kann ich nicht teilen. Ich bin am Land auf einem Bauernhof aufgewachsen, die Bauern (Nachbarn) waren damals schon geizig und hart und ihre Kinder sind heute genauso. Ein paar wenige haben immer den anderen ausgeholfen und die tun es heute auch noch. Es kommt auch immer darauf an, wie man in den Wald hineinruft.

In Wien dagegen ist es so, dass Menschen (Angestellte, Beamte usw.) sich wundern, wenn man ihnen freundlich begegnet. Höfliches Verhalten sind die gar nicht gewohnt.

Liebe Grüße KH


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BeitragVerfasst: Fr 7. Mär 2014, 17:30 
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Aussteiger

Registriert: Di 9. Apr 2013, 17:36
Beiträge: 154
@ kaiserinh

in der tat, ich bin auch auf dem land am bauernhof aufgewachsen :).
was du schreibst, kann ich auch bestätigen. also die bauern untereinander haben schon auch einige meinungsverschiedenheiten, bis auf einige abgesehen, die dem anderen immer mal wieder geholfen haben.

sagen wir so, die familien untereinander haben sich vielleicht mehr geholfen, die "bande" war einfach größer.
heute ist das ja auch nicht mehr so.
aber das eigentliche problem, wie ich finde, ist das fehlende miteinander und das füreinander sorgen so in der arbeitswelt, im beruf usw. ..
aber das ist auch ein riesengroßes, unerschöfpliches thema .....


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BeitragVerfasst: Di 11. Mär 2014, 17:41 
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Aussteiger
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Beiträge: 286
Wohnort: Naturpark Schlaubetal
kaiserinh hat geschrieben:
Die Gründe warum Menschen aus dem System aussteigen wollen, kennt man ja im Allgemeinen. Was mich interessiert ist, aus welchen Gründen kehren die Aussteiger, wenn sie es denn überhaupt gewagt haben, auszusteigen, wieder zurück in die bequeme Gesellschaft?

Auch Thoreau war meines Wissens nach nur zwei Jahre im Wald und führte dann sein Leben in der Gesellschaft weiter. Vielleicht ist es doch die zu geringe geistige Herausforderung und Mangel an "input"?

Was meint Ihr?

KH


Hallo, ich hatte es schon früher gepostet, die Gesellschaft kann ohne Aussteiger existieren , aber nicht umgekehrt.

Natürlich ist es bequem ,sein Holz mit der elektrischen Kettensäge zu zerkleinern statt mit der Handsäge.
Deswegen bin ich aber noch lange nicht wieder im berüchtigten Hamsterrad.

Das bin ich erst, wenn ich mein schickes Einfamilienhaus 30 Jahre auf
Pump abzahle und wenn der Erst und Zweitwagen mehr auf Raten ,als auf Rädern rollt.

Das Gute hier in D ist, man kann beide Varianten leben, wenn der Wille
da ist.

Ganz alleine im Wald leben ohne etwas , aus dem Alter bin ich schon raus.
Selbst in jungen Jahren wäre das nichts für mich, wir hatten gute familäre
Verhältnisse und das gebe ich jetzt weiter.
Der Mensch war schon immer ein "Hordentier"und in einer kompletten menschenleeren Gegend besteht halt die Gefahr, voll zu vereinsamen.
Da nutzt selbst der schönste Wald nichts. Mit den Bäumen reden wird mit der Zeit gefährlich langweilig.
Im Alter wird dann auch die Nahrungssuche prekär werden, oder man wird
selbst als Nahrung vertilgt ( Bär, Wolf, u.s.w. ).

Es ist ist ein Forum für Träumer und Realisten und ich lebe in der Realität.
Ich profitiere von der Gesellschaft und gebe auch wieder Einiges zurück.

Deutschland ist dicht besiedelt, aber es gibt immer noch genug kleine Schollen , die auch bezahlbar sind. Man muss nicht gleich ins Ausland flüchten, um dann später von der Realität eingeholt zu werden.

Kenne hier jemand, der war ständig im Leben auf der Flucht und machte sich über mich lustig. Den Satz, den er mir um die Ohren haute, höre ich immer noch. Der Satz lautete: Wie kannst Du nur dein Leben mit Arbeit verschwenden und noch Blagen zeugen. Wofür ?
Jetzt lebt er komplett verarmt und unzufrieden in einer kleinen Wohnung,
die das Amt sponsert. Nahrungsmittel holt er sich nicht aus dem Wald, sondern vom Discounter in Form von Flüssigkeit. ( Tagesration 8 Flaschen Bier der Marke Ratskrone für 0,26 Cent die Flasche ).
Er ist jetzt 48 Jahre und benötigt bald einen Rollator.

Aussteigen geht nicht von heute auf morgen, es kann Jahre dauern,
wenn man Geduld hat und die haben die wenigsten Leute.

Ohne Geld geht es schon gar nicht, auch wenn es keiner gerne hört.

Gruss Andreas


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BeitragVerfasst: Mi 12. Mär 2014, 20:20 
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Aussteiger

Registriert: Di 9. Apr 2013, 17:36
Beiträge: 154
du sprichst da einige wesentliche dinge an, naturmensch.

vor allem dieser satz hier macht mich auch wieder sehr nachdenklich:

Hallo, ich hatte es schon früher gepostet, die Gesellschaft kann ohne Aussteiger existieren , aber nicht umgekehrt.[i]

Eine Frage, die ich mir schon manchmal stelle, wenn jetzt auch nicht jeden tag, aber:

wer würde mir denn nachtrauern, wenn ich plötzlich nicht mehr auf dieser welt wäre, so mit meinen idealen, vorstellungen und "weltverbesserungsvorschlägen"? ;)


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BeitragVerfasst: Do 13. Mär 2014, 12:15 
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Aussteiger
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Registriert: Di 11. Mär 2014, 13:00
Beiträge: 286
Wohnort: Naturpark Schlaubetal
Hallo 77er

Dein Zitat :

wer würde mir denn nachtrauern, wenn ich plötzlich nicht mehr auf dieser welt wäre, so mit meinen idealen, vorstellungen und "weltverbesserungsvorschlägen"?

Das weiss ich leider nicht, bei mir sind es dann die Kinder, denen ich das
Wissen über die Natur u.s.w. weiter gab.

Eigentlich bin ich ja ausgestiegen und neu eingestiegen.
Der Totalausstieg geht hier in D nicht ,wir wurden hier mit allen Hilfsmitteln
der sogenannten modernen Gesellschaft grossgezogen.

Selbst der Wohnwagen oder Wohnmobil aussteiger hätte daher keine Chance, oder der Totalaussteiger bekommt sein Beil,Axt oder Handsäge irgendwo geschenkt, ohne diese Gesellschaft gäbe es diese Dinge nicht.

Ich bezweifle auch, dass ein Totalaussteiger sich diese Dinge in der Wildnis
selber herstellen könnte.
Viele hier glauben, man geht von heute auf morgen irgendwo , ob in Europa oder sonst wo, in die Wildnis und dann beginnt der Totalausstieg.

In der Wildnis gibt es keine Gesetze wie in der "Zivilisation", dort herrschen brutale Naturgesetze nach dem Motto: Fressen und Gefressen
werden ".
Natürlich denkt man ja dann an die Naturvölker, diese aber leben seit
Jahrtausenden im Einklang mit der Natur.
Sie kennen die Nahrungsketten und Gefahren in der Natur , jedoch nicht wir.
Selbst ein Mückenstich im Urwald kann für den "modernen Menschen "
tödliche Folgen haben.

Auch wurde hier berichtet, dass das Leben unter Palmen auch der Traum vieler Aussteiger ist, nur irgendwann ist das Gesparte aufgebraucht und dann ist man wieder in der Realität.
Vergessen sollten auch die Romantiker nicht, ohne Verkehrsmittel wie Flugzeug oder Hochseeschiff kommt man nicht ins Paradies.
Mit dem selbstgebauten Floss wäre es zu gefährlich.

Wenn heute alle hier aussteigen würden und in die Wildnis flüchten , ist das
Chaos vorprogrammiert.
Von was soll man sich ernähren ? Im Winter gibt es keine Pilze und Beeren und die Fische sind auch Beissfaul.
Das Wild wäre im Nu dezimiert. Dann haben wir wieder das Naturgesetz, was ich oben erwähnte.

Ich lebe hier auch etwas abgelegen und möchte aber den Kontakt zur
modernen Welt nicht abbrechen, denn es geht ganz einfach nicht ohne.
Selbst unser Blockhaus kam aus der Zivilisation und im Zelt schlafen würde auch nicht gehen , aus was sollte ich es bauen ? Mit Blättern und Zweigen wird es nach dem ersten Regen ungemütlich.

Es ist natürlich schön, im Sommer Beeren und Pilze zu sammeln , aber im
Winter schläft die Natur und gibt kaum etwas her ausser Brennholz.

Da ist es schön, einen festen Wohnsitz zu haben, auch wenn er einfach und bescheiden ist.

Wer willig ist, kann auch so leben.

Man benötigt nur etwas Geduld und das haben leider die wenigsten.

Gruss Andreas


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